WISSENSWERTE stellt den Wissenschaftsjournalismus auf den Prüfstand

Die Leitmesse für Wissenschaftsjournalisten bietet vom 17. bis

19. November 2008 in Bremen umfangreiches Programm.


29. Oktober 2008

Rund 20 Workshops, Podiumsdiskussionen und Vorträge mit insgesamt 70 Referenten – das Programm der fünften Auflage des Bremer Forums für Wissenschaftsjournalismus WISSENSWERTE ist so umfangreich wie nie zuvor. Vom 17. bis 19. November 2008 erwarten die Konferenzteilnehmer im Bremer Congress Centrum nicht nur journalistische Weiterbildung zum Storytelling im Print oder zum juristisch korrekten Umgang mit Interviews und Zitaten.

Die WISSENSWERTE greift aktuelle Kontroversen auf. So wird der Münsteraner Stammzellforscher Prof. Hans Schöler seinen heftig umstrittenen Vorschlag erläutern, die Berichterstattungsfreiheit von Journalisten bei wissenschaftlichen Tagungen einzuschränken. Und auch die Kritik des Potsdamer Klimaforschers Prof. Stefan Rahmstorf, der den Redaktionen bei der Klimaberichterstattung eine teilweise erschreckend mangelhafte Qualitätssicherung vorwirft, wird bei den voraussichtlich 500 anwesenden Journalisten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum nicht unwidersprochen bleiben.

Die WISSENSWERTE stellt auch die Perspektiven des Journalismus auf den Prüfstand: Eine Diskussion mit Chefredakteuren geht der Frage nach, ob sich die vom Auflagenschwund gezeichneten Tageszeitungen als Lotsen in der Wissensgesellschaft neu erfinden können. Gleichzeitig debattieren Experten des privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunks, inwieweit das Internet journalistische Standards untergräbt.

Auch Themen für Medizin- oder Technikjournalisten finden sich im Programm. Der renommierte australische Medizinjournalist Ray Moynihan kritisiert den verführerischen Trend zur Verbreitung einfacher Wahrheiten und stellt Alternativen vor. Mit dem Chefredakteur von ComputerBILD diskutiert die WISSENSWERTE über die mitunter zweifelhaften Standards, die bei Warentests im Verbraucherjournalismus angelegt werden. Über den aktuellen Stand der Forschung informieren vier hochkarätig besetzte wissenschaftliche Workshops zu den Themen Klimamodelle, Mobilfunkstrahlung, Tierversuche und Armut.

Die WISSENSWERTE wird abgerundet durch den WissensCampus, auf dem sich wissenschaftliche Institute, Forschungsabteilungen innovativer Unternehmen, Universitäten und Stiftungen präsentieren. Am Mittwoch, 19. November, locken dann norddeutsche Forschungseinrichtungen in ihre WissensOrte. Die Abende am Montag und Dienstag stehen ganz im Zeichen des Netzwerkens: Am 17. November wird der HEUREKA-Journalistenpreis für junge Wissenschaftsjournalisten in feierlichem Rahmen verliehen, am 18. November findet die WissensParty statt.

Die WISSENSWERTE ist eine Veranstaltung der Messe Bremen und Teil der Initiative Wissenschaftsjournalismus – ein gemeinsames Projekt der Robert Bosch Stiftung, des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft und der BASF SE –, die das Programm in Zusammenarbeit mit den Journalisten-Verbänden DJV, WPK, TELI und VDMJ erstellt. Da die WISSENSWERTE in den vergangenen Jahren regelmäßig schon vor Konferenzbeginn ausgebucht war, empfehlen die Veranstalter Interessierten eine frühzeitige Anmeldung.

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