Bessere Lehrer durch bessere Ausbildung

Der Stifterverband fördert Modelle zur Lehrerausbildung mit

800.000 Euro.


2. Februar 2010

Um die Ausbildung von Lehrern zu verbessern, hat der Stifterverband jetzt
vier Hochschulen ausgezeichnet: Jena, Magdeburg, Oldenburg und Stuttgart
erhalten jeweils 200.000 Euro. Diese Hochschulen haben gemeinsam mit
Studienseminaren für das Lehramt vorbildliche Modelle der Zusammenarbeit
entwickelt. Allen Modellen ist gemeinsam, dass sie die theoretische Hoch-
schulausbildung und die praktische Vorbereitung durch die Studienseminare
besser verknüpfen und konsequent aufeinander beziehen. Auf diese Weise
werden Lehrerinnen und Lehrer auf ihr anspruchsvollen Aufgaben im Klas-
senraum zielführend vorbereitet.

"Wir brauchen eine Lehrerausbildung aus einem Guss, in der alle Beteiligten
kooperativ zusammenarbeiten. Nur so können wir die starke Fragmentierung
in der Lehrerausbildung überwinden", betonte der Generalsekretär des Stifter-
verbandes, Andreas Schlüter, anlässlich der Auswahl der Siegerhochschulen
durch den Programmbeirat. "Die ausgezeichneten Modelle stehen für diesen
Anspruch."

Die Ausbildung von Lehrern erfolgt traditionell in zwei Phasen. An das Studium
und das Erste Staatsexamen schließt sich der Vorbereitungsdienst an. Diese
zweite Phase der Ausbildung ist in der Regel nicht auf das Studium abgestimmt.
Hochschulen, Studienseminare und Ausbildungsschulen arbeiten weitgehend
voneinander abgeschottet. Verunsicherung und Überforderung vieler Referen-
dare sind die Folgen, und zwar in einer Phase, in der sie bereits als eigen-
verantwortliche Lehrkräfte an den Schulen arbeiten. Die Zusammenhanglosig-
keit der Ausbildungsphasen sei das gravierendste Problem der Lehrerausbil-
dung, und es beträfe alle Schultypen, von der Grundschule bis zum Gym-
nasium. Deshalb sei eine Lösung vordringlich, so Schlüter.

Insgesamt hatte es in dem Wettbewerb 54 Anträge gegeben, von denen
acht in das Finale gekommen waren. Davon wählte der Beirat unter Vorsitz
von Bernd Ralle, Professor für Didaktik der Chemie an der Technischen
Universität Dortmund und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Fachdidaktik,
nun vier Sieger aus:

  • Friedrich-Schiller-Universität Jena in Kooperation mit den Studien-
    seminaren Gera und Erfurt sowie dem Thüringer Institut für Lehrplan-
    entwicklung, Lehrerfortbildung und Medien (ThILLM): "Vom Lehren
    zum Lernen – und zurück"

  • Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg in Kooperation mit dem
    Staatlichen Seminar für Lehrämter Magdeburg: "Weiterentwicklung des
    Übergangssystems zwischen der ersten und zweiten Ausbildungsphase
    für das Lehramt an berufsbildenden Schulen in Sachsen-Anhalt"

  • Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in Kooperation mit dem
    Staatlichen Seminar Aurich für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Real-
    schulen sowie den Studienseminaren Leer, Oldenburg und Wilhelmshaven
    für das Lehramt an Gymnasien: "Modellvorhaben Nordwest. Entwicklung
    von Diagnose- und Förderkompetenz im Unterricht und in Lehr-Lern-Laboren"

  • Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart
    in Kooperation mit dem Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung
    Stuttgart (Gymnasien und Sonderschulen): "Phasendurchlässige Module –
    das Stuttgarter Modell"