Stifterverband-webTV:
Die kommenden Tage (III)

Risiken und Chancen in der Wissensgesellschaft


HORIZONTE – Expertengespräche des Stifterverbandes:

Interview mit Peter Kruse,

Zukunftsforscher und Organisationspsychologe, Universität Bremen


Ein Gespräch über Entscheidungen in einer immer komplexeren Welt, unser durch das Internet veränderte Verhältnis zur
Macht, das Versagen klassischer Steuerungsmechanismen und die Zukunftsperspektive eines absichtsvollen Umgangs mit
mehr Instabilität.

Interview: Timur Diehn


Peter Kruse zu Risiken und Chancen in der Wissensgesellschaft ...

  • Wir haben in den letzten Jahren wie verrückt die Vernetzung in der Welt erhöht. Wir haben alles dafür getan, dass
    Wirkungen keine Reichweitenbegrenzungen mehr haben. Ich bin als Entscheider in der Situation, dass ich Dinge
    verantworten muss, deren Reichweite ich schwer verantworten kann.
  • Diese hochgradige vernetzte Problematik kann ich nicht mehr mit den alten Strategien beantworten. Es gibt ein
    Interesse, Daten auf neue Art aufzubereiten, so dass ich als Entscheider in der Lage bin, selber aus den Daten die
    Muster zu erkennen, die mir dann gestatten, mit einer gewissen Logik zu entscheiden. Oder ich benutze kollektive
    Intelligenz.
  • Solange das Internet da ist, können Sie die Menschen nicht mehr an der Beteiligung hindern. Das Internet ist die
    permanente Aufforderung, sich einzumischen.
  • Die Idee der kommunikativen Macht in Netzen wird völlig missverstanden. Im Netzwerk sind Sie kommunikativ nur
    mächtig, wenn Sie Resonanz erzeugen. Im Management haben Sie aber die Vorstellung, mächtig aus Willen zu sein.
    Das heißt: Wenn Sie eine Marke kommunikativ nach vorne treiben wollen, dann erhöhen Sie den Werbedruck.
    Das große Thema war Präsenz und Aufmerksamkeit. Im Internet können Sie sich das nicht mehr kaufen.
    Ob Sie am Ende Wirkung bekommen oder nicht, ist eine Frage des Nachfragers, nicht des Senders.
  • Das sich wirklich Einlassen auf das Risiko eigendynamischer Prozesse in einer intern kaum überschaubaren Komplexität wäre für mich die Antwort auf die externe Komplexität.

Download des Videos (FLV, 84 MB)



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