Communicator-Preis:
Preisträgerin 2009

Jutta Allmendinger

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)


Jutta AllmendingerDas wissenschaftliche Interesse der 52-jährigen
Professorin für Soziologie gilt seit ihrer Promotion
an der Harvard University Themen von außer-
ordentlich hoher gesellschaftlicher Relevanz.
Bekannt geworden sind vor allem ihre Arbeiten
zu Fragen der Gleichstellung von Männern und
Frauen, die sie beispielsweise in ihrer Habilitation
am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und
an der Freien Universität Berlin sowie als Profes-
sorin an derLMU München anhand des Renten-
systems und der finanziellen Ungleichheit der
Geschlechter im Alter untersuchte.

In der Bildungsforschung zeigte Allmendinger – noch vor den Pisa-Studien – die in Deutschland besonders engen Zusammenhänge zwischen Bildung und sozialem Auf- und Abstieg auf und ging den vielfältigen Auswirkungen geringer Bildung auf die Gesundheit und Lebenserwartung oder die politische Partizipation nach. Der von ihr mitgeprägte Begriff "Bildungsarmut" ist längst zu einer Chiffre in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion geworden. Eng verbunden mit den Arbeiten zur Gleichstellung und Bildungsarmut sind schließlich Allmendingers Studien zur Arbeitsmarktpolitik, die sie als Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) durchführte.

Die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Arbeiten bringt Jutta Allmendinger seit mehr als einem Jahrzehnt auf vielfältige und sehr sichtbare Weise in die Medien und die Öffentlichkeit. Bestes Beispiel hierfür ist ihre Artikelserie "Frauen auf dem Sprung – Männer unter Druck?", die 2008 in der Zeitschrift Brigitte erschien. Mit ihr wurden die aktuellsten Forschungsergebnisse der Soziologin zum Zusammenhang von Geschlecht, Lebensentwurf und Lebenslauf von einem Millionenpublikum aufgenommen und diskutiert.

Auch ihre seit 2007 erscheinende Kolumne im Handelsblatt, eine Vielzahl von Beiträgen in den großen überregionalen Tages- und Wochenblättern sowie regelmäßige Auftritte in Hörfunk- und Fernsehsendungen sind Ausweis von Jutta Allmendingers großem medialen Engagement und von ihrer Fähigkeit, wissenschaftliche Sachverhalte publikumsnah und -wirksam darzustellen.

In all ihren Beiträgen und Vorträgen zeichnet sich die Soziologin dabei durch eine klare Sprache aus. Ihren "Mut zur unbequemen Wahrheit" hob auch DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner nach der Entscheidung der Jury für die diesjährige Preisträgerin hervor. "Mit Jutta Allmendinger wird eine charismatische Wissenschaftlerin und glänzende Wissenschaftsorganisatorin und -vermittlerin ausgezeichnet", so Kleiner. Für den Präsidenten des Stifterverbandes, Dr. Arend Oetker, ist es "ein wichtiges Signal in die wissenschaftliche Gemeinschaft", dass mit Allmendinger erstmals eine Sozialwissenschaftlerin den Communicator-Preis erhält. "Für die Sozialwissenschaften in Deutschland ist gerade in diesen schwierigen Zeiten der Dialog mit Politik und Gesellschaft essenziell. Jutta Allmendinger versteht sich darauf seit Jahren aufs Beste", erklärte Oetker.

Foto: David Ausserhofer/DFG

Download

Mehr Info

Preisträger