Communicator-Preis

Der „Communicator-Preis - Wissenschaftspreis des Stifterverbandes“

gilt in Deutschland als die wichtigste Auszeichnung für die Vermittlung

von wissenschaftlichen Ergebnissen in die Öffentlichkeit.


Mit dem Preis zeichnen Stifterverband und Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) seit dem Jahr 2000 Wissenschaftler aus, die ihre Fachgebiete und Forschungsarbeiten einem breiten Publikum vielfältig, originell und kreativ nahebringen und sich darüber hinaus um den immer notwendigeren Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit verdient machen.

Eine Jury aus Wissenschaftsjournalisten, Kommunikations- und PR-Fachleuten
kürt die Preisträger. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert.


Preisträger 2013: Metin Tolan

Metin TolanMetin Tolan ist seit 2001 Professor und Lehrstuhlinhaber für Experimentelle Physik an der TU Dortmund. Zuvor war er als Hochschulassistent und Privatdozent an der Universität Kiel tätig, an der er auch studiert und nach dem Diplom promoviert und sich habilitiert hatte. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Erforschung des Grenzflächenverhaltens von Polymeren, Biomaterialien, Flüssigkeiten und anderen "weichen Materialien" mit Röntgenstrahlung sowie die Nutzung von Synchrotronstrahlung für die Materialforschung, u.a. in dem von ihm  geleiteten Dortmunder Zentrum für Synchrotronstrahlung, das den Elektronenspeicherring "Delta" betreibt.

2008 erhielt er den Lehrpreis der TU Dortmund, 2010 wurde er von der Zeitschrift Unicum Beruf zum "Professor des Jahres" im Bereich Naturwissenschaften und Medizin ausgewählt. Seit 2008 ist Tolan zudem Prorektor seiner Hochschule, zunächst für Forschung, seit 2011 für Lehre.

Der 48-jährige Experimentalforscher hat originelle und vielfältige Vermittlungsformate entwickelt. Beispiele hierfür sind die Veranstaltungsreihe "Samstags: Zwischen Brötchen und Borussia – Moderne Physik für alle", die seit 2003 regelmäßig von mehreren Hundert Besucherinnen und Besuchern verfolgt wird, seine Internet-Blogs zur Physik des Fußballspiels oder seine erfolgreichen Sachbücher "Geschüttelt und gerührt – James Bond und die Physik" sowie "Die Titanic – Mit Physik in den Untergang".



In Hörfunk und Fernsehen ist Tolan als Gesprächspartner und mit eigenen Beiträgen regelmäßig zu Gast, in der Öffentlichkeit hat er in mehr als 500 Vorträgen allgemein bekannte Phänomene und Fragestellungen aus Geschichte, Alltag und Film aus der Perspektive des Physikers erklärt. Vorbildlich ist auch Tolans Engagement an Schulen, so etwa seinen regelmäßigen Physikunterricht an einer Dortmunder Realschule, an der der Großteil der Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund hat.

Bei allen seinen Vermittlungsaktivitäten greift Tolan immer wieder auch auf eigene Forschungsarbeiten und -ergebnisse zurück, beispielsweise auf seine materialwissenschaftlichen Forschungen zur Beschaffenheit von Stahl bei der Schilderung des Titanic-Untergangs oder auf seine Arbeiten zur Nutzung von Röntgenstrahlung für die Materialforschung in seinen Vorträgen zu Szenen aus James Bond-Filmen, in denen die Hauptfigur scheinbar durch Wände hindurchsieht.

Foto: Lutz Kampert/TU Dortmund


Die Preisverleihung findet am 2. Juli 2013 im Rahmen der DFG-Jahresversammlung in Berlin statt.