Duales Studium:
Studieneinrichtungen

Duale Studiengänge werden von verschiedenen Studieneinrichtungen angeboten.


Fachhochschulen zeichnen sich traditionell durch eine starke Praxisorientierung im Studium aus. Daher überrascht es nicht, dass sie in allen Bundesländern außer Baden-Württemberg die wichtigsten Anbieter dualer Studiengänge sind. Über die Hälfte der dualen Studiengänge in Deutschland werden von Fachhochschulen angeboten. Sie wiesen zuletzt auch besonders hohe Steigerungsquoten auf: Allein von 2010 bis 2011 haben die Fachhochschulen ihr Angebot an dualen Studienplätzen um 48 Prozent vergrößert.


Berufsakademien: Duale Studiengänge wurden zunächst ausschließlich an Berufsakademien angeboten. Die ersten staatlichen Einrichtungen dieser Art entstanden 1974 in Baden-Württemberg auf Initiative namhafter Unternehmen. Inzwischen gibt es weitere staatliche Berufsakademien in Sachsen und Thüringen sowie staatlich anerkannte Berufsakademien in privater Trägerschaft in Hamburg, Hessen, Niedersachsen, dem Saarland und Schleswig-Holstein. In all diesen Bundesländern sind die Berufsakademien berechtigt, den Abschluss "Bachelor" zu verleihen, sofern sie ihre Studiengänge nach den für Hochschulen geltenden Regeln akkreditieren lassen. Zwar gilt dieser Titel nicht als akademischer, sondern als staatlicher Abschluss. Er ist aber in den meisten Bundesländern dem Bachelorabschluss einer Hochschule gleichgestellt und eröffnet daher im Allgemeinen den Zugang zu einem Masterstudium. Einige Berufsakademien haben zudem Kooperationsvereinbarungen mit Hochschulen abgeschlossen, um ihren Absolventen einen akademischen Abschluss zu ermöglichen.

Auch in anderen Bundesländern gibt es Bildungseinrichtungen, die sich Berufs-
akademien nennen. Ihre Tätigkeit ist dort jedoch gesetzlich nicht geregelt. Häufig handelt es sich um Niederlassungen staatlich anerkannter Berufsakademien mit Sitz in einem anderen Bundesland, die den dortigen Regeln unterliegen und daher anerkannte Abschlüsse vergeben. Wo Berufsakademien ohne staatliche Anerkennung operieren, können Absolventen nur dann einen akademischen Abschluss erwerben, wenn die Einrichtung mit einer (in der Regel ausländischen) Hochschule kooperiert. Nur dann kann von einem dualen Studium im eigentlichen Sinne gesprochen werden. Bisher sind über 150 duale Studiengänge an staatlichen und staatlich anerkannten Berufsakademien in Deutschland dokumentiert.


Duale Hochschule Baden-Württemberg
Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) ist 2009 aus den acht baden-württembergischen Berufsakademien hervorgegangen. Sie ist die einzige staatliche Hochschule in Deutschland, die nur duale (praxisintegrierende) Studiengänge anbietet. Die 26.000 Studierenden der DHBW verteilen sich auf 22 Studiengänge mit 79 verschiedenen Studienrichtungen, 9.000 Betriebe engagieren sich als Praxispartner. Für die Studiengänge und Studierenden der DHBW gelten zahlreiche Sonderregelungen, die von dieser Handreichung nicht erfasst werden. Interessenten können sich direkt an die Beratungsstelle der DHBW wenden.