Frau Professorin Tippe, den Kern Ihres Campus' in Wildau bildet ein früherer Lokschuppen. Gab es bei Ihnen seit dessen Umwandlung in eine Hochschule schon einmal so große Veränderungen wie gerade jetzt?
Die TH Wildau gibt es bereits seit 35 Jahren, und sie hat in dieser Zeit natürlich verschiedene Wandlungen durchgemacht. Aber als Mathematikerin würde ich sagen: Unsere Entwicklung nimmt gerade einen exponentiellen Verlauf – sie nimmt richtig Fahrt auf.
„TH Wildau 2030“ heißt Ihr Strategieprozess. Worum geht es darin?
Der Prozess hat seine Wurzeln in der COVID-19-Pandemie. Wie viele andere Hochschulen haben auch wir uns damals gefragt, wie wir in Zukunft eigentlich arbeiten wollen. Unabhängig von möglichen digital gestützten Arbeitsweisen und -methoden standen wir vor der Aufgabe, unser sehr breit gefächertes Spektrum von Studiengängen und Fachrichtungen zu profilieren, das von Informatik über Verwaltungswissenschaften bis zu Managementstudiengängen reicht. Ein „Bauchladen“ sei das, wurde uns vor vielen Jahren von außen gelegentlich attestiert – aber genau in dieser Vielfalt von Disziplinen sahen wir eine große Chance: Die aktuellen gesellschaftlich relevanten Themen sind immer interdisziplinär. Die Herausforderung für uns bestand darin, diese Bandbreite an fachlichen Kompetenzen sinnvoll zusammenzuführen.