Rückenwind für Hürdenläufer

Ein Wettbewerb des Stifterverbandes zur Auszeichnung von Diversität unter den Geförderten des Deutschlandstipendiums

Derzeit werden rund 26.000 Studierende an über 300 Hochschulen mit einem Deutschlandstipendium gefördert. Neben der Auszeichnung von Talent und Leistung sowie sozialem Engagement sollen bei diesem Förderinstrument auch die besonderen sozialen, familiären oder persönlichen Umstände der Studierenden Berücksichtigung finden. Die durch dieses bildungsbiografische Auswahlkriterium geförderten Zielgruppen können beispielsweise Studierende mit Migrations- oder Fluchthintergrund, aus bildungsfernen Elternhäusern (Studienpioniere), mit körperlicher Beeinträchtigung oder mit betreuungsbedürftigen Angehörigen sein. Durch eine Fokussierung auf dieses Förderkriterium hat der Wettbewerb die individuellen Geschichten und Persönlichkeiten der Stipendiatinnen und Stipendiaten in den Vordergrund gerückt und den ganzheitlichen Leistungsbegriff des Stipendiums verdeutlicht.

Des Weiteren hat er aufgezeigt, welchen Stellenwert die bildungsbiografischen Merkmale der Studierenden für die Hochschulen besitzen und wie sie mit ihnen in der Praxis umgehen. Er hat deutlich gemacht, welche Maßnahmen die Hochschulen ergreifen, um die entsprechenden Zielgruppen zu identifizieren, in die Förderung aufzunehmen und durch begleitende Initiativen zu unterstützen. Mit dem Wettbewerb "Rückenwind für Hürdenläufer" hat der Stifterverband die besten und kreativsten Hochschulmaßnahmen zur Förderung von Diversität unter den Deutschlandstipendiaten identifiziert und ausgezeichnet.

 

Die Preisträger

  • Bei der Freien Universität Berlin waren die Themen Internationalität und Vielfalt bereits bei der Gründung die treibenden Werte und fortwährendes Leitbild. Dieser Geist findet sich heute nicht nur in dem Diversity Mission Statement der Universität wieder, sondern ist auch in sämtlichen Maßnahmen des Deutschlandstipendiums fest verankert. So ist das gesamte Bewerbungsverfahren komplett zweisprachig und individuelle Beratungsgespräche für besondere Zielgruppen können auf Englisch geführt werden. Persönliche Geschichten erfolgreicher Hürdenläufer werden kommunikativ gut begleitet und ermuntern zur Nachahmung. 
     
  • Die Universität Konstanz hebt durchweg den zugrunde liegenden ganzheitlichen Leistungsbegriff des Deutschlandstipendiums hervor. Bildungsbiographische Hürden werden dabei von einem stärkenorientierten Ansatz her betrachtet, da ihr erfolgreiches Meistern auf besondere (charakterliche) Qualitäten schließen lässt. Dies ist Sinnbild für die besonders wertschätzende und potenzialorientierte Sichtweise auf die bildungsbiographischen Besonderheiten der Studierenden. Durch ideelle Fördermaßnahmen in Workshops und Seminaren werden diese Stärken genutzt und auch im Dialog mit Förderern angeregt.
     
  • Die Hochschule Nordhausen hat ein überzeugendes Konzept vorgelegt, mit dem sie die besonderen sozialen, familiären oder persönlichen Umstände ihrer Studierenden künftig noch stärker berücksichtigen und dies durch einen konkreten Maßnahmenplan unterfüttern möchte. Derzeit sind zentrale Diversitätskennzahlen wie der Anteil internationaler Studierender noch steigerungsfähig. Dies soll künftig beispielsweise durch Einführung englischsprachiger Masterprogramme geändert werden. Des Weiteren sollen die Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt unter den Deutschlandstipendiaten Vorbild für eine Übertragung auf alle Studierende sein.
     
  • Die Technische Hochschule Nürnberg fokussiert sich mit ihrer Initiative "Mut zum Studium" auf eine ganz bestimmte Dimension von Vielfalt: Die Förderung der sogenannten Studienpioniere, also von Studierenden, die als Erste aus ihrer Familie ein Hochschulstudium aufnehmen. Das Herzstück dieses Programmes besteht aus einer Tandembeziehung, in der Stipendiaten aus nicht-akademischen Elternhäusern mehrere Semester lang von Stipendiaten höherer Semester betreut werden und anschließend selbst eine Mentorenrolle übernehmen können. So wird diesen Studierenden emotionaler Rückhalt und Unterstützung auf Augenhöhe angeboten.
     
  • Die Stiftung Studienfonds OWL hat die Berücksichtigung der sozialen, familiären oder persönlichen Umstände ihrer Studierenden unter ihren Stipendiaten in allen Prozessen des Deutschlandstipendiums fest verankert. Dies reicht von der Bewerbung bis hin zu begleitenden Maßnahmen während der Förderung und erstreckt sich auch in die Bereiche der Förderergewinnung, Pressearbeit und der Zusammenarbeit mit externen Einrichtungen. Ziel sämtlicher Maßnahmen ist es, Hemmschwellen zu überwinden, so dass sich Studierende ermutigt fühlen, sich um ein Deutschlandstipendium zu bewerben.
     

Die Preise wurden am 6. September 2019 im Rahmen der Jahresveranstaltung zum Deutschlandstipendium in Bielefeld verliehen.

 

Kontakt

Dr. Alexander Tiefenbacher

ist Projektleiter "Servicezentrum Deutschlandstipendium".

T 030 322982-514
F 030 322982-515

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