Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre: Acht Vorhaben ausgezeichnet
Insgesamt acht Vorhaben werden in diesem Jahr im Rahmen des Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre bedacht. Um die zunehmend digitalisierte Lehre zu unterstützen und weiterzuentwickeln, vergeben das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und der Stifterverband seit 2018 gemeinsam jährlich Fellowships an Lehrende, die an Hochschulen in staatlicher Trägerschaft des Freistaats Thüringen tätig sind.
Erstmals lag in diesem Jahr ein Schwerpunkt auf der Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit. Die Tandempartner konnten dabei entweder aus zwei Hochschulen oder unterschiedlichen Fachbereichen einer Hochschule kommen. Jedes der drei ausgezeichneten Tandem-Konzepte erhält bis zu 60.000 Euro, die fünf ausgewählten Einzelvorhaben werden mit bis zu 50.000 Euro gefördert.
Bei den geförderten Projekten spielen digitale Simulationen, die sensorbasierte Datenerhebung oder KI-gestützte Analysen ebenso eine Rolle wie interaktive Selbstlernmodule mit digitalen Lernpfaden für selbstgesteuertes Lernen. Dialogische Agenten werden erprobt, um Grundlagenlehre zu erleichtern und so mehr Raum für kritische Diskussion und Feedback zu geben. Der Trend zu KI-Anwendungen ist auch in der Hochschullehre deutlich zu beobachten: Die Erprobung unterschiedlicher Einsatzmöglichkeiten von KI-Tools, aber auch ein reflektierter Umgang mit KI-Technologien spielt in einer Vielzahl der unterstützten Projekte eine zentrale Rolle.
Thüringens Wissenschaftsminister Christian Tischner: "Wir treiben die Digitalisierung der Hochschullehre auch durch Förderung digitaler Innovationen in der Lehre konsequent voran. Unser Ziel ist es, neue Anwendungen und bewährte Erfahrungen schnell für alle Thüringer Hochschulen nutzbar zu machen. Dafür setzen wir auf eine enge Zusammenarbeit der Hochschulen und fördern künftig noch stärker hochschulübergreifende, interdisziplinäre Projekte."
Volker Meyer-Guckel, Generalsekretär des Stifterverbandes, fügt hinzu: "Die Anforderungen an Hochschulen verändern sich stetig. Umso wichtiger sind Lehrende, die Lernprozesse erfolgreich weiterentwickeln und Studierende auf die Zukunft vorbereiten. Das Interesse an den Fellowships zeigt, dass innovative Lehransätze auf breites Engagement treffen. Mit dem Programm eröffnen wir die Möglichkeit, neue Ideen zu erproben und nachhaltig in die Lehre einzubringen."
Die Fellowships 2026 im Überblick
Tandem-Fellowships
- LISZT – Lesen, Interpretieren, Schreiben: Zukunftsfähige Textpraxis mit KI
Dr. Benedikt Schubert, Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar
Dr. Susanne Stamm, Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar
- Crowd Education in der Entrepreneurship-Lehre
Prof. Dr. Anna N. Richter, Fachhochschule Erfurt
Prof. Dr. Heiko Haase, Ernst-Abbe-Hochschule Jena
- Agentic Read-Pair-Share: Eine webbasierte Plattform zur Förderung kritischer Lese- und KI-Kompetenz
Prof. Dr. Ines Engelmann, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Prof. Dr. Bernd Fröhlich, Bauhaus-Universität Weimar
Einzel-Fellowships
- Digitale Modellierung als epistemisches Rückgrat experimenteller Lehre im Chemielehramtsstudium
Prof. Dr. Tom Wagner, Friedrich-Schiller-Universität Jena
- KI-generierte Videovignetten zur Förderung professioneller Handlungskompetenz im dualen Lehramtsstudium Mathematik (KIVIMA)
Hannes Seifert, Universität Erfurt
- Werkzeugkasten Stadtmachen – Wohnungs- und Stadtentwicklung in der Klimakrise: interaktives OER-Selbstlernmodul zur methodischen Grundqualifizierung im Blended-Learning-Format
Dr. phil. Tabea Carlotta Latocha, Bauhaus-Universität Weimar
- DELTA-P: Delegated Teaching – KI als Lehrpartner in projektorientierter Hochschullehre
Prof. Dr. Rolf Kruse, Fachhochschule Erfurt
- Lokale KI-Anwendung im Bewegtbild-Studio
Ting-Chun Liu, Bauhaus-Universität Weimar
Digitale Werkzeuge spielen in der modernen Hochschullehre eine seit Jahren zunehmend wichtigere Rolle: Sie können das individuelle Lernen verbessern, neue Formate für den Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden eröffnen und die Wissensvermittlung erleichtern. Das Programm setzt gezielt Anreize, für digital gestützte Lehr- und Prüfungsformate und ihre Erprobung in der Praxis. Dazu zählen unter anderem Blended-Learning-Konzepte, Spiele und Simulationen, E-Prüfungen sowie der Einsatz Künstlicher Intelligenz. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem hochschulübergreifenden Austausch der Fellows, um Erfahrungen zu teilen und erfolgreiche Lehrinnovationen zu verbreiten. Eine Fachjury aus dem Bereich Lehrdidaktik und Hochschullehre wählt aus den eingereichten Projekten die Fellowshipträger aus und gibt eine Förderempfehlung ab. Zur Finanzierung der Projekte vergibt das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur jährlich insgesamt bis zu 500.000 Euro. Seit Start des Programms wurden bereits über 70 Fellowships gefördert.
Pressekontakt
Peggy Groß
ist Pressesprecherin des Stifterverbandes.
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Ansprechpartner im Thüringer Ministerium
für Bildung, Wissenschaft und Kultur:
Felix Voigt
T 0361 57-3411606
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