Vom Reden ins Handeln: Wo stehen wir heute?
Beim Netzwerktreffen im Jahr 2024 haben Sie betont, wie wichtig Kommunikation und gegenseitiges Verständnis für einen erfolgreichen Transfer sind. Wenn Sie heute auf die aktuelle Diskussion schauen: Wie hat sich das Verständnis von gesellschaftlich relevantem Transfer weiterentwickelt – und wo sehen Sie die größten Hebel für die kommenden Jahre?
Das Netzwerktreffen hat eine beeindruckende Anzahl an gesellschaftlich relevanten Transferinitiativen gezeigt – von Präsenzstellen auf dem Land bis hin zu Wissenschaftshäusern in den Städten, von Formaten für Kinder und Jugendliche bis hin zu Angeboten für Seniorinnen und Senioren. Gleichzeitig hat der Geschäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung, Dr. Felix Streiter, in seinem Grußwort meines Erachtens zu Recht betont, dass der Transfer zwischen Wissenschaft und Gesellschaft auf der politischen Ebene noch nicht die Bedeutung hat, die er haben müsste. Das mag daran liegen, dass die nachhaltige Wirkung hier im Vergleich schwerer messbar ist als bei leicht zu quantifizierenden wirtschaftlichen Erfolgen. Letztere sind jedoch nur möglich in einer aufgeklärten, demokratischen Gesellschaft. Ein wesentlicher Hebel ist für mich daher eine partizipativ gestaltete Wissenschaftskommunikation, die in Zeiten von Desinformation und wahrgenommener Polarisierung aufklärt, inspiriert und den Nutzen von Wissenschaft im Alltag erlebbar macht.