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​​3 Fragen an Prof. Dr. Stefanie Molthagen-Schnöring

Graphic Recording des 4. VP-Netzwerktreffens vom 13. November 2025 (Illustration: Miriam Barton)
Graphic Recording des 4. VP-Netzwerktreffens vom 13. November 2025 (Illustration: Miriam Barton)
Prof. Dr. ​Stefanie Molthagen-Schnöring​, Vizepräsidentin für Forschung, Transfer und Wissenschaftskommunikation, HTW Berlin (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Hochschule
Transfer
Interview
Text
Elena Hungerland
Elena Hungerland
Elena Hungerland
Veröffentlicht
16.02.2026

​Beim Netzwerktreffen der Transferverantwortlichen 2025 diskutierten Leitungspersonen von Hochschulen aus ganz Deutschland über die Rolle von Transfer als gesellschaftliche Aufgabe und Profilierungsdimension an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Im Gespräch reflektiert Molthagen-Schnöring, was sich seit dem letzten Treffen bewegt hat, wo Hochschulen heute besonders gefordert sind und welche Impulse sie mitnimmt.​

Vom Reden ins Handeln: Wo stehen wir heute?

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Beim Netzwerktreffen im Jahr 2024 haben Sie betont, wie wichtig Kommunikation und gegenseitiges Verständnis für einen erfolgreichen Transfer sind. Wenn Sie heute auf die aktuelle Diskussion schauen: Wie hat sich das Verständnis von gesellschaftlich relevantem Transfer weiterentwickelt – und wo sehen Sie die größten Hebel für die kommenden Jahre?

​Das Netzwerktreffen hat eine beeindruckende Anzahl an gesellschaftlich relevanten Transferinitiativen gezeigt – von Präsenzstellen auf dem Land bis hin zu Wissenschaftshäusern in den Städten, von Formaten für Kinder und Jugendliche bis hin zu Angeboten für Seniorinnen und Senioren. Gleichzeitig hat der Geschäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung, Dr. Felix Streiter, in seinem Grußwort meines Erachtens zu Recht betont, dass der Transfer zwischen Wissenschaft und Gesellschaft auf der politischen Ebene noch nicht die Bedeutung hat, die er haben müsste. Das mag daran liegen, dass die nachhaltige Wirkung hier im Vergleich schwerer messbar ist als bei leicht zu quantifizierenden wirtschaftlichen Erfolgen. Letztere sind jedoch nur möglich in einer aufgeklärten, demokratischen Gesellschaft. Ein wesentlicher Hebel ist für mich daher eine partizipativ gestaltete Wissenschaftskommunikation, die in Zeiten von Desinformation und wahrgenommener Polarisierung aufklärt, inspiriert und den Nutzen von Wissenschaft im Alltag erlebbar macht.

Prof. Dr. ​Stefanie Molthagen-Schnöring​, Vizepräsidentin für Forschung, Transfer und Wissenschaftskommunikation, HTW Berlin (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Prof. Dr. ​Stefanie Molthagen-Schnöring​, Vizepräsidentin für Forschung, Transfer und Wissenschaftskommunikation, HTW Berlin (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Foto: Elena Hungerland/Stifterverband
Prof. Dr. ​Stefanie Molthagen-Schnöring​, Vizepräsidentin für Forschung, Transfer und Wissenschaftskommunikation, HTW Berlin

 

Brücken schlagen zwischen Wirtschaft und Gesellschaft

 
​Das Netzwerktreffen im Jahr 2025 stellte die Frage, wie sich wirtschaftsnaher und gesellschaftlicher Transfer besser verbinden lassen. Welche Ansätze zeigen aus Ihrer Sicht, dass diese beiden Perspektiven keine Gegensätze sein müssen – und was braucht es, damit Hochschulen daraus echte Profilierungskraft entwickeln können?

​Aktuell diskutieren wir den wirtschaftsbezogenen Transfer wieder sehr intensiv, beispielsweise über den Transferkanal Ausgründungen. Je komplexer aber die Technologiefelder werden, desto wichtiger ist es, ihre Wirkungsweisen und ihren gesellschaftlichen Nutzen zu erklären. KI ist ein gutes Beispiel: Sie verändert gerade mit rasanter Geschwindigkeit unsere Arbeit und unser Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zu diesem Thema forschen, sind in der Wirtschaft sehr gefragt, wobei jede Wirtschaftsvertreterin und jeder Wirtschaftsvertreter KI zugleich im privaten Alltag nutzt. In vielen Transferprojekten sehen wir zudem, wie wichtig es ist, unterschiedliche Perspektiven in die Lösungsfindung einzubinden. Das sind neben Wirtschaft und Zivilgesellschaft auch Verwaltung und Politik, wenn es darum geht, Innovationen in die Umsetzung zu bringen. Hochschulen können solche Prozesse anstoßen und orchestrieren, da sie häufig sehr gut in regionale Innovationsökosysteme eingebunden sind und Kontakte zu den verschiedenen Gruppen haben. Ich halte einen breiten Transferbegriff, der verschiedene Transferfelder und Anspruchsgruppen miteinander verbindet, daher nicht für hinderlich, sondern für förderlich.

Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025 (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025 (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Foto: Elena Hungerland/Stifterverband
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025 (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025 (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Foto: Elena Hungerland/Stifterverband
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025 (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025 (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Foto: Elena Hungerland/Stifterverband
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025 (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025 (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Foto: Elena Hungerland/Stifterverband
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025 (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025 (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Foto: Elena Hungerland/Stifterverband
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025 (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025 (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Foto: Elena Hungerland/Stifterverband
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025 (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025 (Foto: Elena Hungerland/Stifterverband)
Foto: Elena Hungerland/Stifterverband
Impressionen vom Netzwerktreffen Transfer 2025

 

Rückblick mit Ausblick

 
​Wenn Sie auf das Netzwerktreffen 2025 zurückblicken: Was nehmen Sie persönlich mit? Gab es Momente, Gespräche oder Impulse, die Sie besonders inspiriert haben oder die Sie in Ihrer Arbeit an der HTW Berlin weiterverfolgen möchten?

​​Mich beeindruckt bei den Netzwerktreffen immer wieder die große Offenheit, mit der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Erfolge, aber auch über Herausforderungen im Transfer sprechen. Interessant fand ich, dass im Open Space nach wie vor ein besonderes Interesse an den beiden Themenfeldern „Anreize“ und „Indikatoren“ bestand, die uns an der HTW Berlin auch umtreiben. In finanziell herausfordernden Zeiten, wie wir sie gerade an deutschen Hochschulen erleben, müssen wir besonders aufpassen, dass Transfer keine Zusatzaufgabe wird, sondern gut in die Kernaufgaben der Wissenschaftseinrichtungen integriert ist. Das gelingt meiner Meinung nach, wenn man ihn nicht als dritte Säule parallel zu Lehre und Forschung begreift, sondern quasi als querliegende Säule. Ich möchte mich an der HTW Berlin, aber auch in landes- und bundespolitischen Kontexten dafür einsetzen, dass diejenigen, die sich stark für den Transfer engagieren, dafür mehr Zeit und Anerkennung finden.​

Programm: ​Beim vierten Netzwerktreffen der Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten für Transfer am 13. November 2025 in Berlin diskutierten Leitungspersonen aus Hochschulen in ganz Deutschland über die Rolle von Transfer als gesellschaftliche Aufgabe und mögliche Profilierungsdimension. Gastgeberin war die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

Förderpartner: ​Carl-Zeiss-Stiftung

Stefanie Molthagen-Schnöring: Wie Kooperation im Transfer gelingt

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Stefanie Molthagen-Schnöring
Stefanie Molthagen-Schnöring
Interview beim Netzwerktreffen für die transferverantwortliche Leitungsebene an Hochschulen vom 7. November 2024

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