Ars legendi-Fakultätenpreis Wald- und Forstwissenschaften
Zum dritten Mal loben der Stifterverband, der Forstliche Fakultätentag und der Fachbereichstag der forstlichen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften gemeinsam mit der Sattelmühle-Stiftung und der Eva Mayr-Stihl Stiftung eine Auszeichnung für exzellente Hochschullehre in den Wald- und Forstwissenschaften aus. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.
Ausschreibung 2026
Der Preis soll die besondere Bedeutung der Hochschullehre für die Ausbildung des Nachwuchses in den forstlichen Studiengängen sichtbar machen und einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Hochschullehre zu engagieren und diese über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern. Gleichzeitig soll die Qualität der Lehre als zentrales Gütekriterium und strategisches Ziel des Qualitätsmanagements der Hochschulen stärker verankert werden.
Die Auszeichnung wird an herausragende und innovative Lehrpersönlichkeiten an forstlichen Fakultäten und Fachbereichen in Deutschland für ihre außergewöhnliche, über den eigenen Standort hinaus sichtbar wirkende Leistung verliehen:
- Leistung in der Lehre, Curriculumsentwicklung, Beratung und Betreuung der Studierenden;
- Leistung in der Entwicklung und dem erfolgreichen Einsatz von Lehr- und Lernmaterialien;
- Leistung in der Entwicklung und Implementierung innovativer Prüfungsmethoden.
Der Kandidat/die Kandidatin sollte möglichst viele der folgenden Kriterien erfüllen:
- Die Lehre (Lehrveranstaltungen, Prüfungen, Beratung und Betreuung) ist von herausragender Qualität.
- Die Lehre ist innovativ und interdisziplinär und hat über den eigenen Wirkungskreis hinaus Impulse für die Weiterentwicklung der Lehre und die Studienreform gegeben.
- Der Kandidat/die Kandidatin engagiert sich nachhaltig, langfristig und erfolgreich für gute Lehre.
- Der Kandidat/die Kandidatin zeichnet sich durch hohe Professionalität in der Lehre aus.
- Der Kandidat/die Kandidatin hat aktuelle Forschungserfahrung in für die Lehre relevanten und aktuellen Themenstellungen.
Diese Kriterien verstehen sich als Orientierungsrahmen. Werden einzelne Kriterien nicht erfüllt, so ist dies kein Hinderungsgrund für die Verleihung des Preises.
Das Vorschlagsrecht für die Kandidaten/Kandidatinnen haben:
- Mitglieder des Forstlichen Fakultätentages der Universitäten oder des Fachbereichstages der Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Deutschland, vertreten durch das jeweilige (Studien-)Dekanat
- Fachschaften der forstlichen Studiengänge an den Universitäten/an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften
Darüber hinaus sind auch Eigenbewerbungen zulässig.
Unabhängig davon, von welcher Seite die Bewerbung eingereicht wird, müssen jeder Nominierung/Bewerbung drei inhaltliche Stellungnahmen beigefügt werden: der Fakultät/des Fachbereichs, der Fachschaft und der nominierten Person.
Die vollständigen Bewerbungsunterlagen sind gesammelt als eine PDF-Datei bis zum 27. März 2026 per E-Mail an folgende Adresse zu senden: ars.legendi@stifterverband.de
Über die Vergabe des Preises entscheidet eine Jury aus Expertinnen und Experten der Lehre in den Wald- und Forstwissenschaften, Studierenden sowie Vertretern und Vertreterinnen der Fakultäten und Fachbereiche voraussichtlich bis Mitte Mai 2026. Die Preisverleihung ist für den 4./5. Juni 2026 im Rahmen der Forstvereinstagung in Rostock geplant.
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Kontakt
Dr. Alexander Tiefenbacher
ist Projektleiter im Stifterverband.
T 030 322982-514
Die bisherigen Preisträger
Mit Paul Magdon von der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen würdigt die Jury aus Fachvertreterinnen und Fachvertretern einen Hochschullehrer, der bereits in einem frühen Stadium seiner Laufbahn zentrale Impulse für eine moderne und praxisorientierte Lehre gesetzt hat.
Seit seiner Berufung 2022 hat Paul Magdon an der HAWK Göttingen die forstliche Lehre maßgeblich weiterentwickelt. Seine Lehrveranstaltungen verbinden aktuelle Themen wie Fernerkundung, Drohneneinsatz und KI-gestütztes Monitoring mit klarer didaktischer Struktur, Digitalisierung und vor allem mit starkem Praxisbezug.
Gleich nach seinem Wechsel an die HAWK gestaltete er die Reakkreditierung forstlicher Studiengänge mit. Inzwischen ist Paul Magdon verantwortlich für zehn Lehrmodule. Mit der Einführung innovativer Prüfungsformate – etwa der Kombination aus E-Klausuren und berufspraktischen Elementen – sowie dem Aufbau neuer Lehrinfrastrukturen wie eines Drohnenlabors leistet er hier einen wichtigen Beitrag zur Profilbildung der forstlichen Studiengänge. Auch seine internationalen Aktivitäten, darunter Austauschprogramme, Schulungen und Workshops für Studierenden, unterstreichen sein Engagement für eine zukunftsorientierte Lehre.
Die Jury hob besonders Paul Magdons reflektiertes Verständnis erfolgreicher Lernprozesse hervor. Seine Lehre orientiert sich an wissenschaftlichen Prinzipien wie Transparenz, Objektivität und Wiederholbarkeit und fördert zugleich Teamarbeit, kritisches Denken und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Studierende, Kolleginnen und Kollegen und das Dekanat schätzen seine hohe Selbstreflexion, sein kontinuierliches Engagement und seine Begeisterung für die Lehre.
Die Preisverleihung fand am 2. Oktober 2025 auf der Forstwissenschaftliche Tagung (FowiTa) an der Universität Freiburg statt.
Professor Christian Zang von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wurde durch die Jury aus Fachvertreterinnen und Fachvertretern ausgewählt. Damit fiel die Wahl auf einen hervorragenden Hochschullehrer, der mit innovativer Lehre und besonderem Engagement für die Studierenden überzeugt, durch seinen progressiven Lehransatz aktuelle Forschungserfahrung direkt an die Studierenden weitergibt und mit seinem großen Engagement über die eigene Lehre hinaus wirkt.
Insbesondere Zangs Fähigkeiten im Bereich der Digitalisierung ermöglichen innovative Formen der interdisziplinären Lehre. Unterstützt durch diverse technische Innovationen, fördert er die Kompetenz der Studierenden in der Auswertung komplexer Daten nachhaltig. Die Integration von Daten und deren Auswertung in die Lehre hebt seine Ausbildung auf ein neues Niveau und besitzt eine hohe Strahlkraft auch für andere Fächer und das gesamte Curriculum am Standort.
Christian Zang gehört zu einem der forschungsstärksten Professoren an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Seine Forschungsergebnisse lässt er kontinuierlich in seine Lehre einfließen, gibt aktuelle Forschungserfahrungen direkt an die Studierenden weiter und ermöglicht so einen schnellen und unmittelbaren Wissenstransfer. Dies spiegelt sich in einer überzeugten Studierendenschaft wider, was beste Lehrbewertungen und eine hohe Beliebtheit als Betreuer von Abschlussarbeiten belegen.
Beeindruckend ist Professor Zangs außergewöhnliche Breite an Lehrveranstaltungen in verschiedenen Bachelor- und Masterstudiengängen, sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache. Als Studiendekan des Studiengangs "Forstingenieurwesen" und des neu eingerichteten Studiengangs "Arboristik und urbanes Waldmanagement" wirkt er zudem über die eigenen Veranstaltungen hinaus.
Die Preisverleihung fand am 15. Oktober 2024 bei der Stiftung Sattelmühle auf dem Forstgut Sattelmühle statt.
Die Initiatoren des Ars legendi-Fakultätenpreises Wald- und Forstwissenschaften danken der Sattelmühle-Stiftung und der Eva Mayr-Stihl Stiftung für die freundliche Unterstützung.