Wissenschaftspreis:
Forschung im Verbund

Gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft zeichnet der Stifterverband exzellente Verbundprojekte der angewandten Forschung aus.

Der mit 50.000 Euro dotierte Wissenschaftspreis "Forschung im Verbund" prämiert Arbeiten, bei denen Fraunhofer-Institute mit der Wirtschaft und/oder anderen Forschungsorganisationen kooperiert haben.
Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen.

 

Preisträger 2020

Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT
Dr. Arnold Gillner, Martin Reininghaus und Dr. Johannes Finger

Schepers GmbH & Co. KG
Dr. Stephan Brüning

Matthews International GmbH
Dr. Gerald Jenke

EdgeWave GmbH Innovative Laser Solutions
Dr. Keming Du

LIMO GmbH
Dr. Manfred Jarczynski

 

Paradigmenwechsel in der Fertigung: Bei der Laserstrukturierung von Oberflächen setzt ein Forscherteam unter Beteiligung des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT aus Aachen erstmals eine Vielzahl von Laserstrahlen als Werkzeuge gleichzeitig ein. Das beschleunigt den Prozess – und schafft neue Einsatzmöglichkeiten.

Ultrakurzpulslaser für Großbauteile

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Video: Fraunhofer

Die Laserstrukturierung mit Ultrakurzpulslasern ermöglicht die Herstellung funktionaler Mikro- und Nanostrukturen in beliebige Oberflächen. Da hierbei üblicherweise nur ein Strahl einer Laserstrahlquelle die Arbeit verrichten, war dieser Ansatz für die Mikro- und Nanostrukturierung großer Prägewalzen, mit denen sich wiederum Strukturen in Stoffe, Leder oder Karton prägen lassen, zu zeitaufwändig und damit zu teuer. Prägewalzen wurden daher bislang über Ätzprozesse hergestellt. Umwelttechnisch alles andere als ideal – aber es fehlte bislang eine wirtschaftliche Alternative.

Eine "Kooperation" der ganz eigenen Art lässt die Laserstrukturierung erstmals rentabel werden. Der Clou: Statt nur einen ultrakurz gepulsten Laserstrahl über die Oberfläche zu lenken, wird die Laserenergie in eine Vielzahl von Laserstrahlen gleicher Leistung aufgeteilt. Genauer gesagt: In 200 Teilstrahlen. Durch ein spezielles optisches System lassen sich diese einzeln schalten und in ihrer Leistung modulieren, so dass ein neues digital steuerbares Werkzeug entsteht. Da viele "Werkzeuge" gleichzeitig die Oberfläche bearbeiten, ist der Prozess um ein vielfaches schneller als der herkömmliche Laserbearbeitungsprozess. Erstmalig lassen sich somit auch große Bauteile unter wirtschaftlichen Randbedingungen bearbeiten.

Foto: Fraunhofer/Bildschön
Stellvertretend für die Preisträger nahm Dr. Arnold Gillner die Urkunde entgegen.
Foto: Fraunhofer/Bildschön
Die Preisverleihung fand im Rahmen der Fraunhofer-Jahrestagung als Digitalevent statt.
Foto: Fraunhofer/Bildschön
Preisverleihung mit Fraunhofer-Vorstandsmitglied Prof. Dr.-Ing. Reimund Neugebauer (re.)
Foto: Fraunhofer/Bildschön
Stifterverband-Generalsekretär Prof. Dr. Andreas Schlüter bei der Preisverleihung
Foto: Fraunhofer/Bildschön
Dr. Arnold Gillner bei der Preisverleihung am 9. Oktober 2020 im Fraunhofer-Forum Berlin
Foto: Fraunhofer/Banczerowski
Drei der Preisträger: Martin Reininghaus, Dr. Arnold Gillner und Dr. Johannes Finger (v.li.) vom Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT
Foto: Fraunhofer/Banczerowski
Bei der Laserstrukturierung von Oberflächen setzt das Forscherteam erstmals eine Vielzahl von Laserstrahlen als Werkzeuge gleichzeitig ein.