Hochschul-Barometer

Wohin steuert das deutsche Hochschulsystem? Das Hochschul-Barometer gibt Antworten aus Sicht der Hochschulleitungen. Ein gemeinsames Projekt von Stifterverband und Heinz Nixdorf Stiftung.

Website zum Hochschul-Barometer

Die Hochschulen in Deutschland gewinnen Gestaltungsspielräume. Ihre Strategien und Maßnahmen beeinflussen zunehmend gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen. Für das Hochschul-Barometer wendet sich der Stifterverband einmal im Jahr an alle Hochschulleitungen in Deutschland und bittet sie um ihre Einschätzungen zur aktuellen Lage der Hochschulen, drängenden Herausforderungen und geplanten Entwicklungen. Jedes Jahr liegt der Schwerpunkt auf Themen mit besonders hoher Relevanz, im kommenden Hochschul-Barometer auf den Förderbedarfen für die Hochschullehre. Die gesamte Studie wird im Herbst 2019 veröffentlicht.

 

Erste Ergebnisse des Hochschul-Barometers 2019

Hochschulen öffnen sich für Innovationsprozesse

Der enge und wechselseitige Austausch von Hochschulen mit Akteuren aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ist ein wichtiger Motor für Innovationen und stärkt die Basis einer modernen Wissensgesellschaft. Vor dem Hintergrund neu entstehender Konzepte der Zusammenarbeit verschiedener Akteure im Rahmen von Open Science und Open Innovation hat der Stifterverband die Hochschulen zu aktuellen Entwicklungen befragt.
 

Mehrheit der Hochschulen forscht mit Partnern aus der Wirtschaft zu gesellschaftlichen Herausforderungen

Das Hochschul-Barometer 2019 bestätigt, dass die große Mehrheit der deutschen Hochschulen (71 Prozent) an Innovationsverbünden beteiligt ist. Dort arbeiten verschiedene wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Partner gemeinsam an übergreifenden Forschungsthemen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Beispiele für Strukturen von Innovationsverbünden sind Cluster-Initiativen oder Industry-on-Campus-Modelle. Gemessen an den strategischen Innovationsfeldern, die die Hightech-Strategie der Bundesregierung als wegweisend für den Standort Deutschland benennt, beteiligen sich die Hochschulen am stärksten an Verbünden zu den Themen "Nachhaltig Wirtschaften und Energie" sowie "Digitale Wirtschaft und Gesellschaft". Fast jede zweite Hochschule ist jeweils in entsprechenden institutionalisierten Innovationspartnerschaften aktiv. Unter den Hochschultypen sind staatliche Hochschulen, vor allem die Universitäten, viel häufiger an diesen Verbünden beteiligt als private oder spezialisierte Hochschulen.

 
Hochschulen offen für neue Kooperationsformen

Neben der thematischen Ausrichtung entwickelt sich auch die Art und Weise der Zusammenarbeit von Hochschulen mit Unternehmen und der Zivilgesellschaft immer weiter.

Nach Meinung der Hochschulleitungen zeichnet sich aktuell ein Paradigmenwechsel ab. Traditionelle Transferansätze zwischen Hochschulen, Unternehmen und gesellschaftlichen Gruppen begreifen Hochschulen als Ort der Forschung und die Partner als Verwerter fertiger und zum Teil patentierter Forschungsergebnisse. Ein neueres Verständnis sieht dagegen eine strategische Öffnung von Forschungs- und Innovationsprozessen (Open Innovation) vor. Hier werden die Partner in Forschungsprozesse einbezogen. Forschungsideen werden gemeinsam entwickelt, die Wissens- und Ideenbasis erweitert, die Ergebnisse anschließend partnerschaftlich verwertet. Das Hochschul-Barometer 2019 zeigt, dass bereits zwei von drei staatlichen und jede dritte nicht-staatliche Hochschule neue Kooperationsformen für die Zusammenarbeit mit Unternehmen und/oder mit der Zivilgesellschaft ausprobieren. Beispiele sind Innovationsplattformen, Crowdsourcing-Projekte, Reallabore oder Co-Creation-Labs.

 

Hochschulen für neue Indikatoren zur Erfolgsmessung von Kooperation und Transfer

An vielen Hochschulen fehlt es jedoch noch an interner wie externer Sichtbarkeit dieser Forschungs- und Transferleistungen. Vor dem Hintergrund dieser neuen Kooperationsformen und eines erweiterten Verständnisses von Transfer stehen Hochschulen deshalb vor der Herausforderung, Transfer mit seinen oftmals diversen Interaktionen mit verschiedenen Teilen der Gesellschaft zu erfassen und geeignete Kriterien für die Bewertung zu finden.

Das Hochschul-Barometer 2019 zeigt, dass Transfer nicht mehr nur noch im Sinne eines klassischen Technologietransfers verstanden wird. So bewerten acht von zehn Hochschulleitungen wissenschaftskommunikative Maßnahmen und gesellschaftliches Engagement als wichtige Indikatoren für Transfererfolg. Traditionelle und regelmäßig erfasste Transferindikatoren zu Gründungen und Schutzrechten (Patente) werden weniger häufig als wichtig für den Transfererfolg genannt. Das zeigt, dass Hochschulen ihr Transferverständnis weiten, und nicht nur Technologietransfer sonders den umfassenderen Austausch mit der Gesellschaft als Transferaufgabe wahrnehmen.

Hochschul-Barometer 2018

Wie schätzen Hochschulleiter im Jahr 2017 die Lage und die zukünftigen Entwicklungen ihrer Hochschulen ein? Welche Veränderungen lassen sich seit der ersten Befragung im Jahr 2011 feststellen? Antworten darauf gibt der Stifterverband-Index für die deutschen Hochschulen, der anhand von 17 Indikatoren die Einschätzungen der Rektoren und Präsidenten zur aktuellen Situation und die Erwartungen für die nächsten fünf Jahre abbildet. Erfasst werden rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen, Außenbeziehungen sowie die Wettbewerbsfähigkeit in Forschung und Lehre.

Außerdem stehen in dieser Ausgabe die Themen Regionale Hochschulkooperationen, Open Science und Stiftungsprofessuren im Vordergrund. Wie steht es mit regionaler Hochschulkooperation und wie soll sie sich auch Sicht der Hochschulleitungen in Zukunft entwickeln? Welche Chancen sehen Hochschulen in der Zusammenarbeit mit unüblichen Akteuren? Wie bewerten die Hochschulleitungen das Förderinstrument Stiftungsprofessuren?

Insgesamt ist die Stimmung unter den Rektoren und Präsidenten eher positiv. Der Blick in die Zukunft fällt etwas optimistischer aus als im Jahr zuvor. Die aktuelle Situation bewertet die Mehrheit der Leitungen ähnlich positiv wie im Vorjahr. Die Ergebnisse unterscheiden sich jedoch stark nach einzelnen Indikatoren sowie nach Hochschultyp, Trägerschaft und Größe.

Kontakt

Dr. Pascal Hetze

leitet im Stifterverband den Programmbereich 
"Analysen und Innovationspolitik".

T 030 322982-506
F 030 322982-515

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