Vom Mangel zur Chance
Empfehlungen zum Berufswechsel ins Lehramt
Der Seiteneinstieg in den Lehrberuf ist eine Maßnahmen, die konkret dazu beiträgt, schnell mehr Personen in den Schuldienst zu bringen. Dazu braucht es allerdings nicht nur die formale Möglichkeit, die in den meisten Bundesländern existiert, sondern Rahmenvereinbarungen, nachhaltige Strukturen sowie adressatengerechte Qualifizierungen, die sicherstellen, dass die nötigen Kompetenzen für das komplexe Tätigkeitsfeld erworben werden und die Integration ins Schulleben erleichtert. So gestaltet, kann der Seiteneinstieg aus Sicht des Stifterverbandes nicht nur einen quantitativen Beitrag zur Lehrkräfteversorgung leisten, sondern darüber hinaus das Schul- und Bildungssystem durch neue Perspektiven und Kompetenzen bereichern.
Mit den im März 2026 veröffentlichten Empfehlungen zum Berufswechsel ins Lehramt will die Allianz für Lehrkräfte der Zukunftsmission Bildung des Stifterverbandes die Forderung untermauern, länderübergreifende Standards für den Seiteneinstieg zu etablieren.
Die Empfehlungen wurden im Rahmen der Arbeitsgruppe "Seiteneinstieg" entwickelt, in der sich Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen und Phasen der Lehrkräftebildung unter dem Dach der Allianz für Lehrkräfte zusammengeschlossen haben. Auf der Fachtagung "Next practice" des Deutschen Vereins zur Förderung der Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung e.V. (DVLfB) vom 16. bis 18. Oktober 2025 im Landesinstitut für Schule NRW in Soest wurden sie mit weiteren Akteurinnen und Akteuren der Lehrkräfte(fort-)bildung diskutiert und Ergänzungen dazu erarbeitet.
Die Empfehlungen im Überblick
- Rund jede zehnte neu eingestellte Lehrkraft im Bundesdurchschnitt hat den Seiteneinstieg genutzt – ohne systematische Begleitmaßnahmen droht eine De-Professionalisierung an den Schulen.
- Es braucht insbesondere: grundlegende berufsvorbereitende Qualifizierungskurse vor dem Unterrichtseinsatz, zielgruppenspezifische berufsbegleitende Qualifizierungselemente sowie Mentoring an den Schulen zum Berufseinstieg.
- Die Programme müssen strukturell abgesichert werden und sollten phasenverbindend konzipiert werden, um der weiteren Versäulung in der Lehrkräftebildung entgegenzuwirken.
- Die Bundesländer sind in der Verantwortung, die bestehenden Programme für den Seiteneinstieg entsprechend weiterzuentwickeln und auf solide nachhaltige Füße zu stellen. Denn gut qualifiziert sind Berufswechsler auch langfristig ein Gewinn für die Schulen.
- Die Bildungsministerkonferenz sollte länderübergreifende Qualitätsstandards als zentralen Orientierungspunkt dafür festlegen.
DIE AUTORINNEN UND AUTOREN
- Dr. h.c. Peter Daschner, Landesschulrat a.D., Hamburg, Deutscher Verein zur Förderung der Lehrinnen und Lehrerfortbildung e.V.
- Dr. Peggy Germer, Zentrum für Lehrerbildung, Schul- und Berufsforschung, TU Dresden
- Dr. Stefanie Hagenmüller, Stiftung Würth, Baden-Württemberg
- Dr. Stefan Sorge, Allianz für Lehrkräftebildung Schleswig-Holstein
- Prof. Dr. Dietlinde H. Vanier, TU Braunschweig
- Christina Siebert-Husmann, Allianz für Lehrkräfte, Stifterverband, Essen
Kontakt
Christina Siebert-Husmann
ist Programmmanagerin im Bereich "Programm und Förderung".
T 0201 8401-282