Was gewinnen wir durch Open Science und Open Innovation?

Das Konzept der strategischen Offenheit und seine Relevanz für Deutschland

Innovation und Wissenschaft haben in Deutschland einen hohen Stellenwert. Wirtschaft, private Wissenschaftsförderer und der Staat arbeiten bei der Förderung der beiden Bereiche eng zusammen. Gemeinsam haben sie ihre Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in den letzten Jahren deutlich gesteigert. Der Erfolg lässt sich auch in verschiedenen aktuellen internationalen Vergleichsstudien ablesen, in denen Deutschland einen der führenden Plätze einnimmt.

Um den Erfolg auch langfristig zu sichern, müssen wir jedoch mehr Neues wagen. Die digitale Transformation beschleunigt Innovationszyklen und verändert Innovationsprozesse. Zugleich gewinnen die Plattformökonomie, Netzwerke und Innovationsökosysteme an Bedeutung, in denen branchen- und disziplinenübergreifend kooperiert wird. Hier hat Deutschland Nachholbedarf.

Wie können wir also das Innovationssystem für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft so gestalten, dass es sowohl Lösungen für die gesellschaftlich relevanten Fragen hervorbringt als auch rasch neue Märkte für zukünftige Wertschöpfung erschließen kann?

Eine Antwort auf die Anforderungen kann die strategische Öffnung von Wissenschaft und Innovation sein, das heißt, eine an die jeweiligen Gegebenheiten der Branche und Disziplin angepasste Offenheit. An vielen Stellen werden bereits entsprechende Modelle erprobt, die Partner aus unterschiedlichen Sektoren zusammenführen, Zivilgesellschaft einbinden und Transparenz über die Wissensproduktion schaffen: Unternehmen und Forschungseinrichtungen öffnen sich für externe Wissensgeber. Initiativen aus der Wissenschaft heraus stärken die Validierung wissenschaftlicher Ergebnisse und Methoden. Frei zugängliche Daten und Forschungsergebnisse schaffen Möglichkeiten für eine effektive Nachnutzung.

Öffnung ist jedoch kein Selbstzweck und braucht Regeln. Denn mühsam erworbenes Know-how ebenso wie persönliche Daten müssen vor ungewollten Zugriffen geschützt bleiben. Die Öffnung von Wissenschaft und Innovation braucht deshalb eine politische Begleitung. Nötig sind auch Umsetzungsimpulse und Austauschformate. Denn trotz vieler Gemeinsamkeiten sind die Diskurse in der Wissenschaft – Open Science – und in der Wirtschaft – Open Innovation – noch oft voneinander getrennt. Der Stifterverband hat deshalb die Initiative für offene Wissenschaft und Innovation ins Leben gerufen, um gemeinsam über Chancen und Grenzen von Open Innovation und Open Science zu diskutieren.

Im Rahmen der Initiative ist diese Studie entstanden. Sie gibt einen Überblick über die Potenziale strategischer Öffnung, schafft einen neuen integrierenden Rahmen für die vielfältigen Konzepte von Offenheit und gibt Hinweise für ein entsprechendes politisches Handeln.

Clemens Blümel, Benedikt Fecher, Gertraud Leimüller:
Was gewinnen wir durch Open Science und Open Innovation?
Essen: Edition Stifterverband 2018
88 Seiten
ISBN: 978-3-922275-84-8

Zitierung der Studie:
Clemens Blümel, Benedikt Fecher, Gertraud Leimüller(2018):
Was gewinnen wir durch Open Science und  Open Innovation?
DOI: 10.5281/zenodo.1880055

Die Studie ist unter einer Creative-Commons-Lizenz
vom Typ Namensnennung 4.0 International zugänglich.

Aus dem Inhalt

Teil 1: Neue Wertschöpfung in Wissenschaft und Wirtschaft
– das Potenzial strategischer Öffnung

Open Science und Open Innovation zusammendenken
Offene Praktiken in Wissenschaft und Wirtschaft
Entwicklungspotenziale und Handlungsauftrag
 

Teil 2: Politische Rahmenbedingungen
– Innovation durch strategische Offenheit

Gezielte Öffnung von Wissenschaft und Innovation
Europäische und deutsche Perspektive
Handlungsempfehlungen