Studierende des Jahres

Mit der Auszeichnung werden Studierende ausgezeichnet, die über ihr Studium hinausgehendes, herausragendes Engagement zeigen.

Es gibt viele unter den 2,8 Millionen Studierenden, die über ihr Fachstudium hinaus in Staat und Gesellschaft, Politik und Vereinen, vor allem aber ehrenamtlich und altruistisch engagiert sind, häufig auch in studiennahen Bereichen. Der Deutsche Hochschulverband und das Deutsche Studentenwerk wollen diesen Studierenden mit der Aufzeichnung als Studentin oder Student des Jahres Aufmerksamkeit verschaffen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Das Preisgeld stellt der Stifterverband zur Verfügung.

 

Ausschreibung

Ausgezeichnet werden Studierende, die ein über die Leistungen im Studium hinausgehendes, herausragendes Engagement zeigen, das möglichst einzigartig und innovativ sein sollte. Es besteht dabei keine Beschränkung, in welcher Art und Weise dies gelungen ist.

Vorgeschlagen werden kann jeder Studierende einer deutschen Hochschule oder jeder deutsche Studierende an einer ausländischen Hochschule, der sein Studium zum Ablauf des Wintersemesters 2019/20 noch nicht abgeschlossen hat. Nominierungsberechtigt ist jeder. Es kann eine Einzelperson oder eine Gruppe von Studierenden vorgeschlagen werden. Die Studienrichtung ist unerheblich. Vorschlagsfrist: Die Frist zum Einreichen von Vorschlägen endet am 31. Dezember 2019.

Vorschläge bedürfen der Schriftform. Zum Vorschlag gehören der Name des oder der Vorgeschlagenen, die Hochschule, der er oder sie angehören, und eine maximal zweiseitige Begründung des Vorschlags. Aussagefähige Unterlagen über die Leistung des oder der Vorgeschlagenen können dem Vorschlag beigefügt werden. Die Unterlagen sind zu richten an:

Deutscher Hochschulverband
Student des Jahres
Rheinallee 18-20
53173 Bonn

Die sechsköpfige Jury ist aus Vertetern des Deutschen Hochschulverbandes und des Deutschen Studentenwerkes paritätisch besetzt. Sie kann auch einen nicht vorgeschlagenen Studierenden oder Team prämieren. Der Preis wird auf der Gala der Deutschen Wissenschaft am 6. April 2020 in Berlin verliehen.

Detaillierte Ausschreibung (PDF)

 

Preisträgerin 2018

Wiebke Gehm ist leitendes Mitglied der studentischen Initiative "TNA – Tommy nicht allein", die schwer erkrankte Kinder in der Rostocker Kinderklinik ehrenamtlich betreut. Die 24-Jährige studiert Humanmedizin an der Universität Rostock. Die Initiative wurde 2015 für den Namensgeber Tommy ins Leben gerufen – einen kranken Jungen, der stationär im Universitätsklinikum Rostock behandelt wurde. Der Schwerpunkt von TNA liegt auf der ehrenamtlichen Betreuung von schwerkranken Kindern, deren Eltern nicht die ganze Zeit in der Klinik sein können oder die während der Betreuung eine kurze Auszeit benötigen. Die Studierenden können rund um die Uhr das ganze Jahr über angefordert werden und beschäftigen die Kinder, indem sie sich mit ihnen unterhalten und spielen.

Wiebke Gehm entwickelt das Projekt stetig weiter, so dass möglichst viele Kinder von dem Angebot profitieren können. Sie kümmert sich um Einführungsveranstaltungen und Schulungen für neue Mitglieder der Initiative und wirbt neue studentische Mitstreiter an. Darüber hinaus organisiert sie besondere Veranstaltungen wie Kindertage oder Wichtelaktionen für die jungen Patienten. Wiebke Gehm setzte sich im Urteil der sechsköpfigen Jury gegen 62 weitere nominierte Studierende durch.

Auf der Gala der Deutschen Wissenschaft am 8. April 2019 in Berlin wurde der Preis offiziell verliehen.
TNA – Tommy nicht allein auf Facebook

Think & Do-Podcast: Interview mit Wiebke Gehm

Preisträger 2017

Philipp Humbsch, Student der Humanmedizin an der Charité-Universitätsmedizin Berlin aus Frankfurt an der Oder, ist Urheber und Motor der Initiative "Jeder kann ein Held sein", die seit 2016 bislang mehr als 3.000 Kinder in ländlichen Gebieten Brandenburgs kostenlos in Erster Hilfe ausgebildet hat, insbesondere Grundschüler, aber auch über 100 Kinder aus Förderschulen. Möglich wird dies durch Spenden, Preisgelder sowie durch die Mitgliedsbeiträge des Vereins Pépinière e.V., den Philipp Humbsch und seine ehrenamtlichen Mitstreiter, andere Medizin- und Pharmaziestudierende sowie Rettungskräfte, ins Leben gerufen haben.

"Jeder kann ein Held sein" vermittelt in dreitägigen Kursen nicht nur lebensrettende Kenntnisse über Themenbereiche wie die stabile Seitenlage, Reanimation, das Anlegen von Verbänden und Eigenschutz, sondern schafft für Schüler durch die Einbeziehung von ehrenamtlichen Hilfsorganisationen und Freiwilligen Feuerwehren Anknüpfungspunkte, um sich selbst ehrenamtlich zu betätigen. Erklärtes Ziel ist zudem, die Erste-Hilfe-Ausbildung im schulischen Lehrplan fest zu verankern. Empfehlungen der Kultusministerkonferenz sehen bislang lediglich Unterweisungen in Erster Hilfe nach der Grundschulzeit für Schüler ab der siebten Klasse vor. Philipp Humbsch will dies ändern und lässt daher die Arbeit seiner Initiative wissenschaftlich durch das Institut für Sozialmedizin der Charité evaluieren. Auch hier leistet er Pionierarbeit.

Philipp Humbsch hat die Jury durch sein vielfältiges, beispielgebendes und herausragendes ehrenamtliches Engagement überzeugt. Er macht nicht nur Helden, sondern ist selbst ein Held, der trotz eines zeitintensiven Studiums viel Herzblut und unzählige Stunden für die Erste-Hilfe-Ausbildung der Schüler opfert. Sein Ansatz, die Bereitschaft zur Leistung lebensrettender Sofortmaßnahmen im Notfall durch frühzeitige Vermittlung zu heben, ist innovativ und fördert Zivilcourage. "Jeder kann ein Held sein" sensibilisiert frühzeitig für ein ehrenamtliches Engagement in strukturschwachen Regionen und das in Zeiten, in denen das klassische Freiwilligenengagement unter Nachwuchsproblemen leidet.

Das Projekt "Jeder kann ein Held sein" auf Facebook

Zu Besuch beim Projekt "Jeder kann ein Held sein"

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Das Projekt "Jeder kann ein Held sein" wurde auch von der Stiftung Bildung und Gesellschaft mit dem Primus des Jahres 2016 ausgezeichnet.

Preisträger 2016

Eine Gruppe von Architektur-Studierenden der Technischen Universität Kaiserslautern hat von Mitte August bis Ende Oktober 2016 gemeinsam mit 25 Geflüchteten einen Holz-Pavillon als Gemeinschaftshaus selbst entworfen, geplant und gebaut. Das rund 500 Quadratmeter große Gebäudeensemble auf dem Gelände der ehemaligen "Spinelli Barracks" der amerikanischen Streitkräfte wurde im November 2016 nach äußerst kurzer Bauzeit eingeweiht.

Die 16 Studierenden wendeten für das Projekt, das sie im Sommersemester 2016 entworfen hatten, die gesamten Sommersemesterferien 2016 auf sowie den Beginn des Wintersemesters 2016/2017. Sie machten alles selbst: vom Entwurf am Computer bis zur Arbeit auf der Baustelle. Während der Bauzeit wohnten sie gemeinsam mit Geflüchteten in der Landeserstaufnahmeeinrichtung.

Den Geflüchteten standen in dieser Einrichtung bisher keine Gemeinschafts- oder Begegnungsräume zur Verfügung - das wollten die Studierenden ändern. Die Geflüchteten selbst wurden bereits zur Erstellung des Raumprogramms in den Planungsprozess miteinbezogen; sie bauten im Team mit und konnten sich so handwerkliche Fähigkeiten aneignen. Das Land Baden-Württemberg hat das Projekt finanziert, die Stadt Mannheim hat es unterstützt.

Betreut wurden die 16 Studierenden von drei Professoren im Fachbereich Architektur der TU Kaiserslautern: Juniorprofessor Stefan Krötsch, Juniorprofessor Andreas Kretzer und Professor Jürgen Graf.

Sie schreiben über das Projekt: "Die Studierenden erarbeiteten sich durch das Projekt die Möglichkeit, erstmals einen eigenen Entwurf umzusetzen. Die beteiligten Flüchtlinge eigneten sich fachliche Fähigkeiten und Sprachkenntnisse an, von denen sie profitieren, selbst wenn die meisten von ihnen in ihre Herkunftsländer werden zurückkehren müssen." Geflüchtete und Studierende hätten viel voneinander gelernt; im Alltag und auf der Baustelle habe eine gute Stimmung geherrscht, schreiben die drei Professoren weiter.

Das Projekt hat die DHV/DSW-Jury überzeugt; sie kürte die Kaiserslauterer Architektur-Studierenden aus insgesamt 89 eingegangenen Nominierungen zu den "Studierenden des Jahres".

Mehr Info zum Projekt auf der Website der TU Kaiserslautern

Preisträger 2015

Student des Jahres 2015: Christoph Lüdemann

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Video: Deutscher Hochschulverband

Christoph Lüdemann, Student und Doktorand der Humanmedizin und Masterabsolvent in Wirtschaftswissenschaften der Universität Witten/Herdecke, ist der erste Preisträger. Er hat mit seinen Mitstreitern ein in Afrika tätiges Entwicklungshilfe-Start-up gegründet und zielt mit dem Hilfsverein l'appel auf Nachhaltigkeit, Vernetzung und Hilfe zur Selbsthilfe. Die Studierenden werben beispielsweise Spendengelder für Stipendien ein, denn nur durch Bildung lassen sich Armut und gesellschaftliche Rückständigkeit überwinden.

Artikel zum Preisträger auf SPIEGEL online
TV-Beitrag im Campus Magazin auf ARD alpha