Transferkompass

Analyse der Transferaktivitäten von Hochschulen

Mit dem Forschungsprojekt "Transferkompass" möchte der Stifterverband eine Bestandsaufnahme und einen Ausblick zur strategischen Verankerung von Transferaktivitäten an Hochschulen leisten, die Wirkung von Instrumenten und Fördermechanismen analysieren und dieses Wissen der Öffentlichkeit und Politik zur Verfügung stellen. So sollen die Bedingungen für den Transfer Wissenschaft-Wirtschaft und Gesellschaft durch ein besseres Verständnis der Transferbedingungen gestärkt werden. Das Projekt läuft von April 2021 bis September 2022. Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist für den Sommer 2022 geplant. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Projektziel und Vorgehen

Ziel des Forschungsprojektes ist, die Bedingungen für den wechselseitigen Transfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft durch ein besseres Verständnis der Transferstrategien und deren Umsetzung an deutschen Hochschulen zu stärken. Die Ergebnisse sollen einer breiten Öffentlichkeit und der Innovations- und Wirtschaftspolitik zur Verfügung gestellt werden.

Dazu wird eine wissenschaftliche Analyse der aktuellen Transferstrategien der Hochschulen erfolgen. Dafür wird das Hochschul-Barometer des Stifterverbandes als etablierte Befragung der Hochschulleitungen genutzt und eine Sonderbefragung für den Transferkompass durchgeführt. Darin sollen Hochschulen zu Formen der Zusammenarbeit mit Unternehmen und anderen nicht-akademischen Institutionen befragt werden. Von besonderem Interesse in der Analyse ist dabei die Frage nach Chancen und Herausforderungen bei der Zusammenarbeit der Hochschulen mit kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) und Start-ups sowie die Beiträge der Transferaktivitäten zur Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie der aktuellen digitalen Transformation und Entwicklungen zu mehr Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft.

Darüber hinaus befragt der Stifterverband im Rahmen eines Stakeholder-Dialogs zweimalig Transferpartner aus der Wirtschaft (Fokus KMU und Start-ups). In Interviews werden Erwartungen und Bedarfe der Transferpartner an die Zusammenarbeit mit Hochschulen ermittelt. Die Ergebnisse fließen in die Fragebogengestaltung der Befragung der Hochschulen ein. In einer zweiten Interviewrunde mit den Transferpartnern werden die Ergebnisse des Hochschul-Barometers vorgestellt und durch die Transferpartner kommentiert. Ziel dieses Stakeholder-Dialogs ist eine Qualifizierung der Themen und Ergebnisse aus Sicht von Unternehmen.

 

Hintergrund

Der gesellschaftliche Wandel durch die Digitalisierung und die Anforderungen nachhaltigen Wirtschaftens verändert Alltag und Arbeitswelt gleichermaßen. Er verlangt neue Kompetenzen der Beschäftigten und stellt die bestehenden Geschäftsmodelle vieler Unternehmen vor Herausforderungen. Um diesen Wandel zu gestalten, ist Orientierungswissen notwendig. Wissenschaft und speziell Hochschulen sind gefordert, dieses Orientierungswissen bereitzustellen und zu teilen. Die Bedeutung der sogenannten dritten Mission von Hochschulen (Transfer, anwendungsorientierte Forschung, Weiterbildung) hat in den letzten fünf Jahren zugenommen. Schutzrechtverhandlungen, fehlende Ressourcen und Anreize erschweren dagegen die weitere Stärkung des Transfers. Dies zeigen Ergebnisse des Hochschul-Barometers 2019. Weiterer Erkenntnisbedarf besteht hinsichtlich der strategischen Verankerung und operativer Maßnahmen seitens der Hochschulen.

Die Antworten könnten zur Klärung der Frage beitragen, warum die Forschung an Hochschulen in Deutschland nur unterproportional von steigenden externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von Unternehmen profitiert. Nach 2015 haben Unternehmen im Jahr 2017 zum zweiten Mal in den vergangenen 20 Jahren im Vergleich zum Vorjahr weniger an deutschen Hochschulen geforscht. So sind die Drittmittel von 2016 zu 2017 beispielsweise um etwa 1,3 Prozent auf nunmehr 1,45 Milliarden Euro gesunken. Der prozentuale Anteil, den die Unternehmensdrittmittel an allen Drittmitteln der Hochschulen ausmachen, sank von 2006 bis 2017 von 26,2 auf 18,3 (- 7,9 Prozentpunkte) (Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Hochschulfinanzstatistik).

Der Stifterverband ist die Gemeinschaftsinitiative von Unternehmen und Stiftungen, die als einzige ganzheitlich in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Innovation berät, vernetzt und fördert. Das Projekt "Transferkompass" baut auf bestehenden Projekten des Stifterverbandes auf. So bietet das Hochschul-Barometer ein umfassendes und repäsentatives Stimmungsbild der deutschen Hochschulleitungen zur aktuellen Lage der Hochschulen. Darüberhinaus verfügt der Stifterverband mit dem Transfer-Audit über ein Entwicklungsinstrument zur Stärkung der Kooperationsstrategien von Hochschulen. Das Projekt "Transferkompass" wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Kontakt

Dr. Pascal Hetze

leitet im Stifterverband den Programmbereich 
"Analysen und Innovationspolitik".

T 030 322982-506

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Marian Burk

ist wissenschaftlicher Referent im Bereich "Programm und Förderung".

T 030 322982-543

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