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Green Pressure – Ist Deutschlands Innovationslandschaft grün genug?

24.09.2020 - Online

7. FuE-Workshop der Wissenschaftsstatistik im Stifterverband im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

In Zeiten grundlegender Veränderungs- und Transformationsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft gewinnen – neben ökonomischen und sozialen Zielen – ökologische Ziele in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik immer mehr an Bedeutung. Laut repräsentativer Erhebungen von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt nimmt das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung zu: Im Jahr 2019 wurden Umwelt- und Klimaschutz als die zentrale Herausforderung unserer Zeit angesehen. Auch ökonomisch geht der Trend immer mehr Richtung Green Economy, die erhebliche Wachstumspotenziale bietet. Unternehmen sind gefordert, ressourcenschonende und ökologisch ausgerichtete Innovationen zu realisieren: bei Produkten und Prozessen, in Geschäftsmodellen und organisatorischen Innovationen.

Daraus resultieren Fragen wie: 

  • Wie gut ist Deutschland bei nachhaltigen Innovationen aufgestellt und wie fördert der Staat diese? 
  • Mit welchen Hemmnissen und Risiken sind Unternehmen bei nachhaltigen FuE-Prozessen konfrontiert, verglichen mit klassischen FuE-Aktivitäten? 
  • Wie "grün" sieht die Zukunft des deutschen Innovationssystems aus? Wohin geht die Reise bzw. wohin sollte die Reise gehen?

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Wissenschaftsstatistik im Stifterverband sind beim 7. FuE-Workshop diesen Fragen mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nachgegangen und haben in Kooperation mit dem Impact Hub Ruhr mit Hilfe von Kreativmethoden Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen erarbeitet, bei denen auch das Vernetzen nicht zu kurz kam.

24. September 2020
10:00 bis 14:00 Uhr

Digital-Workshop

Unterstützt wurde der Workshop durch das Team des Ruhr Impact Hub.

Zentrale Ergebnisse der Diskussion und Handlungsempfehlungen

  • Die Nachhaltigkeit für Produkte muss noch stärker missionsorientiert angegangen werden. Es müssen Transformationsbereiche identifiziert werden, in denen mehrere Sustainable Development Goals (SDGs) zusammenspielen und sich besonders große Nachhaltigkeitsgewinne ergeben.
  • Die Rahmenbedingungen in Deutschland erschweren es, Innovationen durchzusetzen. Starre Regulierungen engen Vorreiter ein und lassen radikale Innovationen nicht zu. Die Fördermaßnahmen sollten dahingehend überprüft werden (zielgruppenorientierte Zugangsmöglichkeiten, Förderbürokratie). 
  • Schlüsselwertschöpfungsketten mit hohem CO2-Ausstoß gilt es, nachhaltiger zu gestalten. Nachhaltige Produkte und Prozesse sollten zur Norm gehören. Käuferinnen und Käufern sollten gezielte Informationen über diese Produkte bereitgestellt werden. Es besteht eine Lücke zwischen Nachhaltigkeitszielen und politischem Handeln. Hier ist die Dynamik noch zu gering.
  • Zwei Drittel aller Innovationen mit nachhaltigen Produkt- und Serviceinnovationen verbleiben im Nischenniveau und finden nicht den Weg in den Mainstream (Diffusions-Problem). Daher gilt es, die Persistenz etablierter Systeme und Strukturen aufzubrechen. An die Politik wird der Wunsch geäußert, dass mutiger ordnungspolitische Instrumente zum Einsatz kommen, um auch Big Player, die keinen Anreiz zu einer Transformation haben, zum Umdenken zu bewegen. Des Weiteren könnten preiswettbewerbliche Vorteile für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen geschaffen werden. 
  • Start-ups sind zentrale Treiber für radikale Umweltinnovationen. Doch staatliche Gründungsförderung folgt in Deutschland weitgehend einem ökonomischen Paradigma. Hier kann nachgebessert und stärker als bisher missionsorientiert gehandelt werden. 
  • Eine gezielte Exnovation sollte den Wandel unterstützen. Deutschland ist in seiner Transformationsdynamik zu langsam und häufig gehemmt, wenn es darum geht, große Investitionen für nachhaltige Innovationen in die Hand zu nehmen. Der Staat kann hier durch strategisches Handeln den Strukturwandel und die Transformation in Richtung einer nachhaltigeren Ökonomie fördern. 

Für alle Sektoren – Wirtschaft, Forschung und Politik – gilt, dass jegliches Handeln im Transformationsprozess unter der Prämisse stehen sollte, dass bezahlbare und nachhaltige Produkte und Dienstleistungen entstehen.

 

Programmübersicht

10:00 Uhr
Eröffnung
Dr. Gero Stenke, SV Wissenschaftsstatistik, Essen
 

10:05 Uhr
Innovativ in eine nachhaltige Zukunft – Die Rolle von Bildung und Forschung in der Nachhaltigkeitspolitik
Dr. Jochen Schneider, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bonn
 

10:15 Uhr
Grüne und nachhaltige Innovationen – Politische Ziele und aktueller Entwicklungsstand
Michael Kuhndt, Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) gGmbH, Wuppertal
 

10:35 Uhr
Workshopphase 1
 

11:20 Uhr
Pause
 

11:35 Uhr
FuE-Aktivitäten für "Grüne Innovationen": Gestaltung, Erfahrungen, Hemmnisse
Klaus Fichter, Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit GmbH, Berlin
Volker Malmen, Orsted Wind Power Germany GmbH, Hamburg
 

12:10 Uhr
Workshopphase 2
 

12:55 Uhr
Pause
 

13:10 Uhr
Präsentation der Ergebnisse
 

13:35 Uhr
Rolle und Erkenntnisse der Wissenschaft: Kommentar und Ausblick
Prof. Christa Liedtke & Dr. Carolin Baedeker, Wuppertal Institut, Wuppertal
 

14:00 Uhr
Ende der Veranstaltung

10:00 Uhr
Eröffnung
Dr. Gero Stenke, SV Wissenschaftsstatistik, Essen
 

10:05 Uhr
Innovativ in eine nachhaltige Zukunft – Die Rolle von Bildung und Forschung in der Nachhaltigkeitspolitik
Dr. Jochen Schneider, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bonn
 

10:15 Uhr
Grüne und nachhaltige Innovationen – Politische Ziele und aktueller Entwicklungsstand
Michael Kuhndt, Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) gGmbH, Wuppertal
 

10:35 Uhr
Workshopphase 1
 

11:20 Uhr
Pause
 

11:35 Uhr
FuE-Aktivitäten für "Grüne Innovationen": Gestaltung, Erfahrungen, Hemmnisse
Klaus Fichter, Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit GmbH, Berlin
Volker Malmen, Orsted Wind Power Germany GmbH, Hamburg
 

12:10 Uhr
Workshopphase 2
 

12:55 Uhr
Pause
 

13:10 Uhr
Präsentation der Ergebnisse
 

13:35 Uhr
Rolle und Erkenntnisse der Wissenschaft: Kommentar und Ausblick
Prof. Christa Liedtke & Dr. Carolin Baedeker, Wuppertal Institut, Wuppertal
 

14:00 Uhr
Ende der Veranstaltung

Kontakt

Ansprechpartnerin für organisatorische Fragen:

Bettina Gerhardt

ist Assistentin in der Wissenschaftsstatistik des Stifterverbandes.

T 0201 8401-400

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