Wissenschaftsstiftung des Jahres

Durch die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wollen die Deutsche Universitätsstiftung und der Stifterverband die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema Wissenschaftsstiftungen lenken.

Die öffentliche Würdigung und Hervorhebung einer Wissenschaftsstiftung soll als Best-Practice-Beispiel dienen, motivierend auf potenzielle Stifter, Förderer, Zustifter, Erblasser und Sponsoren wirken und zur Nachahmung und Gründung von Stiftungen anregen. Der Preis wird seit 2014 im jährlichen Turnus vergeben, zunächst von der Deutschen Universitätsstiftung (DUS) in Kooperation mit der Dr. Jürgen Rembold Stiftung zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements (2014-2016) beziehungsweise mit der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (2017-2018). Seit 2019 schreiben DUS und Stifterverband die Auszeichnung gemeinsam aus. Die offizielle Preisübergabe ist Teil der Gala der Wissenschaft.

 

Die Preisträger

2021: Einstein Stiftung

Die Einstein Stiftung wurde im Jahr 2009 als gemeinnützige Stiftung des Landes Berlin zur Förderung von Wissenschaft und Forschung gegründet. Sie wird überwiegend aus öffentlichen, aber auch aus privaten Geldern getragen, die das Land mit eigenen Mitteln in Höhe von 50 Prozent der jeweiligen nicht-staatlichen Dotation aufwertet. Über 130 Millionen Euro, davon mehr als 20 Millionen von Stiftungen und Unternehmen, sind bislang in die Förderung von Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern und in exzellente Berliner Forschungsprojekte geflossen, die von einer unabhängigen wissenschaftlichen Kommission ausgewählt wurden. Über 170 herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten bisher als Einstein-Professorinnen und -Professoren oder Einstein Fellows für die Berliner Universitäten und die Charité-Universitätsmedizin Berlin gewonnen werden.

Mit der Unterstützung zukunftsweisender Projekte und Strukturen schärft die Stiftung das Profil des Wissenschaftsstandorts Berlin. Sechs Einstein-Zentren in der Mathematik, den Altertumswissenschaften, der Katalyseforschung, den Neurowissenschaften, der Regenerativen Therapien und der Digitalen Zukunftsforschung bündeln die Expertise hervorragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und beflügeln fächer- sowie institutionenübergreifende Kooperationen am Standort Berlin.

Mit dem internationalen Einstein Award for Promoting Quality in Research hat die Stiftung zuletzt ein weiteres Vorzeigeprojekt angestoßen. Einzelpersonen und Institutionen, die sich für die Verbesserung der Qualitätssicherung in der Forschung einsetzen, sollen ab diesem Jahr mit der neuen und einzigartigen Auszeichnung öffentlichkeitswirksam gewürdigt werden.

"Die Einstein Stiftung leistet einen zentralen Beitrag, um das Potenzial der außergewöhnlichen Wissenschaftsmetropole Berlin zu heben. Sie holt internationale Top-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in die Hauptstadt, begünstigt Kooperationen zwischen universitärer und außeruniversitärer Forschung und ermöglicht, komplexe Fragen jenseits von Fächern und Institutionen neu zu denken. Mit den Matching Funds setzt das Land Berlin wirkungsvolle Anreize für Zuwendungen von privaten Geldgebern, wie zum Beispiel der Damp-Stiftung. Bei den Bestrebungen, die weltweite Anziehungs- und Strahlkraft der vielfältigen Wissenschaftslandschaft in und um Berlin zu erhöhen, spielt die Einstein Stiftung eine zentrale Rolle. Hier ziehen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in vorbildlicher Weise und erfolgreich an einem Strang, um die deutsche Hauptstadt im internationalen Spitzenfeld der Wissenschaftsmetropolen zu platzieren", heißt es in der Auszeichnungsbegründung von DUS und Stifterverband. Mit ihrem Engagement habe die Einstein Stiftung exemplarisch Maßstäbe in der Wissenschaftsförderung gesetzt, an denen sich andere Stiftungen, Stifterinnen und Stifter orientieren können.

Website der Einstein Stiftung

2020: Friede Springer Stiftung

Ende 2010 hat Dr. h.c. Friede Springer, Verlegerwitwe und Gesellschafterin des Medienhauses Axel Springer SE, die gleichnamige Stiftung ins Leben gerufen und mit einer Dotation in Höhe von inzwischen 150 Millionen Euro aus ihrem Privatvermögen ausgestattet. Damit ist die Friede Springer Stiftung die größte von einer Einzelperson errichtete gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Berlin. Gefördert werden insbesondere wissenschaftliche, künstlerische und kulturelle Vorhaben. Die Stiftung finanziert zurzeit sieben Stiftungsprofessuren, die nach fünfjähriger Laufzeit von den jeweiligen Universitäten verstetigt werden sollen, und unterstützt insbesondere junge Talente mit Stipendien.

Die Friede Springer Stiftung ist ein wesentlicher Teil der vielfältigen Stiftungsarbeit ihrer Gründerin. Friede Springer ist zudem Vorsitzende der Axel Springer Stiftung, einer Stiftung, die ihr Ehemann Axel Springer bereits 1966 errichtet hatte. Die Axel-Springer-Stiftung fördert unter anderem junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zur deutsch-jüdischen Geschichte forschen.

"Friede Springer ist eine engagierte Unternehmerin, die die Allgemeinheit an ihrem Erfolg teilhaben lassen will. Insbesondere mit der Friede Springer Stiftung zeigt sie, dass Stiftungen eine hervorragende Möglichkeit bieten, um eigene Vorstellungen fortwährend in einer selbstbestimmten Richtung wirken zu lassen. Friede Springers ausgeprägtes persönliches Interesse an Wissenschaft und Forschung besteht seit Kindheitstagen und hat sie zur Stiftungsgründung animiert. Die ,Friede Springer Stiftung‘ ist eine großzügige und uneigennützige Förderin sämtlicher Fachdisziplinen. Diese Stiftung trägt maßgeblich dazu bei, dass viele neue, gute und unkonventionelle Ideen realisiert werden können", heißt es in der Auszeichnungsbegründung. Mit ihrem Engagement habe die Friede Springer-Stiftung exemplarisch Maßstäbe in der Wissenschaftsförderung gesetzt, an denen sich andere Stiftungen, Stifterinnen und Stifter orientieren können.

Website der Friede Springer-Stiftung

2019: José Carreras Leukämie-Stiftung

Die Stiftung wurde 1995 vom spanischen Tenor und Weltstar José Carreras nach eigener überwundener Leukämieerkrankung ins Leben gerufen. Sie fördert wichtige Struktur- und Forschungsprojekte sowie soziale Hilfsangebote und Rehabilitationsmaßnahmen, die Leukämiepatientinnen und –patienten und ihren Angehörigen zugutekommen. Bislang hat die Stiftung  mehr als 220 Millionen Euro an Spenden für den Kampf gegen Leukämie und andere schwere Blut- und Knochenmarkserkrankungen eingeworben. Davon wurden mehr als 1.200 Projekte finanziert. Wesentlichen Anteil daran hat die José Carreras Gala, die im Dezember 2019 bereits zum 25. Mal live im Fernsehen übertragen werden wird. An der Seite von José Carreras sammeln hier internationale und nationale Stars Spenden für die Stiftung.

Zu den dadurch ermöglichten Förderschwerpunkten der Stiftung gehören der Bau von Forschungs- und Behandlungseinrichtungen sowie die Erforschung von Leukämie und ihrer Heilung. Die José Carreras Leukämie-Stiftung pflegt Kooperationen mit Universitätskliniken aus dem gesamten Bundesgebiet. Sie unterstützt junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Stipendien und fördert den wissenschaftlichen Austausch durch Workshops und Kongresse.

"José Carreras hat aus eigener Betroffenheit ein Engagement entwickelt, das das Leben vieler Leukämiekranker verbessern und retten kann. Seine Stiftung ist ein großzügiger und uneigennütziger Förderer der Leukämie-Forschung. Ihr Einsatz ist zupackend und vorbildlich: Sie trägt maßgeblich dazu bei, dass neue Wege in Diagnostik und Therapie beschritten werden. Für den Startenor und die Stiftung ist der Kampf gegen den Blutkrebs zur Lebensaufgabe geworden. Das Ziel, das viele andere motiviert und inspiriert, lautet: ,Leukämie muss heilbar sein – immer und für jeden‘", heißt es in der Auszeichnungsbegründung. Mit ihrem Engagement habe die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung exemplarisch Maßstäbe in der Wissenschaftsförderung gesetzt, an denen sich andere Stiftungen, Stifterinnen und Stifter orientieren können.

Website der José Carreras Leukämie-Stiftung