Forschung und Entwicklung in der Wirtschaft 2020

facts – Zahlen und Fakten aus der Wissenschaftsstatistik

Auf zwölf Seiten fassen die facts die zentralen Ergebnisse der im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von der Wissenschaftsstatistik im Stifterverband durchgeführten Datenerhebung zu Forschung und Entwicklung (FuE) im Jahr 2020 zusammen.

 

Forschungsausgaben der Wirtschaft sinken in der Krise

Das Jahr 2020 war aufgrund der Covid-19-Pandemie von wirtschaftlichen Rückschlägen und Unsicherheiten gekennzeichnet. Dies blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

Die Aufwendungen der Wirtschaft für Forschung und Entwicklung (FuE) sanken sowohl in absoluten Werten als auch in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) deutlich. Mit 3,14 Prozent des BIPs, die Wirtschaft und die öffentliche Hand gemeinsam für FuE aufgewendet haben, wird zwar das Ziel der Strategie Europa 2020, mindestens drei Prozent des BIPs für Forschung und Entwicklung auszugeben ("FuE-Quote"), weiterhin erreicht, jedoch wird der Weg zum 3,5-Prozent-Ziel etwas länger.

Dass der Rückgang der FuE-Aufwendungen nicht noch deutlicher ausfällt, ist insbesondere dem Staatssektor inklusive der Hochschulen zu verdanken. Dieser steigerte trotz der Pandemie seinen Anteil der FuE-Aufwendungen am BIP um 0,05 Prozentpunkte. Dadurch konnte ein Teil des Rückgangs des Wirtschafts sektors ausgeglichen werden. Dort ging die BIP-Relation um 0,07 Prozentpunkte zurück.

In absoluten Zahlen wurden von der Wirtschaft im Jahr 2020 insgesamt 71 Milliarden Euro für interne und 22,9 Milliarden Euro für externe FuE aufgewendet. Der Staat wendete nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 34,9 Milliarden Euro für FuE auf. Die Wirtschaft gab im Vergleich zum Vorjahr 6,3 Prozent weniger Mittel für interne Forschungs- und Entwicklungs­tätigkeiten aus (4,798 Milliarden Euro). Die externen Aufwendungen hingegen stiegen leicht um 0,9 Prozent, was in absoluten Zahlen 0,21 Milliarden Euro entspricht.
 

 
Im Verhältnis zur Verringerung der internen FuE-Aufwendungen sinkt die Zahl der FuE-Beschäftigten mit 1,7 Prozent nur moderat. Dies lässt vermuten, dass die Unternehmen eher auf größere Investitionen verzichtet oder sie verschoben haben, als ihr Personal zu verringern.

Insgesamt waren im Jahr 2020 467.444 Personen (VZÄ, Vollzeitäquivalente) mit Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten in deutschen Unternehmen betraut (siehe Tabelle 1). Somit liegt trotz des vermutlich pandemiebedingten Rückgangs die Zahl der Beschäftigten immer noch über den Werten von 2018.

Die Publikation ist im April 2022 erschienen.