Genius Loci-Preis für Lehrexzellenz

Hochschulpreis des Stifterverbandes und der VolkswagenStiftung

Die Qualität der Lehre an den Hochschulen in Deutschland liegt nicht allein in der Verantwortung jedes einzelnen Lehrenden, sondern auch in der Verantwortung der Institution. Doch erst wenige Hochschulen hierzulande bieten angemessene Freiräume und Anreize für Lehrinnovationen und verfügen über eine Lehrverfassung bzw. eine hochschulweite Lehrstrategie, wie sie der Wissenschaftsrat 2015 empfohlen hat. Damit gemeint sind eine grundsätzliche Klärung des Selbstverständnisses als Lehrinstitution sowie die Verständigung auf fächerübergreifende didaktische Leitlinien. Dazu gehören eventuell auch grundlegende Qualifizierungsziele, die für die Hochschule und ihre Lehrenden normativ bindend sind und als leitende Maxime für alle wichtigen mit der Lehre in Verbindung stehenden Aktivitäten und Belange einer Hochschule dienen.

 
Mit dem Genius Loci-Preis für Lehrexzellenz
zeichnen der Stifterverband und die VolkswagenStiftung jährlich eine Universität und eine Fachhochschule aus, die sich hier beispielhaft aufgestellt haben, über eine solche Lehrverfassung bzw. Lehrstrategie verfügen und Lehre auch als Experimentier- und Innovationsfeld begreifen. Die beiden Preisträger erhalten jeweils 20.000 Euro, die zweckgebunden für die Einladung eines Visiting Scholar of Teaching and Learning in Higher Education zu verwenden sind.

Nominierungen 2018

Alle Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland konnten sich mit einer Skizze ihrer Lehrstrategie um eine Nominierung für den Genius Loci-Preis bewerben. Eine Jury, in der Lehrende und Studierende sowie Hochschulleitungsmitglieder vertreten sind, hat im Mai 2018 unter allen Bewerbern vier Universitäten und drei Fachhochschulen für eine Shortlist ausgewählt. Sie werden gebeten, schriftlich detailliert darzulegen, inwieweit ihre jeweilige Lehrstrategie in den Handlungsfeldern Curriculumsentwicklung, Studienorganisation, Auswahl, Beratung und Betreuung der Studierenden, Auswahl und Qualifizierung der Lehrenden, Kooperationen mit außerhochschulischen Partnern, Ressourcenplanung sowie Qualitätssicherung und -entwicklung systematisch und verbindlich aufgegriffen und umgesetzt wird. Die Nominierungen:

Universitäten
●  Goethe-Universität Frankfurt/Main
●  Technische Universität Hamburg-Harburg
●  Leuphana Universität Lüneburg
●  Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Fachhochschulen
●  Duale Hochschule Baden-Württemberg
●  Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg 
●  SRH Hochschule Heidelberg

Die sieben nominierten Hochschulen überzeugten in der ersten Auswahlrunde vor allem durch ein sehr klares Lehrprofil und ihre hohe Bereitschaft zu Lehrinnovationen. Im zweiten Schritt sind sie nun eingeladen, schriftlich darzulegen, wie und in welchen Handlungsfeldern ihre jeweilige Lehrverfassung im Hochschulalltag systematisch und verbindlich umgesetzt wird. Dabei geht es unter anderem um folgende Fragen: Wie wird das Curriculum entsprechend der Lehrstrategie weiterentwickelt? Wie werden Studierende ausgewählt, beraten und betreut oder Lehrende berufen und qualifiziert? Wie wird die Qualität von Lehre und Studium gesichert und weiterentwickelt? 

Welche Universität und welche Fachhochschule den Genius Loci-Preis bekommen, entscheidet die Jury im Oktober 2018.

 

Preisträger 2017

Foto: Thilo Schmülgen/TH Köln
Übergabe der Preisurkunde durch Bettina Jorzik (Stifterverband, 2.v.li.) an die Vizepräsidenten der TH Köln: Prof. Dr. Klaus Becker, Prof. Dr. Sylvia Heuchemer und Prof. Dr. Rüdiger Küchler (v.li.)
Foto: Andreas Schmitter/RWTH Aachen
Übergabe der Preisurkunde durch Prof. Dr. Andreas Schlüter (Generalsekretär des Stifterverbandes, re.) an Prof. Dr. Aloys Krieg (Prorektor für Lehre an der RWTH Aachen)

Die Technische Hochschule Köln hat nach Auffassung der Jury ein sehr schlüssiges Lehrkonzept entwickelt, das exzellent auf die vorhandenen Rahmenbedingungen abgestimmt sei. Besonders positiv bewertet die Jury das Bekenntnis der Fachhochschule zu einer vielfältigen Studierendenschaft und zum LehrendenCoaching-Programm, das für alle Neuberufenen verpflichtend ist.

Die RWTH Aachen überzeugte die Jury mit einer soliden und sehr durchdachten Lehrstrategie, die sich klar in die Gesamtstrategie der Hochschule einfügt. Die Universität strebe eine kompetenzorientierte, forschungsgeleitete und praxisbezogene Ausbildung an von hochqualifizierten und verantwortungsbewussten Absolventen. Das von der RWTH verfolgte Ziel, 75 Prozent der Studierenden zum Studienabschluss zu führen, sei zwar sehr ambitioniert, aber mit der gewählten Strategie durchaus erreichbar.

Beide Hochschulen wurden bereits 2009 im "Wettbewerb exzellente Lehre" des Stifterverbandes und der Kultusministerkonferenz der Länder ausgezeichnet. Die damals prämierten Lehrkonzepte wurden konsequent weiterentwickelt und waren Grundlage für die nun ausgezeichneten Strategien.

"Wir haben eine Universität und eine Fachhochschule ausgezeichnet, denen es vorbildlich gelungen ist, die Hochschullehre systematisch und unter maßgeblicher Beteiligung aller relevanten Akteure weiterzuentwickeln", sagt Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes. "Das ständige Bemühen um Lehrexzellenz wird an diesen beiden Hochschulorten spürbar und erlebbar."

Der Stifterverband hatte in der ersten Preisrunde 2017 vier weitere Hochschulen in die engere Auswahl genommen:

Universitäten
⦁    Leuphana Universität Lüneburg
⦁    Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Fachhochschulen
⦁    Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg 
⦁    SRH Hochschule Heidelberg

 

Kontakt

Bettina Jorzik

leitet im Stifterverband den Programmbereich "Lehre und akademischer Nachwuchs".

T 0201 8401-103
F 0201 8401-215

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