Open Data Impact Award

Innovative Ideen aus Open Data und unter Partizipation von Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Bürgern entwickelt – hier liegt das Potenzial einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Am 7. Oktober 2020 hat der Stifterverband die ersten drei Preisträger im Rahmen des University:Future Festivals ausgezeichnet.

Gemeinsam mit der DUZ erstellte Broschüre über die Preisträger (PDF)

Open Data ist zwar in aller Munde, aber in dem Alltag der Wissenschaft noch nicht überall gelebt. Die Nachnutzung von erhobenen Daten bietet jedoch für alle Vorteile: Sowohl die Wissenschaft profitiert davon, wenn Datensätze und Experimente von anderen Forschenden überprüft und weiterentwickelt werden können, als auch die Gesellschaft als Ganze, wenn aus bestehenden Daten Innovationen entstehen. Diese Datenschätze zu heben und Nachnutzung zu ermöglichen gelingt nur, wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Daten aktiv offenlegen.

Der Stifterverband fördert Open Science und Open Data in Wissenschaft und Gesellschaft durch einen Preis, der Open Data mehr Sichtbarkeit gibt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern fehlen im aktuellen akademischen System oft Anreize, Infrastruktur und Ressourcen, um ihre Daten in der Weise zugänglich zu machen, dass eine wissenschaftliche und außerwissenschaftliche Nachnutzung möglich oder erleichtert wird. Hier setzt der Open Data Impact Award an. Der Stifterverband zeichnet Forschende aus, die durch die offene Bereitstellung ihrer Daten eine Nachnutzung ermöglichen und das Innovationspotenzial ihrer Forschung damit freilegen.

Warum ist Open Data in der Forschung wichtig?

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Die Preisträgerinnen und Preisträger 2020

  • Michael Schmitt von der Hochschule München erhält den Siegerpreis in Höhe von 15.000 Euro für seinen Datensatz zur Entwicklung von KI-Verfahren in der Erdbeobachtung. Dabei handelt es sich um ein hochdynamisches Feld, in dem es zu spannenden Firmengründungen und innovativen Geschäftsideen kommt. Durch die Verbindung moderner KI-Methoden und neuerdings kostenfrei und global verfügbaren Satellitendaten bestehen unzählige Möglichkeiten für einen Transfer von Erkenntnissen aus der Forschung in wirtschaftliche Produkte und Anwendungen.
     
  • Emanuel Deutschmann von der Universität Göttingen wird mit dem mit 10.000 Euro dotierten zweiten Preis für das "Global Mobilities Project" prämiert. Gestartet ist das Projekt im Februar 2018. Der Datensatz verspricht bessere Modelle und Analysen von menschlicher Mobilität, Globalisierung und den vielfältigen Fragen, die Mobilität und die ungleichen Ressourcenverteilung aufwerfen. In einer ersten externen Publikation hat ein wissenschaftliches Team den Datensatz verwendet, um den Verlauf der Covid-19-Pandemie besser modellieren zu können. Es könnten aber zukünftig auch Transportwege und Fluchtbewegungen nach Naturkatastrophen oder Bürgerkriegen nachgezeichnet werden.
     
  • Claudia Niessner vom KIT Karlsruhe erhält 5.000 Euro. Sie stellt einen der ersten offenen Datensätze in der Sportwissenschaft zur sportlichen Fitness von Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Daraus können einheitliche Entwicklungsdokumentationen und Grundlagen für Interventionen hervorgehen.

 
Die virtuelle Preisverleihung
des Open Data Impact Awards fand am 7. Oktober 2020 im Rahmen des University:Future Festivals statt. Die drei Preisträgerinnen und Preisträger stellten sich und ihre Forschung der Öffentlichkeit vor und zeigten, wie durch offene Forschungsdaten alle profitieren können.
Website zum University:Future Festival

Pressemitteilung zur Bekanntgabe der Preisträger

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2020

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Ziele des Open Data Impact Awards

Zeigen, was Open Data kann
Potenziale offener Forschungsdaten entfalten
Innovative Nachnutzung von Daten für unsere Gesellschaft ermöglichen
Impulse für Forschung und Wissenschaft setzen

Welche Daten werden für diesen Preis als Open Data bewertet?

Datensätze oder Datenstreams aus der Forschung (keine öffentliche Verwaltung), die der Lizenz nach als Public Domain (CC-0) oder CC-BY bzw. äquivalenten Lizenzen zu verschiedenen Formen der Nachnutzung offen sind und für eine Nachnutzung zur Verfügung gestellt wurden. Eine Publikation, die einen Datensatz nur beschreibt, aber die Primärdaten nicht veröffentlicht, ist nicht ausreichend.

Welchen Impact würdigt die Auszeichnung?

Jegliche Verwertung, die im außerakademischen Bereich einen gesellschaftlichen Mehrwert erzeugt und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt wird (zum Beispiel eine App, ein Produkt, ein technisches Hilfsmittel, eine kulturelle Nachnutzung). Die Verwertung kann in wirtschaftlichen oder gemeinnützigen Organisationen erfolgen, sollte aber eine gesellschaftlich relevante Wirkung haben. Der Verwertungsprozess muss noch nicht abgeschlossen, aber absehbar sein.

Wie sehen die Kriterien aus?

Die Grad der Offenheit der Daten und Beachtung der FAIR-Kriterien spielen eine Rolle, ebenso der Reifegrad der Innovation, die durch die Nachnutzung entsteht oder entstanden ist, sowie der Mehrwert der Innovation für die Gesellschaft.

Wie hoch sind die Preisgelder?

Insgesamt werden drei Förderpreise in einer Höhe von 15.000, 10.000 und 5.000 Euro verliehen. Preisträger sind die forschenden Personen oder die Forschergruppe, die die Daten erhoben und veröffentlicht haben. Das Preisgeld wird an die beteiligte Forschungsinstitution ausgezahlt (Wissenschaftseinrichtung mit einem Sitz in Deutschland) und ist zweckgebunden an ein von der einreichenden Person/Gruppe beschriebenes Projekt im Bereich Open Data an dieser Institution.

Wie ist die Fachjury zusammengesetzt?

Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft haben die Preisträger ausgewählt. In der Jury saßen:
Prof. Ulrich Dirnagl (BIH Quest Center)
Prof. Sabina Jeschke (Deutsche Bahn)
Prof. Felix Schönbrodt (LMU München Open Science Center)
Dr. Henriette Litta (Open Knowledge Foundation)
Hans-Peter Hiepe (BMBF, Referat "Innovationsförderung")

 
Das Forum für offene Wissenschaft und Innovation

Open Innovation und Open Science versprechen passgenaue Lösungen, radikale Innovationen und neuartige Erkenntnisse für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Doch in Deutschland fehlen bislang disziplin- und themenübergreifende Austauschforen, um konkrete Beispiele vorzustellen, belastbare Bewertungen vorzunehmen und Grenzen und Umsetzungsstrategien zu diskutieren. Der Stifterverband hat deshalb ein Forum für offene Wissenschaft und Innovation ins Leben gerufen – innOsci.

Strategische Öffnung bedeutet für innOsci, dass Organisationen sich nach außen wie innen öffnen, um Wissen auszutauschen. Vielversprechend sind hierbei insbesondere neue, ungewohnte Wissensquellen und Kollaborationen, da somit bisher ungenutzte Möglichkeitsräume erschlossen werden können. Durch strategische Öffnung können systemische Innovationsanforderungen leichter bewältigt, Vertrauen in forschende Einrichtungen verbessert und vorhandenes Wissen besser genutzt werden. Strategische Öffnung nutzt die Chancen des Teilens von Wissen, setzt aber auch Grenzen zum Schutz der Wissensgeber.
Mehr Info zu innOsci

Kontakt

Anna Held

ist Programmmanagerin im Bereich "Programm und Förderung" und bei innOsci, dem Forum offene Innovationskultur.

T 030 322982-538

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