Ländercheck

 
Mit dem Ländercheck überprüft der Stifterverband den Stand und die Wirkungen des föderalen Wettbewerbs auf unterschiedlichen Feldern der akademischen Bildungs- und Innovationspolitik und zeichnet Landkarten Deutschlands, die Orientierung bieten für politische Standortdebatten.

 

Ländercheck Innovationsmotor Hochschule

Veröffentlicht im Dezember 2019

Ländercheck Innovationsmotor Hochschule (Infografik)
Ländercheck Innovationsmotor Hochschule (Infografik)
Ländercheck Innovationsmotor Hochschule (Infografik)
Ländercheck Innovationsmotor Hochschule (Infografik)

Hochschulen sind Orte von Neugier getriebener Grundlagenforschung und der ganzheitlichen, akademischen Bildung. Sie tragen aber auch ganz unmittelbar zu wirtschaftlicher Wertschöpfung und gesellschaftlichem Fortschritt bei. Denn durch anwendungsorientierte Forschung, Transfer und Qualifizierung sind sie eine zentrale Säule des  Innovationssystems. Der Staat unterstützt Innovationen durch Hochschulen mit großen Förderprogrammen. Allerdings sind die Hochschulen in den einzelnen Bundesländern in solchen Programmen sehr unterschiedlich erfolgreich. Auch die einzelnen Beiträge, die Hochschulen etwa durch Forschungskooperationen, Gründungen und Patente zum Innovationsprozess leisten, sind regional unterschiedlich stark.

Der vom Stifterverband und der Heinz Nixdorf Stiftung veröffentlichte Ländercheck untersucht solche regionalen Unterschiede zur Rolle der Hochschulen im Innovationssystem. Ein Ergebnis: Mehr Fördermittel für innovative Hochschulen in einzelnen Bundesländern bedeuten nicht automatisch mehr Innovationsbeiträge.

Die Wissenschaft und speziell Hochschulen sind ein wichtiger Innovationsfaktor. Jeder sechste Euro, der in Deutschland für Forschung und Entwicklung aufgewendet wird, stammt aus den Hochschulen. Über Wissenstransfer und andere Kanäle erwirtschaften sie mehr als sieben Prozent der gesamten Wertschöpfung des Landes. Als Innovationsmotor können sie die Entwicklung strukturschwacher Regionen befördern. Für die Bundesländer sind Hochschulen deshalb ein zentrales Element der Innovationspolitik. Sie können hier ihre besonderen Handlungsspielräume im föderal strukturierten Wissenschaftssystem nutzen und die Innovationsorientierung der Hochschulen weiter stärken.

 

Weitere Länderchecks

Deutschlandstipendium 2017

Im Jahr 2017 haben sich 304 Hochschulen am Deutschlandstipendium beteiligt und insgesamt 25.947 Stipendien vergeben. Dies sind rund zwei Prozent mehr als im Vorjahr und knapp fünf Mal so viele wie zum Programmstart im Jahr 2011. In Nordrhein-Westfalen konnten mit 7.488 Stipendien die meisten Stipendien vergeben werden.

Der Anteil von Deutschlandstipendiaten an allen Studierenden eines Bundeslandes ist im Saarland, in Sachsen, Bremen und Niedersachsen am höchsten (Spitzengruppe) und in Hamburg, Schleswig-Holstein, Berlin und Thüringen am geringsten (Schlussgruppe). Im Vergleich zum Vorjahr konnte Hamburg seine Vergabezahlen von 285 auf 427 steigern, was einer Zunahme um rund 50 Prozent und damit dem stärksten Zuwachs unter allen Bundesländern entspricht.

Im Jahr 2017 wurden rund 27 Millionen Euro von über 7.000 privaten Förderern wie Unternehmen, Stiftungen, Vereinen, Verbänden und Privatpersonen bereitgestellt. Erfolge bei der Förderergewinnung hängen auch von der Bereitschaft einer Hochschule ab, dieses Förderinstrument aktiv zu gestalten und lebendige Netzwerke mit dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld zu knüpfen.

Ländercheck Deutschlandstipendium 2017 (PDF)

Informatik: Der Hochschulsektor im föderalen Wettbewerb

Deutschland braucht für die Herausforderungen der Zukunft ein Mehr an gut ausgebildeten Informatikexperten. Hierzu bedarf es Personal. Während in 2016 knapp acht Prozent der Studierenden Informatiker sind, sind es beim wissenschaftlichen Personal lediglich vier Prozent – Tendenz fallend. 

Der Ländercheck Informatik zeigt, dass zwischen den Bundesländern große Unterschiede bestehen. Sachsen und Saarland haben in den letzten Jahren am meisten dafür getan, um der starken Nachfrage nach Fachkräften nachzukommen und Engpässe auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern. Sie sind die Gewinner des Ländervergleichs. Beide Bundesländer haben das Bildungsangebot erheblich ausgebaut und die Zahl der Studierenden und Absolventen erhöht. Saarland hat mit 7,0 Prozent nach Bremen (7,2 Prozent) den höchsten Anteil an Informatikfachleuten unter dem wissenschaftlichen und künstlerischen Personal der Hochschulen. Sachsen hat sein wissenschaftliches Informatik-Personal deutlich verstärkt (+19, 8 Prozent seit 2011).

Auch Schleswig-Holstein, Hessen und Bayern erzielen gute Ergebnisse. In Schleswig-Holstein ist jeder zehnte Studienanfänger ein Informatiker. Zum Vergleich: In Hamburg nur jeder fünfundzwanzigste. Die Entwicklung der Absolventenzahlen ist in Bayern überdurchschnittlich gut. Außerdem gibt es hier einen verhältnismäßig hohen Frauenanteil unter den Studierenden. In Hessen wurde das Personal im Bereich Informatik deutlich erhöht. Im vorderen Mittelfeld bewegt sich auch das strukturstarke Baden-Württemberg. Die IT-Nachwuchsförderung ist seit Jahren hervorragend, der Entwicklungsindikator fällt hier unterdurchschnittlich aus. 

Die Schlussgruppe im aktuellen Ländervergleich bilden Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Thüringen. Hier machen die Studienbeginner und Absolventen in Informatik einen geringen Anteil unter allen Erstimmatrikulierten und Absolventen aus. Außerdem ist die Diversität unter den Studierenden gering.

Ländercheck Informatik (PDF)

Deutschlandstipendium 2015 – Vergabeerfolg und -entwicklung

In den letzten fünf Jahren hat sich das Deutschlandstipendium in der Hochschulwelt fest etabliert: Im Jahr 2015 haben die rund 280 teilnehmenden Hochschulen insgesamt über 24.000 Stipendien vergeben. Dies sind 8 Prozent mehr als im Vorjahr und viereinhalb Mal so viele wie zum Programmstart im Jahr 2011.

Der Anteil von Deutschlandstipendiaten an allen Studierenden eines Bundeslandes ist im Saarland, Bremen und Sachsen am höchsten, in Hamburg, Schleswig-Holstein und Berlin am niedrigsten. Im Vergleich zum Vorjahr konnte diese Schlussgruppe deutlich zulegen.

Insgesamt hängen Erfolge bei der Förderergewinnung vor allem von der Bereitschaft einer Hochschule ab, dieses Förderinstrument von talentierten und engagierten Studierenden aktiv zu gestalten. An vielen Hochschulen profitieren die Stipendiaten mittlerweile auch von ideellen Begleitmaßnahmen in Form von Workshops, Mentoring-Programmen und Netzwerkveranstaltungen.

Ländercheck Deutschlandstipendium (PDF)

Fachkräftenachwuchs: Wo MINT gelingt – und wo es noch hinkt

Nach einem Tief legen die Studierendenzahlen für die MINT-Fächer an Hochschulen wieder zu. Die Anfängerzahlen stiegen insgesamt von 2008 bis 2013 um 32 Prozent in MIN- und um 41 Prozent in T-Fächern. Die Diversität der Studierenden nimmt dagegen ab. Zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede. Die besten Ergebnisse erreichen Baden-Württemberg und Bayern. Damit liegen die Bundesländer mit dem höchsten MINT-Fachkräftebedarf auch beim MINT-Angebot vorne. Die ebenfalls guten Ergebnisse von Berlin, Brandenburg und Bremen fallen dagegen nicht mit einem hohen regionalen Bedarf zusammen. Wie in einem "umgekehrten Finanzausgleich" tragen diese Länder dadurch auch zur Sicherung der Fachkräftebasis in den MINT-orientierten Arbeitsmärkten Süddeutschlands bei.

Ländercheck Fachkräftenachwuchs (PDF)

Die Hochschule als Gründungswerkstatt

Hochschulen können Gründergeist wecken. Eine nachhaltige Gründungsförderung umfasst eine entsprechende akademische Ausbildung, die für Unternehmensgründungen als Karriereoption sensibilisiert, Gründungskompetenzen vermittelt sowie konkrete gründungsfähige Ideen fördert. Hochschulen können durch Organisationsstrukturen sowie Service- und Beratungsleistungen ein gründungsfreundliches Klima an schaffen. Doch die Gründungsförderung ist an vielen Hochschulen noch kein Kernthema. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern. (Veröffentlicht im Mai 2014)

Ländercheck Gründungsförderung (PDF)

Der Wettbewerb um Drittmittel

Die Länderauswertungen zeigen, dass bei einem Wettbewerb um Drittmittel sowohl finanziell starke wie finanziell schwache Länder positive Entwicklungen aufweisen. So verbuchen die Hochschulen in Berlin und Sachsen, die in den vergangenen Jahren inflationsbereinigt Grundmittelrückgänge hinnehmen mussten, besonders große Drittmittelerfolge. Anders in Bremen: Die Grundmittel für die Hochschulen der Hansestadt stiegen zwischen 2000 und 2010 von 180 auf 260 Millionen Euro, eine überdurchschnittliche Steigerung. (Veröffentlicht im November 2012)

Ländercheck Drittmittelwettbewerb (PDF)

Der Weg zur internationalen Hochschule

Stand in der Vergangenheit der temporäre Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern im Mittelpunkt der Internationalisierungsstrategien, ist der Ansatz heutzutage umfassender. Die Hochschulpolitik kann die Internationalisierungsstrategien durch finanzielle Anreize und Zielvereinbarungen mit den Hochschulen befördern. Doch der Grad der Internationalisierung unterscheidet sich in den einzelnen Bundesländern. Auf Basis von 20 Indikatoren hat der vorliegende Ländercheck die Internationalität des Campus, den internationalen Austausch sowie die Internationalität der Forschung in den Bundesländern auf den Prüfstand gestellt. (Veröffentlicht im Juni 2012)

Ländercheck Internationalisierung (PDF)

Kontakt

Pascal Hetze (Foto: Damian Gorczany)

Dr. Pascal Hetze

leitet das Handlungsfeld "Kollaborative Forschung & Innovation" und das Fokusthema "MINT-Lücke schließen".

T 030 322982-506

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