Lernarchitekturen

Räume für zukunftsorientierte Bildung an Hochschulen

Ein gemeinsames Programm des Stifterverbandes mit der Dieter Schwarz Stiftung, das Hochschulen in der Entwicklung und Umsetzung zukunftsorientierter Lernräume begleitet und stärkt und das Thema in der hochschulpolitischen Debatte verankert

 
Wie und wo wollen wir lernen und lehren?
 Diese zentrale Frage stellt sich heute mehr denn je – für Lernende und Lehrende, für Hochschulen und die Wissenschaftspolitik. Die Dringlichkeit und Aktualität dieser Frage ergibt sich nicht nur durch die rasante Entwicklung digitaler Lernformate im Zuge der Corona-Pandemie. Sie folgt auch aus neuen Kompetenzanforderungen durch eine sich verändernde Lebens- und Arbeitswelt.

Zukunftsorientierte Bildung fördert die Fähigkeiten für eine aktive Teilhabe an Gesellschaft und Wirtschaft in einer Welt, die durch Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität (VUKA) geprägt ist. Eine Welt, in der sich durch die Digitalisierung Arbeitsund Lernprozesse verändern, Prozesse neu gedacht werden müssen, lebenslanges Lernen zu einer wichtigen Voraussetzung wird und nachhaltiges Handeln richtungsweisend wird. In einer solchen Welt gewinnen Kompetenzen wie Kollaboration, Kreativität, Kritisches Denken und Kommunikation an Bedeutung. Damit gehen neue Lernformate und Lernsettings einher, die individualisiertes, kollaboratives, projektbasiertes, forschendes und digitales Lernen herausfordern und fördern.

Am Beispiel eines klassischen Hörsaals wird unmittelbar sichtbar, dass Raum und Lernen sich wechselseitig prägen. Ein Lernraum, der für frontale Wissensvermittlung konzipiert ist, bietet für Kollaboration und individuelles Lernen von Studierenden als wesentliche Dimensionen für Lernenden- und Kompetenzorientierung keinen Platz. Es gilt, dem "Shift from Teaching to Learning" Raum zu verschaffen und diese Entwicklung von wissensbasierter Lehre hin zu lerner- und kompetenzorientierter Lehre architektonisch zu unterstützen.

 

Zukunftsorientierte Lernarchitekturen für zukunftsorientierte Bildung

Mit dem Begriff Lernarchitektur wird die Wechselbeziehung von Architektur und Pädagogik bezeichnet. Dabei meint zukunftsorientierte Lernarchitektur die Gestaltung von physischem Raum im Sinne innovativer und zukunftsfähiger Hochschullehre. Die bauliche Umsetzung folgt pädagogischen Prinzipien sowohl im Neubau als auch im Umbau. In modernen Lernräumen können Lehrende und Studierende vielfältige Lernarrangements gestalten, die die individuellen Lernprozesse der Lernenden fördern und sich an den Potenzialen der Akteurinnen und Akteure ausrichten. Nachhaltige Lernraumgestaltung bildet die Basis für das UNESCO-Programm "Bildung für nachhaltig Entwicklung", dessen ganzheitlicher Ansatz danach verlangt, Nachhaltigkeit an (Hoch-)schulen im Hier und Jetzt zu leben.

Neubauten und Umbauten schaffen bauliche Strukturen, die für eine lange Zeit richtungsweisend sind. Raumgestaltung ist daher ein wichtiges Entwicklungsfeld, um Innovationen in Lehre und Lernen jetzt und in Zukunft zu ermöglichen.

 

Ziele des Programms

Das gemeinsame Programm des Stifterverbandes und der Dieter Schwarz Stiftung zielt darauf ab, Hochschulen in der Entwicklung zukunftsorientierter Lernräume zu stärken und zu begleiten. Ein Fokus liegt auf partizipativen Planungsprozessen, in denen planende Akteurinnen und Akteure sowie Nutzerinnen und Nutzer von Lernräumen in innovativen Formaten in den Austausch gebracht werden und gemeinsam zukunftsorientierte, nutzerzentrierte und nachhaltige Lernraumkonzepte entwickeln.

 

Das Programmdesign

Das Programm agiert vorrangig in zwei Handlungsfeldern:

FÖRDERUNGEN
Anreize für partizipative Lernraumgestaltung an Hochschulen schaffen
 

2022: Raumlabore
Mit der Förderung zur Umsetzung von sogenannten Raumlaboren wird Innovation in bestehenden Lernräumen ermöglicht. Indem Lernende und Lehrende Forschende und Beforschte zugleich werden, wird die Wirkung von Raum auf Lernprozesse untersucht. Bewerbungen sind bis zum 10. April 2022 möglich.

2022: Hochschulperle des Monats
Mit der Hochschulperle zeichnet der Stifterverband zukunftsorientierte Lernarchitekturen aus – damit werden gute Praxisbeispiele und die Vielfalt an Lernraumkonzepten sichtbar. Bewerbungen und Vorschläge sind laufend möglich.

2023: Challenges
Mit dem Communities-of-Practice-Ansatz sollen Hochschulen in der Entwicklung von Lösungen für ihre Herausforderungen in der Umsetzung zukunftsorientierter Lernarchitekturen unterstützt werden. Die Bewerbungsphase ist für das erste Quartal 2023 vorgesehen.

 

UMSETZUNGSBEGLEITUNG
Partizipative Lernraumgestaltungsprozesse an Hochschulen begleiten
 

Seit 2021 begleitet der Stifterverband drei Neubauprojekte im Hochschulsektor:
●  Fachhochschule Bielefeld
●  Technische Universität München (Campus Heilbronn)
●  Universität Bremen

Um Veränderungen in der Planung und Gestaltung neuer Raumkonzepte anzustoßen, wird in der frühen Planungsphase 0 angesetzt, um verschiedene Stakeholder zu involvieren und zusammenzubringen. In Kreativ-Workshops, basierend auf dem Inspirationsspiel "Raum zum Lernen", wird der Austausch zwischen Planenden und Nutzenden gefördert: In interdisziplinären Teams entwickeln die verschiedenen Akteure gemeinsam zukunftsorientierte und nutzerzentrierte Lernraumkonzepte, die in den weiteren Planungsprozess einfließen. In Kooperationen, wie mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) werden Herausforderungen und Gelingensmomente solcher partizipativer Prozesse identifiziert. Der BLB ist als landeseigener Immobiliendienstleister Nordrhein-Westfalens für Bewirtschaftung, Planung und Bau von Hochschulgebäuden und anderen Immobilien für das Land NRW verantwortlich.

 

Am 25. April 2022 hat der Stifterverand auf einer Online-Konferenz mit dem Titel "Hochschulbau und zukunftsorientierte Lernräume" das Positionspapier "Probleme und Perspektiven des Hochschulbaus 2030" des Wissenschaftsrats diskutiert. Thomas May, der Generalsekretär des Wissenschaftsrates, stellte mit einem Impulsvortrag die im Papier genannten Empfehlungen vor. In einer anschließenden Podiumsrunde wurde dann erörtert, wie innovative wissenschaftliche Ansätze und didaktische Konzepte in bauliche Lösungen übersetzt werden können.
Mehr Info und Videomischnitt der Veranstaltung

Kontakt

Judith Koeritz

ist Programmanagerin im Bereich
"Programm und Förderung".

T 030 322982-550

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Lara Kolbert

ist Programmanagerin im Bereich
"Programme und Förderung".

T 0201 8401-320

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