Lernarchitekturen

Räume für zukunftsorientierte Bildung an Hochschulen

Mit dem Programm "Lernarchitekturen" begleitet und stärkt der Stifterverband Hochschulen in der Entwicklung und Umsetzung zukunftsorientierter Lernräume und verankert das Thema in der hochschulpolitischen Debatte.

Wie und wo wollen wir lernen und lehren?

Diese zentrale Frage stellt sich heute mehr denn je – für Lehrende und Lernende, für Hochschulen und die Wissenschaftspolitik. Die Dringlichkeit und Aktualität dieser Frage ergibt sich nicht nur durch die rasante Entwicklung digitaler Lernformate im Zuge der Corona-Pandemie. Sie folgt auch aus neuen Kompetenzanforderungen durch eine sich verändernde Lebens- und Arbeitswelt.

Zukunftsorientierte Bildung fördert die Fähigkeiten für eine aktive Teilhabe an Gesellschaft und Wirtschaft in einer Welt, die durch Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität (VUKA) geprägt ist. Eine Welt, in der sich durch die Digitalisierung Arbeits- und Lernprozesse verändern, Prozesse neu gedacht werden müssen, lebenslanges Lernen zu einer wichtigen Voraussetzung wird und nachhaltiges Handeln richtungsweisend wird. In einer solchen Welt gewinnen Kompetenzen wie Kollaboration, Kreativität, Kritisches Denken und Kommunikation an Bedeutung. Damit gehen neue Lernformate und Lernsettings einher, die individualisiertes, kollaboratives, projektbasiertes, forschendes und digitales Lernen herausfordern und fördern. 

Am Beispiel eines klassischen Hörsaals wird unmittelbar sichtbar, dass Raum und Lernen sich wechselseitig prägen. Ein Lernraum, der für frontale Wissensvermittlung konzipiert ist, bietet für Kollaboration und individuelles Lernen von Studierenden als wesentliche Dimensionen für Lernenden- und Kompetenzorientierung keinen Platz. Es gilt, dem Shift from Teaching to Learning Raum zu verschaffen und diese Entwicklung von wissensbasierter Lehre hin zu lerner- und kompetenzorientierter Lehre architektonisch zu unterstützen.

 

Zukunftsorientierte Lernarchitekturen für zukunftsorientierte Bildung

Mit dem Begriff Lernarchitektur wird die Wechselbeziehung von Architektur und Pädagogik bezeichnet. Dabei meint zukunftsorientierte Lernarchitektur die Gestaltung von physischem Raum im Sinne innovativer und zukunftsfähiger Hochschullehre. Die bauliche Umsetzung folgt pädagogischen Prinzipien sowohl im Neubau als auch im Umbau. In modernen Lernräumen können Lehrende und Studierende vielfältige Lernarrangements gestalten, die die individuellen Lernprozesse der Lernenden fördern und sich an den Potenzialen der Akteure ausrichten. Eine nachhaltige Lernraumgestaltung bildet zugleich die Basis für das UNESCO-Programm "Bildung für nachhaltig Entwicklung", dessen ganzheitlicher Ansatz danach verlangt, Nachhaltigkeit an (Hoch-)schulen bereits im Hier und Jetzt zu leben.

Neubauten und Umbauten schaffen bauliche Strukturen, die für eine lange Zeit richtungsweisend sind. Raumgestaltung ist daher ein wichtiges Entwicklungsfeld, um Innovationen in Lehre und Lernen jetzt und in Zukunft zu ermöglichen.

 

Ziele des Programms

Ziel ist es, Hochschulen in der Entwicklung zukunftsorientierter Lernräume zu stärken und zu begleiten. Ein Fokus liegt auf partizipativen Planungsprozessen, in denen planende Akteurinnen und Akteure sowie Nutzerinnen und Nutzer von Lernräumen in innovativen Formaten in den Austausch gebracht werden und gemeinsam zukunftsorientierte, nutzerzentrierte und nachhaltige Lernraumkonzepte entwickeln.

 

Das Programmdesign

Das Programm agiert in zwei Handlungsfeldern:

UMSETZUNGSIMPULSE 
Partizipative Lernraumgestaltungsprozesse an Hochschulen begleiten

In Kooperation mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) werden Neubauprojekte im Hochschulsektor begleitet. Der BLB ist als landeseigener Immobilien­dienstleister Nordrhein-Westfalens für Bewirtschaftung, Planung und Bau von Hochschulgebäuden und anderen Immobilien für das Land NRW verantwortlich. Um Veränderungen in der Planung und Gestaltung neuer Raumkonzepte anzustoßen, setzen der BLB und der Stifterverband in der frühen Planungsphase 0 an, um bereits zeitig verschiedene Stakeholder zu involvieren. In Kreativ-Workshops, basierend auf dem Inspirationsspiel "Raum zum Lernen", wird der Austausch zwischen Planenden und Nutzenden gefördert: In interdisziplinären Teams entwickeln die verschiedenen Akteure gemeinsam zukunftsorientierte und nutzerzentrierte Lernraum­konzepte, die in den weiteren Planungsprozess einfließen.

 

FÖRDERIMPULSE
Anreize für partizipative Lernraumgestaltung an Hochschulen schaffen

Gemeinsam mit Stiftungspartnern wird eine Förderinitiative für Hochschulen entwickelt, die gute Beispiele sichtbar macht und Veränderungen an Hochschulen anstößt. Eine Ausschreibung der Förderinitiative ist für das dritte Quartal 2021 geplant.

Kontakt

Lara Kolbert

ist Programmanagerin im Bereich
"Programme und Förderung".

T 030 322982-316

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