Schritte in Richtung einer Datenkultur von morgen

Rückblick auf das Fachgespräch "Data Literacy – was braucht es für eine Datenkultur von morgen?" vom 2. September 2020

Discussion Paper 06

 

Vor dem Hintergrund des aktuellen Prozesses zur Entwicklung einer Datenstrategie der Bundesregierung lud der Stifterverband für den 2. September 2020 zu einem Fachgespräch mit dem Titel "Data Literacy – was braucht es für eine Datenkultur von morgen?" ein. Teilgenommen haben externe Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie Expertinnen und Experten aus dem Stifterverband-Förderprogramm "Data Literacy Education".

Ziel des Gesprächs war es, aktuelle Themen zu diskutieren und insbesondere die Herausforderungen zu thematisieren, die im dritten Handlungsfeld der Datenstrategie der Bundesregierung adressiert werden: Datenkompetenzen, Datenkultur und die Rolle des Staates als Vorreiter.

Die drei thematischen Schwerpunkte des Fachgesprächs waren "Datenkompetenzen", "Rahmenbedingungen & Infrastruktur" sowie "Datenkultur & Innovationspotenziale". Einig waren sich alle Beteiligten, dass Deutschland auf dem Weg zu einer umfassenden Datenkultur die ersten Schritte zwar gemacht hat, jedoch relativ am Anfang steht und noch viele Hürden zu überwinden sind. In einer angeregten Diskussion herrschte Einigkeit darüber, dass Datenkompetenzen vor allem als Zukunftskompetenzen verstanden werden müssen und deshalb die Etablierung von Data Literacy und dem kritischen Umgang mit Daten eine Schlüsselkompetenz in der heutigen Zeit darstellt. Darüber hinaus muss für eine umfassende Datenkultur der richtige Umgang mit Daten anhand ausdefinierter Qualitäts- und Anwendungskriterien festgeschrieben werden.

Das Discussion Paper trägt die Kernaussagen aus dem Fachgespräch zusammen:

  • Die breite gesellschaftliche Vermittlung von Datenkompetenzen ist in einem datengetriebenen Alltag wie heute unerlässlich und muss ausgebaut werden. Dies macht zielgruppenspezifische Vermittlungsformate erforderlich, deren Inhalte und Methoden genau evaluiert und auf die entsprechende Zielgruppe abgestimmt worden sind. Diese Anforderung fordert eine Vielzahl von Institutionen (Hochschulen, Schulen, Weiterbildungsanbieter, Unternehmen, Verwaltung etc.) heraus, auf diesen Bedarf adäquate Antworten zu finden.
  • Die Herausforderungen in Politik/Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft hinsichtlich der Vermittlung von Datenkompetenzen sowie der Nutzung von Daten ähneln sich in vielen Punkten. Es ist daher notwendig, Silodenken zu überwinden und für eine umfassende Datenkultur stärker co-kreativ, das heißt  interdisziplinär, institutionenübergreifend und kooperativ zu handeln. Gemeinsame Strukturen und Mechanismen können helfen, diese Grenzen zu überwinden. Lokale, regionale und interorganisatorische Kooperationen, zum Beispiel in Reallaboren können dabei wichtige Mechanismen sein.
  • Um den Innovationsstandort Deutschland zu sichern, ist die Etablierung einer Datenkultur, die Schaffung eines Daten-Ökosystems und die Nutzung von Open Data notwendig. Hierfür müssen weitere rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um auch den Austausch und die gemeinsame Nutzung von Daten zu fördern. Der Staat kann hier durch den Aufbau von Governancestrukturen, beispielsweise mit Lizenzmodellen zur Datennutzung, als Schnittstelle sowie als Treiber einer Datenkultur fungieren.
     

Bibliografische Angaben

Johanna Ebeling/Alexander Roth-Grigori:
Schritte in Richtung einer Datenkultur von morgen
Herausgeber: Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
Erschienen im September 2020

Kontakt

Johanna Ebeling

ist Programmmanagerin im Bereich "Programm und Förderung".

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F 030 322982-515

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