Mehr Openness wagen

Wie die Politik die Anwendung von Methoden der Open Innovation in Unternehmen stärken kann

Policy Paper – Ausgabe 03

  • Eine strategische Öffnung von Unternehmen bietet vielversprechende Möglichkeiten, um Innovationsprozesse an die Anforderungen neuer Organisationsstrukturen oder industrieller Transformationsprozesse anzupassen.
  • Um die Potenziale von Open Innovation zu nutzen, braucht es die richtigen Rahmenbedingungen durch die Politik, um Unternehmen in der Anwendung zu unterstützen.
  • Bedarfe bestehen vor allem in der Schaffung vernetzender Infrastrukturen, der Gestaltung agilerer Fördermaßnahmen sowie klarer rechtlicher Rahmenbedingungen und in der Entwicklung von Leuchtturmprojekten im öffentlichen Sektor.
     

Die im Paper vorgestellten Politikempfehlungen für Open Innovation sind das Ergebnis eines Dialogs des Stifterverbandes im Rahmen des innOpeers-Programms mit Unternehmenspraktikerinnen und -praktikern sowie Innovationsforscherinnen und -forschern zu Erfolgsfaktoren und Hemmnissen bei der Umsetzung von Open Innovation.

Die Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie zeigen, dass branchen- und disziplinenübergreifende Kooperationen zwischen unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren nötig sind, um die gesellschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der aktuellen Zeit zu meistern. Trotz vieler Vorteile sind Praktiken der Open Innovation zur Umsetzung solcher Kooperationen in deutschen Unternehmen noch nicht so weit verbreitet wie sie sein könnten. Die Politik kann hier Unterstützung leisten, indem sie Hemmnisse adressiert, Rahmenbedingungen anpasst und Förderlogiken umgestaltet.

Schnell umsetzbare Möglichkeiten zur Stärkung von Open Innovation gibt es in verschiedenen Bereichen. Besonders in der aktuellen COVID-19-Pandemie könnte der Staat verstärkt eigene Challenges und Ideenwettbewerbe nutzen, um die Bürgerinnen und Bürger in die Bewältigung der durch die Pandemie entstandenen und weiterer gesellschaftlicher Herausforderungen einzubinden. Weiterhin gilt es, die steuerliche FuE-Förderung für eine stärkere Nutzung der Methoden der Open Innovation auszubauen und bestehende Fördermaßnahmen im Sinne einer Missionsorientierung weiterzuentwickeln sowie eine Einbindung unüblicher Akteurinnen und Akteure aus Kultur, Zivilgesellschaft oder Kreativwirtschaft zu stärken.

Weitere Gewinne ergeben sich darüber hinaus durch einen stärkeren Ausbau und Verknüpfung der gemeinsamen europäischen Dateninfrastrukturen sowie in der Reduktion von rechtlichen Unsicherheiten bei Kooperationen zwischen Unternehmen. Zudem sollten die Methoden von Open Innovation verstärkt in die Curricula der Hochschulen integriert werden, um mittelfristig einen Wandel hin zu einer offenen Innovationskultur in deutschen Unternehmen herbeizuführen.

Marian Burk, Marte Sybil Kessler, Pascal Hetze:
Mehr Openness wagen
Herausgegeben vom Stifterverband
Erschienen im Januar 2021

Kontakt

Marian Burk

ist wissenschaftlicher Referent im Bereich "Programm und Förderung".

T 030 322982-543

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