Smart Qualifiziert

Ein Programm von Daimler-Fonds und Stifterverband zur Förderung von Hochschulinitiativen für die künftige (digitale) Arbeitswelt und Gesellschaft

Zweite Ausschreibungsrunde: MINTplus – plusMINT
Bewerbungsschluss: 31. Mai 2021

 
Das Programm "Smart Qualifiziert"
 ist Teil der Initiative Future Skills des Stifterverbandes. Es adressiert insbesondere die Hochschulen im Bereich Bildung für die digitale Arbeit und Gesellschaft. Konkret unterstützt das Programm die Hochschulen bei der Entwicklung von Strategien und Maßnahmen, die zukünftige Anforderungen der Arbeitswelt in den Mittelpunkt der eigenen Hochschulentwicklung stellen.

"Smart Qualifiziert" ist ein breit angelegtes Förderprogramm, das sich in drei Ausschreibungsrunden zwischen 2019 und 2021 mit verschiedenen Aspekten von Qualifizierung an Hochschulen beschäftigt. Zielrichtung und Zielgruppen der Ausschreibungen werden dabei variieren. Die erste Ausschreibung adressierte die Entwicklung von Strategien und Maßnahmen im Bereich Weiterbildung.

 

MINTplus – plusMINT

Zweite Förderrunde: Ausschreibung von Daimler-Fonds und Stifterverband zur Förderung einer ganzheitlichen und disziplinenübergreifenden MINT-Bildung

Der Wettbewerb "MINTplus – plusMINT" will smarte Konzepte für eine ganzheitliche und interdisziplinäre MINT-Bildung an den staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland identifizieren, auszeichnen, begleiten und weiterentwickeln. Das Förderprogramm möchte Hochschulen bei der Entwicklung von Strategien und Maßnahmen unterstützen, welche eine Öffnung der MINT-Bildung in Richtung interdisziplinärerer und intersektoraler Problemlösung ermöglichen (MINTplus) beziehungsweise zur Öffnung der übrigen Disziplinen wie der Geistes- und Kulturwissenschaften in Richtung der MINT-Disziplinen beitragen (plusMINT).

Konkret wird es darum gehen, Studierende und Lehrende an Hochschulen, aber – je nach Maßnahme – auch Schülerinnen und Schüler, sowie Beschäftigte aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Sinne einer ganzheitlichen MINT-Bildung zu sensibilisieren und zu qualifizieren. Durch die Vermittlung fachübergreifender Inhalte und Methoden sollen sie Kompetenzen erlangen, die sie für die Lösung komplexer und disziplinenübergreifender Herausforderungen benötigen. Dies betrifft fachliche Kenntnisse im engeren Sinne aber auch Fähigkeiten zum kollaborativen und interdisziplinären Arbeiten. Auf diese Weise sollen die Hochschulen dabei unterstützt werden, dem gesellschaftlichen Dialog neue Impulse zu geben und nicht zuletzt die vielerorts noch bestehenden Stereotype des "sozial desinteressierten Technologen" und des "technologiefeindlichen Geisteswissenschaftlers" zu überwinden.

 

Ausschreibung

Alle staatlichen und privaten, staatlich anerkannten Hochschulen sind eingeladen, sich mit ihren Konzepten und Strategien für die Vermittlung einer ganzheitlichen und disziplinenübergreifenden MINT-Bildung um eine Förderung zu bewerben.

Förderfähig sind damit sowohl übergreifende Hochschulstrategien als auch konkrete Umsetzungsmaßnahmen auf der Ebene von Studiengängen und Projekten.

Die Einbeziehung externer Partner, beispielsweise aus dem Bereich der schulischen und außerschulischen (MINT-)Bildung ist explizit erwünscht, um einen die Bildungskette überspannenden Kulturwandel zu begünstigen und unterschiedliche Blickwinkel zusammen zu führen. Dies kann auch durch einen Verbundantrag zum Ausdruck gebracht werden. Die Einreichung des Antrages muss aber über eine Hochschule erfolgen.

Gefördert werden sollen in einem ersten Schritt bis zu 15 Projekte, die ein Preisgeld von je 10.000 Euro erhalten. Zum Ende des ersten Jahres der dreijährigen Projektlaufzeit können diese als Fellows bezeichneten Hochschulen weitere Fördermittel aus einem Innovationsfonds beantragen, für den Mittel in Höhe von insgesamt 300.000 Euro zur Verfügung stehen. Diese Mittel sollen, je nach Art und Umfang der Projekte beziehungsweise neuartiger Projektideen, bedarfsgerecht verteilt werden. Auf diese Mittel können sich die Fellow-Hochschulen einzeln oder im Verbund mit anderen Fellows bewerben, die ähnliche Projektideen beziehungsweise eine entsprechende Skalierung verfolgen. Auf diese Weise sollen der Ideentransfer und der Erfahrungsaustausch unter den Fellows angeregt und ausgezeichnet werden. Die Auswahl der Fellows sowie die Bewilligung weiterer Fördermittel aus dem Innovationsfonds erfolgt durch eine Fachjury mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft.

Gefördert werden Ideen, Strategien, Konzepte und Projekte, die eine ganzheitliche und disziplinenübergreifende MINT-Bildung bzw. die Öffnung anderer Disziplinen in Richtung der MINT-Bildung an der Hochschule bewirken. Dies kann dadurch passieren, dass Hochschulen

  • die ganzheitliche MINT-Bildung strategisch und profilrelevant verankern
  • ihre Curricula auf eine ganzheitliche Betrachtungsweise des Zusammenwirkens von technik-, sozial-, natur- und geisteswissenschaftlichen Perspektiven ausrichten
  • eine Art "Studium Generale" oder neue Lernkonzepte aus technisch-naturwissenschaftlichen sowie kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Inhalten einführen
  • neue, interdisziplinäre Departments und/oder Studiengänge entwickeln,die zum Beispiel technische und gesellschaftliche Disziplinen zusammenführen und dabei ggf. auch mit anderen Hochschulen kooperieren
  • weitere Formate der ganzheitlichen MINT-Qualifizierung entwickeln, zum Beispiel auf der Ebene von (digitalen) Weiterbildungsangeboten,
  • Formate mit neuen, nicht-akademischen Kooperationspartnern entwickeln
  • gezielt mit internationalen Partnern zusammenarbeiten, die beispielsweise den angelsächsischen STEAM-Ansatz erfolgreich implementiert haben

 

Vernetzung und Transfer

Die bis zu 15 Fellow-Hochschulen arbeiten zunächst ein Jahr lang gemeinsam in einem vom Stifterverband und externen Coaches begleiteten, hochschulübergreifenden Netzwerk zusammen. Hier adressieren sie mittels kollaborativer Arbeitsmethoden ihre jeweiligen Herausforderungen und erarbeiten gemeinsam Lösungsstrategien. Nach Ablauf des ersten Jahres können sie auf dieser Basis dann weitere Fördermittel aus dem Innovationsfonds beantragen. Daran schließen sich zwei weitere Förderjahre an.

Da der Austausch und das gegenseitige Lernen der Geförderten untereinander ein zentrales Anliegen des Programms sind, wird die Bereitschaft erwartet, sich aktiv auf Ebene von Hochschul- und Projektleitung in die Netzwerktreffen einzubringen und die eigenen Ideen, Erfahrungen und Expertise offen und vertrauensvoll untereinander zu teilen. Dazu soll auch die Entwicklung gemeinsamer Projektideen gehören, die dann durch den Innovationsfonds gefördert werden.

 

Antrags- und Auswahlverfahren

Die eingereichten Anträge werden durch eine Fachjury bewertet, die bis zu 15 Fellows auswählt. Die Zusammenstellung der Fellow-Hochschulen soll eine Vielfalt hinsichtlich der Hochschulart und des Hochschulprofils als auch der jeweils im Antrag beschriebenen Herausforderungen und Fragestellungen sicherstellen. Nach Ablauf des ersten Förder- und Vernetzungsjahres werden die Fellows eingeladen, einzeln oder im Verbund, Anträge für weitere Fördermittel aus dem Innovationsfonds in einer öffentlichen Auswahlsitzung zu präsentieren. Unter diesen Anträgen wählt die Jury dann die Projekte aus, die weitere, bedarfsgerechte Fördermittel erhalten.

Die Förderung und die gemeinsame Netzwerkarbeit der Fellows beginnen ab August 2021.

Die Ausschreibung ist offen für alle staatlichen und staatlich anerkannten Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland. Die Anträge benötigen die Unterstützung der Hochschulleitung oder des jeweiligen Fachbereichs bzw. der Fakultät. Pro Hochschule können mehrere Anträge eingereicht werden, allerdings nur einer je Fachbereich/Fakultät. Die Vernetzung mit Partnern kann auch durch einen Verbundantrag zum Ausdruck gebracht werden.

Der Antrag muss bis zum 31. Mai 2021 beim Stifterverband über das Bewerbungstool Talention eingegangen sein (Ausschlussfrist).

Der Antrag, maximal sechs DIN A4-Seiten oder 12.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) ohne Anlagen und Deckblatt, sollte die folgende Gliederung befolgen:

  • Deckblatt
  • Zusammenfassung
  • Projektbeschreibung/Ideenskizze (zum Beispiel Ziele, Instrumente, Innovationsgrad,Übertragbarkeit, Wirkungsgrad, Umsetzungsschritte, Herausforderungen, Partner)
  • Skizzierung des Beitrages zur Netzwerkarbeit sowie des Unterstützungsbedarfes bei der Weiterentwicklung des Projektes/Vorhabens
  • Finanzplan
     

Kontakt

Ansprechpartner für Rückfragen zur Ausschreibung:

Dr. Alexander Tiefenbacher

ist Projektleiter im Stifterverband.

T 030 322982-514

E-Mail senden

Romy Höftmann

ist Assistentin im Bereich "Programm und Förderung".

T 030 322982-526

E-Mail senden

Zeitplan

31. Mai 2021 Einreichungsfrist
Ende Juni 2021 Erste Jurysitzung (nicht öffentlich) zur Auswahl der bis zu 15 Fellows
August 2021 Beginn der Förderung und Netzwerkarbeit
Juni 2022 Zweite Jurysitzung (öffentlich) zur Vergabe von Mitteln aus dem Innovationsfonds, Fortsetzung der Arbeit der Fellows untereinander
Frühjahr 2023 Ende der Netzwerkarbeit
Frühjahr 2024 Ende des dreijährigen Förderprogramms