Spracherwerb stärken – Lehramtsstudierende gewinnen

Bewerbungsschluss: 28.04.2017

Ausschreibung im Rahmen der Initiative "Integration durch Bildung": Um dem Mangel an qualifizierten Lehrkräften für den Flüchtlings-Sprachunterricht an Schulen entgegenzuwirken, soll das Potenzial der Lehramtsstudierenden für die Sprachvermittlung genutzt werden.

Was ist das Ziel?

Spracherwerb ist der wichtigste Schritt zu einer erfolgreichen Integration von Flüchtlingen, denn er ist die Voraussetzung für gesellschaftliche, kulturelle und politische Teilhabe. Die vorhandenen Angebote zum Spracherwerb reichen aber nicht aus. Es gilt deshalb, schnellstmöglich das Angebot deutlich auszubauen und dafür zeitnah zusätzliche Ressourcen zu erschließen. Studierende, die sich in der Sprachvermittlung an Flüchtlinge engagieren, sammeln gleichzeitig wertvolle Praxiserfahrungen.

Foto: Dominik Asbach

Was wird gefördert?

Gefördert werden Hochschulprojekte, die den Einsatz von Studierenden im Bereich der Sprachvermittlung ermöglichen und begleiten. Dabei wird gleichermaßen auf einen Gewinn für die Ausbildung der Studierenden wie für den Spracherwerb der Flüchtlinge geachtet.

Die sprachliche Integration von Flüchtlingen und Migranten ist essenziell für ihre gesellschaftliche, kulturelle und politische Teilhabe, und die solide Beherrschung der deutschen Sprache ist nicht zuletzt eine grundlegende Voraussetzung für den Arbeitsmarkteintritt. Trotz der zahlreichen Förderprogramme und Budgeterhöhungen fehlt es an qualifiziertem Lehrpersonal für den Sprachunterricht an Schulen. Die vorhandenen personellen Ressourcen sind inzwischen größtenteils ausgeschöpft und so gilt es, an anderer Stelle zeitnah Personalressourcen zu aktivieren.

Im Rahmen der DaZ-/DaF-Ausbildung im Lehramtsstudium (Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache), die in einigen Bundesländern für alle Lehramtsstudierenden verpflichtend ist, sowie mittels Service Learning-Angeboten ließen sich für Studierende Praxisfelder erschließen, in denen sie ihr an der Hochschule erworbenes Wissen in der Praxis anwenden und umgekehrt die im Unterricht gewonnen Erfahrungen in der Lehrerausbildung reflektieren können.

Konkret soll es gelingen, 

  • Lehramtsstudierende in den (Schul-)Sprachunterricht für Flüchtlinge zu integrieren;
  • DaZ-/DaF-Kompetenzen und interkulturelle Kompetenzen in der Lehrerausbildung auszubauen;
  • Lehramtsstudierenden die Möglichkeit zu geben, ihr Wissen praktisch anzuwenden und diese Praxiserfahrung wiederum an der Hochschule zu reflektieren.

Ziel ist es, das möglichst alle Beteiligten – Studierende, Hochschullehrer und Flüchtlinge – von den konkreten Maßnahmen profitieren. Bis zu zehn Hochschulprojekte, die sich dieser Herausforderung stellen, werden zwei Jahre lang mit bis zu 60.000 Euro je Hochschule gefördert. 

Verbunden mit der Förderung ist die Teilnahme am Netzwerk "Stark durch Diversität: Förderung interkultureller Kompetenzen in der Lehrerausbildung". Ziel der Netzwerkarbeit ist es insbesondere, sich auf der Grundlage der Projekterfahrungen über den Stellenwert interkultureller Kompetenz in der Lehrerbildung zu verständigen. Dabei sollen geeignete Modelle für den Kompetenzerwerb diskutiert und die Rolle von DaZ/DaF in diesem Kontext reflektiert werden. Um die Perspektive der Netzwerkarbeit auf interkulturelle Kompetenzen erweitern zu können, werden weitere Projekte in das Netzwerk eingeladen. Das Netzwerk ist eine gemeinsame Initiative des Stifterverbandes und der Schöpflin Stiftung.

Antrags- und Auswahlverfahren

Antragsberechtigt sind alle staatlichen und privaten, staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland. Pro Hochschule kann nur ein Antrag eingereicht werden. Der schriftliche Antrag von maximal 10 Seiten ist an keine besondere Form gebunden. Er sollte

  • das Lehrerbildungskonzept der Hochschule darstellen (Welche Angebote im Bereich der DaZ-/DaF-Ausbildung gibt es bereits und wie sind sie perspektivisch in ein übergreifendes Konzept von Interkulturalität und Diversität in der Lehramtsausbildung eingebunden? Wie ausgeprägt ist das studentische Engagement, welche Kompetenzen gibt es im Bereich der DaZ-/DaF-Ausbildung und des Service Learnings, welche Konzepte der Theorie-Praxis-Reflexion in der Lehramtsausbildung gibt es, und welche Forschungsprojekte widmen sich gegebenenfalls dem Thema?);
  • darstellen, welche Partner potenziell zur Verfügung stehen (zum Beispiel Schulen mit hohem Flüchtlingsanteil; Ausbildungsunternehmen; weitere Kooperationsmöglichkeiten);
  • angeben, welche konkreten Herausforderungen mit dem beantragten Projekt adressiert und welche Ziele innerhalb der zweijährigen Förderzeit erreicht werden können;
  • deutlich machen, inwiefern neben den Flüchtlingen auch die anderen Projektbeteiligten von den geplanten Maßnahmen profitieren.

Darüber hinaus sollten mit Blick auf das geförderte Netzwerk folgende Fragen beantwortet werden:

  • Welches Thema interessiert Sie im Kontext der Förderung interkultureller Kompetenzen und Diversitätserfahrung in der Lehramtsausbildung besonders?
  • Was könnte Ihre Hochschule zur Netzwerkarbeit beitragen?

Nach Eingang der Bewerbungen entscheidet eine Jury mit Mitgliedern aus Hochschulen, Schulen, Studierenden und Vertretern der Zivilgesellschaft und von Unternehmen über die Vergabe der Fördermittel.

Kriterien der Beurteilung

Für den Erfolg eines Antrages sind folgende Kriterien entscheidend:

  • Die Ausgangslage der Hochschule ist mit Blick auf das beantragte Projekt und seine Ziele schlüssig und vollständig erhoben worden.
  • Das zu fördernde Projekt/die zu fördernden Projekte an der Hochschule sind zielführend und realistisch umsetzbar.
  • Durch die Projekte werden interkulturelle und DaZ-/DaF-Kompetenzen an der Hochschule und insbesondere in der Lehramtsausbildung gefördert und verstetigt.
  • Studentisches Engagement im Bereich der Sprachvermittlung an Flüchtlinge oder Personen mit Migrationshintergrund wird durch die Hochschule begleitet und reflektiert.
  • Die Hochschule zeichnet sich bereits durch Erfahrungen im Bereich der DaZ-/DaF-Ausbildung, des Service Learnings, der Flüchtlingshilfe und Integrationsförderung aus; gegebenenfalls kann sie auf begleitende Forschungsprojekte verweisen.

Frist und Antragsform

Der Antrag erfolgt über die Hochschulleitung und muss bis zum 28. April 2017 beim Stifterverband eingegangen sein (Ausschlussfrist). Die Antragsunterlagen bestehen aus:

  • einem Deckblatt (PDF)
  • einer einseitigen Zusammenfassung
  • der maximal 10 Seiten umfassenden Konzeptskizze und Maßnahmenbeschreibung
  • einem Budget- und Zeitplan

Die Antragsunterlagen sind als PDF-Dokument und gedruckt in achtfacher Ausfertigung als Loseblattsammlung (nicht geklammert, geheftet, gebunden o.ä.) einzureichen bei:

Daniela Mägdefessel
Bereich Programm und Förderung
Stifterverband 
Baedekerstraße 1
45128 Essen

sowie elektronisch an daniela.maegdefessel@stifterverband.de zu übersenden.

Zeitplan

Ausschreibung Februar 2017
Antragsfrist 28. April 2017
Jurysitzung Mitte Juni 2017
Förderzeitraum zwei Jahre

Kontakt

Ann-Katrin Schröder-Kralemann

leitet im Stifterverband den Programmbereich "Hochschule und Wirtschaft".

T 0201 8401-140
F 0201 8401-215

E-Mail senden

Daniela Mägdefessel

ist Programmmanagerin im Bereich "Programm und Förderung".

T 0201 8401-134
F 0201 8401-215

E-Mail senden

Die Ausschreibung erfolgt im Rahmen des Sonderprogramms Integration durch Bildung des Stifterverbandes.