Transferbarometer: Strategische Potenziale und Umsetzung

Konzeptionelle Grundlagen und Empfehlungen

Das Transferbarometer hinterfragt, erweitert und schärft bestehende Indikatoren für wirtschafts- und technologienahen Transfer und unterbreitet Vorschläge zur möglichen Standardisierung. Darüber hinaus verbreitert das Transferbarometer die Perspektive auf Transfer und entwickelt neue Indikatorensets zur Abbildung eines nicht auf wirtschafts- und technologienahen Transfer beschränkten Transferverständnisses. Die Indikatoren wurden gemeinsam mit fünf ausgewählten Hochschulen und sechs Helmholtz-Zentren mit unterschiedlichen Transferprofilen entwickelt und an den Einrichtungen praktisch erprobt. Die Indikatoren des Transferbarometers sind nicht als abschließend zu verstehen. Vielmehr
geht es darum, das vorgeschlagene Standardset an eigene Bedürfnisse anzupassen und es zu erweitern. Ziel des Transferbarometers ist es, Transparenz und Sichtbarkeit über Transferaktivitäten an Wissenschaftseinrichtungen herzustellen und konkrete Ansatzpunkte für die organisationsinterne Steuerung zu schaffen.

Die bei der Erprobung des Transferbarometers gesammelten Erfahrungen zeigen, dass die Erfassung mit einem spürbaren Erhebungsaufwand einhergeht. Dies liegt in erster Linie an der Vielzahl und Vielfalt möglicher Transferaktivitäten, die zudem häufig dezentral und von verschiedenen Akteuren und Organisationseinheiten durchgeführt werden. Darüber hinaus existieren vor allem in nicht wirtschafts- und technologienahen Transferbereichen noch keine eingespielten Prozesse, Strukturen und Erhebungsroutinen für die Erfassung von Informationen möglichst direkt an der Quelle. Bei der endgültigen Auswahl der Indikatoren stand eine hohe Aussagekraft kombiniert mit einer grundsätzlichen Machbarkeit und einem vertretbaren Erhebungsaufwand im Fokus.

Diese im Dezember 2021 veröffentlichte Publikation zeigt, wie die operative Erfassung und Darstellung von Transfer an Wissenschaftseinrichtungen mithilfe des Transferbarometers gelingen kann. Sie stellt die konzeptionellen Grundlagen und Mehrwerte des Transferbarometers vor und gibt Hinweise für die praktische Umsetzung. Der Fokus liegt auf transferfeldübergreifenden Erkenntnissen und Erfahrungen sowie auf konkreten methodischen Hinweisen und Empfehlungen. Die Ausführungen werden inhaltlich ergänzt durch einen separaten Indikatorenkatalog mit einer ausführlichen Darstellung sämtlicher Indikatorensets und transferfeldspezifischen Hinweisen zur Erhebung.

Damit erhalten Interessierte eine praktische Handreichung für die Erfassung und Darstellung ihres Transferhandelns. Diese bietet in der Praxis erprobtes Wissen sowie Anregungen und Orientierung für die operative Durchführung. Wissenschaftseinrichtungen, die Transfer als relevante wissenschaftliche Leistungsdimension stärken möchten, kann die Handreichung zur Sensibilisierung, Motivation und Hilfestellung dienen.

DAS TRANSFERBAROMETER-PROJEKT

  • Transfer ist für die institutionelle Entwicklung von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zunehmend relevant.
  • Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen weisen profilbedingte Unterschiede im Wissens- und Technologietransfer auf.
  • Zentrale Herausforderung ist die Erfassung, Einordnung und transparente Darstellung von Leistungen und Erfolgen im Wissens- und Technologietransfer.
  • Geeignete quantitative und qualitative Indikatoren helfen, Transparenz bei Aktivitäten und Entwicklungspotenzialen zu erreichen und unterschiedliche Profile widerzuspiegeln.
  • Das Transferbarometer hat bestehende Indikatoren für wirtschafts- und technologienahen Transfer weiterentwickelt und als mögliche Grundlage für eine Standardisierung geschärft.
  • Für ein breites Transferverständnis wurden weitere Transferfelder definiert und dazu passende Indikatoren entwickelt und erprobt.
  • Das Transferbarometer bietet einen praxiserprobten Ansatz zur Darstellung, Schwerpunktsetzung und Weiterentwicklung verschiedener Transferprofile von Wissenschaftseinrichtungen.