Deutscher Zukunftspreis

Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation

Mit dem Deutschen Zukunftspreis zeichnet der Bundespräsident jedes Jahr Einzelpersonen oder Gruppen für eine hervorragende technische, ingenieur- oder naturwissenschaftliche Innovation aus.
Die Auszeichnung ist mit 250.000 Euro dotiert.

 
Drei Teams sind für den Deutschen Zukunftspreis 2019 nominiert.
Um in die Endrunde zu gelangen, mussten ihre Projekte die folgenden Kriterien erfüllen: Entscheidend sind der wissenschaftlich-technische Innovationsgrad und das Potenzial, diese Leistung in zukunftsfähige Arbeitsplätze umzusetzen. Ebenso wichtig sind die Patentfähigkeit der Innovation und ihre Durchsetzung auf dem Markt.

Die Jury hat aus den diesjährigen Einreichungen drei Vorschläge für die Endrunde ausgewählt: Zwei Projekte kommen aus Bayern, eines stammt aus Nordrhein-Westfalen. Bei den Innovationen geht es um ein Verfahren, Kohlendioxid als Ausgangsmaterial für Alltagsprodukte zu nutzen, um effiziente und transparente Abläufe in unterschiedlichen Organisationsformen sowie um eine Methode, schwere, auch degenerative Erkrankungen erkennen und frühzeitig therapieren zu können.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht am 27. November 2019 den Deutschen Zukunftspreis an eines der drei nominierten Teams.

Die nominierten Teams 2019

Team 1: Kohlendioxid – ein Rohstoff für nachhaltige Kunststoffe

Foto: Ansgar Pudenz/DZP
  • Dr. rer. nat. Christoph Gürtler, Covestro Deutschland AG, Leverkusen (Sprecher des Teams) (Mitte)
  • Prof. Dr. rer. nat. Walter Leitner, RWTH Aachen University/Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion (MPI CEC), Mülheim an der Ruhr
  • Dr. rer. nat. Berit Stange, Covestro Deutschland AG, Leverkusen

 
Kraftwerke, Verkehrsmittel und Industriebetriebe, die fossile Stoffe verbrennen oder verarbeiten, stoßen große Mengen an Kohlendioxid (CO2) aus. Die chemische Industrie benötigt ihrerseits Kohlenstoff, einen Bestandteil des Treibhausgases, als Rohmaterial zur Herstellung von Kunststoffen. Ist es möglich, einen Kreislauf zu schließen, indem ein Teil des emittierten Kohlendioxids für die Industrieproduktion genutzt wird? Das Team hat den Beleg erbracht, dass sich der Einstieg in einen solchen Kreislauf realisieren lässt – und dass die Verwendung des Treibhausgases CO2 marktfähige Lösungen bietet. Dazu entwickelten die Forscher ein chemisches Verfahren auf Basis maßgeschneiderter Katalysatoren, das das reaktionsträge Kohlendioxid für die Herstellung von Polyolen nutzbar macht – eine Ausgangssubstanz für vielseitig einsetzbare Kunststoffe.

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Team 2: Process Mining – Schlüsseltechnologie für die Zukunft der Arbeit und Wertschöpfung in Unternehmen

Foto: Ansgar Pudenz/DZP
  • Alexander Rinke, Celonis SE, München (Sprecher) (Mitte)
  • Martin Klenk, Celonis SE, München (re.)
  • Bastian Nominacher, Celonis SE, München

 
Die Digitalisierung der Geschäftsabläufe eröffnet Unternehmen viele neue Möglichkeiten. So bietet die Fülle an Daten, die dabei anfällt, die Chance, Kundenbeziehungen, Kontakte mit anderen Firmen und interne Prozesse auf den Prüfstand zu stellen und nachhaltig zu verbessern. Doch bislang fehlten die technischen Mittel, um dieses Potenzial vollständig auszuschöpfen. Wie lässt sich das ändern? Das Forscherteam hat dazu ein vielseitiges und einfach zu handhabendes Werkzeug geschaffen: eine neuartige Methode, um Prozesse umfassend zu analysieren, darzustellen, zu verstehen – und effizienter zu gestalten. Das Process Mining lässt sich in allen Bereichen und auf allen Ebenen von Unternehmen einsetzen, macht selbst komplexe und miteinander verwobene Vorgänge sichtbar und entwirft als operatives System eigenständig Vorschläge für nutzbringende Veränderungen.

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Team 3: Ultra-Hochfeld-MRT – Präzisionsmedizin zum Wohl der Patienten

Foto: Ansgar Pudenz/DZP
  • Christina Triantafyllou, Ph.D. (Sprecherin)
  • Univ.-Prof. Dr. med. Arnd Dörfler, Universitätsklinikum Erlangen, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (li.)
  • Prof. Dr. sc. techn. Mark E. Ladd, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg

 
Die Magnetresonanztomographie (MRT) hat sich in der Medizin als wichtiges Verfahren etabliert, um Erkrankungen anhand charakteristischer Veränderungen im Körper frühzeitig zu erkennen. Bei der Diagnose neurologischer Erkrankungen und bei der Verlaufskontrolle von Krebstherapien hat diese Technik noch viel Potenzial. Wie lässt es sich ausschöpfen? Das Team hat die Stärke des Magnetfelds für die MRT deutlich erhöht – und dadurch neue und detailliertere Einblicke in den menschlichen Körper ermöglicht. Durch innovative Ansätze gelang es den Forschern, die Technik der Ultra-Hochfeld-MRT nicht nur für die Grundlagenforschung, sondern nun auch für den Einsatz in Kliniken zugänglich zu machen.

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Preisträger 2018

Schutz bei fehlendem Immunsystem –
die lebensrettende Innovation gegen gefährliche Viren

Foto: Ansgar Pudenz/DZP

Prof. Dr. rer. nat. Helga Rübsamen-Schaeff (Sprecherin), AiCuris Anti-infective Cures GmbH, Wuppertal
Dr. rer. nat. Holger Zimmermann, AiCuris Anti-infective Cures GmbH, Wuppertal

Viele Menschen tragen unbemerkt ein gefährliches Virus in sich. Meist wird es von den Abwehrkräften des Körpers in Schach gehalten. Doch bei einem geschwächten Immunsystem, etwa nach einer Organtransplantation, kann der Erreger die Oberhand gewinnen – und lebensbedrohliche Erkrankungen hervorrufen. Gibt es eine Möglichkeit, diesem häufig tödlichen Risiko vorzubeugen? Dem Team ist es gelungen, erstmals einen Wirkstoff ausfindig zu machen, der effektiv vor Attacken des Humanen Cytomegalie-Virus (CMV) schützt. In einem neu gegründeten Unternehmen entwickelten die beiden Nominierten mit der Substanz ein Medikament, das neue Perspektiven in der Transplantationsmedizin erschließt. Es steht seit kurzem für Patienten bereit, die sich einer Knochenmarkstransplantation unterziehen müssen.

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MERTON-Magazin: Von der Forscherin zur Unternehmerin
Jeder zweite Deutsche trägt ein Virus namens CMV in sich. Wirksame Mittel dagegen gab es bisher nur wenige – und sie haben erhebliche Nebenwirkungen. Die aktuelle Preisträgerin des Deutschen Zukunftspreises konnte diese Lücke nun schließen. Aber sie musste einen ungewöhnlichen Weg gehen.

Durchfechter-Podcast: Die Virenbekämpferin
Helga Rübsamen-Schaeff erzählt über ihre Forschung und wofür sie das Preisgeld nutzen will –  natürlich sollen neue Medikamente damit entwickelt werden! Diesmal könnte es ein Antibiotikum gegen die gefürchteten multiresistenten Krankenhauskeime sein.

Der Deutsche Zukunftspreis in der ZDF-Mediathek

Wie eine mutige Forscherin das Herpesvirus überlistete

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Video der YouTuberin Marlene Heckl alias MediTutor zum Deutschen Zukunftspreis 2018

 

 

Preisträger 2017

Roboterassistenten für eine leichtere Zukunft

Foto: Ansgar Pudenz/DZP

Sami Haddadin (Sprecher), Leibniz Universität Hannover (Mitte)
Simon Haddadin, Franka Emika GmbH, München
Sven Parusel, Franka Emika GmbH, München

Das Forscherteam hat das erste System einer völlig neuen Generation von kostengünstigen, sicheren, intelligenten, aktiv unterstützenden Werkzeugen für Menschen entwickelt: zunächst als Kollege in der Fabrik, später für Serviceanwendungen, um Ältere oder Kranke zu unterstützen, und schlussendlich als Helfer im Alltag. Das System lässt sich wie ein Smartphone über Apps bedienen. Dabei ist das System derart feinfühlig, dass es direkt neben dem Menschen komplexe Arbeiten übernehmen kann, die ihm vom Lehrer Mensch gezeigt werden.

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Preisträger 2016

Drei Forscherteams waren für den Deutschen Zukunftspreis 2016 nominiert. Bundespräsident Joachim Gauck hat die Auszeichnung am 30. November 2016 in einer festlichen Veranstaltung in Berlin verliehen.

Foto: Ansgar Pudenz/DZP

Das faszinierende Material Carbonbeton – sparsam, schonend, schön

Prof. Dr.-Ing. Manfred Curbach (Sprecher des Teams)
Prof. Dr.-Ing. habil. Dipl.-Wirt. Ing. Chokri Cherif
Prof. Dr.-Ing. habil. Peter Offermann

Technische Universität Dresden

Das Forscherteam hat einen innovativen Beton-Verbundwerkstoff von der Grundlagenforschung bis zum größten Entwicklungs- und Anwendungsnetzwerk der deutschen Baubranche geführt, mit dem sich das derzeit wichtigste Baumaterial Stahlbeton zunehmend ersetzen lässt. Das verlängert die Lebensdauer von Betonbauwerken, senkt dadurch die Instandhaltungskosten und sorgt zudem für einen geringeren Ressourcenverbrauch und weniger CO2-Emissionen.

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Preisträger 2015

Foto: Ansgar Pudenz/DZP

Entlastung für Herz und Lunge – vom Nitroglyzerin zu innovativen Therapien

Prof. Dr. med. Ardeschir Ghofrani, Justus-Liebig-Universität Gießen (Sprecher des Teams)
Dr. med. Reiner Frey, Bayer Pharma AG, Wuppertal
Prof. Dr. rer. nat. habil. Johannes-Peter Stasch, Bayer Pharma AG, Wuppertal

Diese Forscher haben eine Therapie für zwei Formen des Lungenhochdrucks entdeckt und entwickelt. Die Erforschung des neuartigen Wirkmechanismus von Riociguat beruht auf den Erkenntnissen der 130 Jahre alten Therapie mit Nitroglycerin bei Angina pectoris. Das innovative Medikament kann den von der schweren Erkrankung Betroffenen erhebliche Besserung verschaffen – für einige ist das Arzneimittel aus Deutschland die erste verfügbare medikamentöse Therapie.

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Der Stifterverband kümmert sich um die Einwerbung des Preisgeldes und führt die Geschäftsstelle, die die Jury sowie das Kuratorium betreut und das Auswahlverfahren organisiert.

Der Deutsche Zukunftspreis – Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation – unterscheidet sich von anderen Wissenschaftspreisen, indem er neben der wissenschaftlichen Leistung die Marktfähigkeit von Innovationen und die damit verbundene Schaffung von Arbeitsplätzen bewertet. Er bringt der Öffentlichkeit in besonderer Weise die in Deutschland vorhandenen wissenschaftlichen und technischen Innovationspotenziale als Bedingung für wirtschaftliches Handeln ins Bewusstsein.

Die enge Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft ist nicht nur konzeptioneller Bestandteil des Preises, sie schlägt sich auch in den organisatorischen Gegebenheiten nieder. In den für den Preis zuständigen Organen und Gremien ist die Wirtschaft gleichermaßen wie die Wissenschaft vertreten. Dazu gehören das Kuratorium, das vom Bundespräsidenten berufen und die Jury, die auf Vorschlag des Kuratoriums gebildet wird.

Der Deutsche Zukunftspreis ist kein Bewerbungspreis. Die Projekte werden von den nach Statut berechtigten Organisationen vorgeschlagen; hierzu zählen auch wesentliche Organisationen der Wirtschaft.

20 Jahre Erfindergeist

Foto: Ansgar Pudenz/DZP

MP3-Player, vegane Wurst, Laser und Thrombosemedikamente haben auf den ersten Blick nicht viel gemein. Hinter ihrer Entwicklung stecken aber viele Jahre harte Arbeit und jede Menge Erfindergeist. Diesen zeichnet der Bundespräsident einmal im Jahr mit dem Deutschen Zukunftspreis aus. 2016 wurde der Preis zum 20. Mal vergeben und hat mittlerweile sogar zwei Nobelpreisträger hervorgebracht. Ein Rückblick.

MERTON-Magazin

 

 

 

Kontakt

Daniela Mägdefessel

führt die Geschäftsstelle des Deutschen Zukunftspreises.

T 0201 8401-134
F 0201 8401-215

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