Deutscher Zukunftspreis

Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation

Mit dem Deutschen Zukunftspreis zeichnet der Bundespräsident jedes Jahr Einzelpersonen oder Gruppen für eine hervorragende technische, ingenieur- oder naturwissenschaftliche Innovation aus.
Die Auszeichnung ist mit 250.000 Euro dotiert.

 
Drei Teams wurden für den Deutschen Zukunftspreis nominiert.
Um in die Endrunde zu gelangen, mussten ihre Projekte die folgenden Kriterien erfüllen: Entscheidend sind der wissenschaftlich-technische Innovationsgrad und das Potenzial, diese Leistung in zukunftsfähige Arbeitsplätze umzusetzen. Ebenso wichtig sind die Patentfähigkeit der Innovation und ihre Durchsetzung auf dem Markt.

Der 28. November 2018 war der Tag der Preisverleihung: Die Jury des Zukunftspreises hatte dann entschieden, wer die Auszeichnung in diesem Jahr erhält. Am selben Abend überreichte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Deutschen Zukunftspreis an das Gewinnerteam im Rahmen einer festlichen Preisverleihung in Berlin.

Preisträger 2018

Schutz bei fehlendem Immunsystem –
die lebensrettende Innovation gegen gefährliche Viren

Foto: Ansgar Pudenz/DZP

Prof. Dr. rer. nat. Helga Rübsamen-Schaeff (Sprecherin), AiCuris Anti-infective Cures GmbH, Wuppertal
Dr. rer. nat. Holger Zimmermann, AiCuris Anti-infective Cures GmbH, Wuppertal

Viele Menschen tragen unbemerkt ein gefährliches Virus in sich. Meist wird es von den Abwehrkräften des Körpers in Schach gehalten. Doch bei einem geschwächten Immunsystem, etwa nach einer Organtransplantation, kann der Erreger die Oberhand gewinnen – und lebensbedrohliche Erkrankungen hervorrufen. Gibt es eine Möglichkeit, diesem häufig tödlichen Risiko vorzubeugen? Dem Team ist es gelungen, erstmals einen Wirkstoff ausfindig zu machen, der effektiv vor Attacken des Humanen Cytomegalie-Virus (CMV) schützt. In einem neu gegründeten Unternehmen entwickelten die beiden Nominierten mit der Substanz ein Medikament, das neue Perspektiven in der Transplantationsmedizin erschließt. Es steht seit kurzem für Patienten bereit, die sich einer Knochenmarkstransplantation unterziehen müssen.

 

 

Die weiteren Nominierungen 2018

Eine radikal neue Getriebegattung –
Produktivitätssprünge für den Maschinenbau

Foto: Ansgar Pudenz/DZP

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Bayer (Sprecher), WITTENSTEIN SE, Igersheim
Dr.-Ing. E.h. Manfred Wittenstein, WITTENSTEIN SE, Igersheim

Für viele Herstellungsschritte in der Industrie sind Getriebe notwendig; ohne sie wäre die Übertragung von großen Kräften mit hoher Präzision nicht realisierbar. Das Manko: Bei allen Arten von Getrieben sind immer nur wenige Zähne der Zahnräder an der Kraftübertragung beteiligt – der Großteil wird nicht genutzt. Genau das limitiert die Produktivität von Maschinen, Robotern und Automatisierungsanlagen. Die Frage lautete: Wie muss ein Getriebe konstruiert sein, das Leistung in bislang unvorstellbaren Dimensionen liefert? Das Team entwickelte dafür eine bahnbrechende Lösung: Es erfand eine radikal neue Getriebegattung. Innovationskern sind Einzelzähne mit vollständigem Flächenkontakt bei der Kraftübertragung. Dadurch erreicht das innovative Getriebe Leistungswerte, die bisher nicht darstellbar waren.

 

 

Flüssige Wasserstoffspeicher –
Wegbereiter einer zukünftigen Wasserstoffgesellschaft

Foto: Ansgar Pudenz/DZP

Prof Dr. rer. nat. Peter Wasserscheid (Sprecher), Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg/Forschungszentrum Jülich
Prof. i.R. Dr.-Ing. Wolfgang Arlt, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Dr.-Ing. Daniel Teichmann, Hydrogenious Technologies GmbH, Erlangen

Stellt man Überlegungen über ein CO2-freies Energiesystem der Zukunft an, ist Wasserstoff als Energieträger fast unumgänglich. Trotz aller Fortschritte stellt die kostengünstige und sichere Speicherung und Handhabung nach wie vor eine Herausforderung dar: Heute wird Wasserstoff zumeist unter sehr hohen Druck gesetzt oder bei Temperaturen von unter minus 250 Grad Celsius verflüssigt. Beides ist teuer, weil dafür flächendeckend eine komplett neue Infrastruktur aufgebaut werden müsste. Das Team hat einen Weg entwickelt, der ohne die aufwändige Handhabung von molekularem Wasserstoff auskommt. Stattdessen wird Wasserstoff an eine ungefährliche und gut zu handhabende Trägerflüssigkeit chemisch gebunden, die gefahrlos in der bestehenden Infrastruktur heutiger Kraftstoffe genutzt werden kann. Bei Bedarf wird der Wasserstoff wieder freigesetzt, wobei die Trägerflüssigkeit als "flüssige Pfandflasche" erhalten bleibt und neu beladen werden kann. Die sogenannte LOHC-Technologie (liquid organic hydrogen carrier) ermöglicht damit eine einfache und effiziente Möglichkeit der Speicherung und des Transports von Wasserstoff.

 

 

Preisträger 2017

Roboterassistenten für eine leichtere Zukunft

Foto: Ansgar Pudenz/DZP

Sami Haddadin (Sprecher), Leibniz Universität Hannover
Simon Haddadin, Franka Emika GmbH, München
Sven Parusel, Franka Emika GmbH, München

Das Forscherteam hat das erste System einer völlig neuen Generation von kostengünstigen, sicheren, intelligenten, aktiv unterstützenden Werkzeugen für Menschen entwickelt: zunächst als Kollege in der Fabrik, später für Serviceanwendungen, um Ältere oder Kranke zu unterstützen, und schlussendlich als Helfer im Alltag. Das System lässt sich wie ein Smartphone über Apps bedienen. Dabei ist das System derart feinfühlig, dass es direkt neben dem Menschen komplexe Arbeiten übernehmen kann, die ihm vom Lehrer Mensch gezeigt werden.

Preisverleihung in der ZDF-Mediathek

 

 

Preisträger 2016

Drei Forscherteams waren für den Deutschen Zukunftspreis 2016 nominiert. Bundespräsident Joachim Gauck hat die Auszeichnung am 30. November 2016 in einer festlichen Veranstaltung in Berlin verliehen.
Preisverleihung in der ZDF-Mediathek

Foto: Ansgar Pudenz/DZP
Das Forscherteam hat einen innovativen Beton-Verbundwerkstoff von der Grundlagenforschung bis zum größten Entwicklungs- und Anwendungsnetzwerk der deutschen Baubranche geführt.
Foto: Ansgar Pudenz/DZP
Das Team stammt von der Technischen Universität Dresden.

Das faszinierende Material Carbonbeton – sparsam, schonend, schön

Prof. Dr.-Ing. Manfred Curbach (Sprecher des Teams)
Prof. Dr.-Ing. habil. Dipl.-Wirt. Ing. Chokri Cherif
Prof. Dr.-Ing. habil. Peter Offermann

Technische Universität Dresden

Das Forscherteam hat einen innovativen Beton-Verbundwerkstoff von der Grundlagenforschung bis zum größten Entwicklungs- und Anwendungsnetzwerk der deutschen Baubranche geführt, mit dem sich das derzeit wichtigste Baumaterial Stahlbeton zunehmend ersetzen lässt. Das verlängert die Lebensdauer von Betonbauwerken, senkt dadurch die Instandhaltungskosten und sorgt zudem für einen geringeren Ressourcenverbrauch und weniger CO2-Emissionen.

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Preisträger 2015

Foto: Ansgar Pudenz/DZP

Entlastung für Herz und Lunge – vom Nitroglyzerin zu innovativen Therapien

Prof. Dr. med. Ardeschir Ghofrani, Justus-Liebig-Universität Gießen (Sprecher des Teams)
Dr. med. Reiner Frey, Bayer Pharma AG, Wuppertal
Prof. Dr. rer. nat. habil. Johannes-Peter Stasch, Bayer Pharma AG, Wuppertal

Diese Forscher haben eine Therapie für zwei Formen des Lungenhochdrucks entdeckt und entwickelt. Die Erforschung des neuartigen Wirkmechanismus von Riociguat beruht auf den Erkenntnissen der 130 Jahre alten Therapie mit Nitroglycerin bei Angina pectoris. Das innovative Medikament kann den von der schweren Erkrankung Betroffenen erhebliche Besserung verschaffen – für einige ist das Arzneimittel aus Deutschland die erste verfügbare medikamentöse Therapie.

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Der Stifterverband kümmert sich um die Einwerbung des Preisgeldes und führt die Geschäftsstelle, die die Jury sowie das Kuratorium betreut und das Auswahlverfahren organisiert.

Der Deutsche Zukunftspreis – Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation – unterscheidet sich von anderen Wissenschaftspreisen, indem er neben der wissenschaftlichen Leistung die Marktfähigkeit von Innovationen und die damit verbundene Schaffung von Arbeitsplätzen bewertet. Er bringt der Öffentlichkeit in besonderer Weise die in Deutschland vorhandenen wissenschaftlichen und technischen Innovationspotenziale als Bedingung für wirtschaftliches Handeln ins Bewusstsein.

Die enge Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft ist nicht nur konzeptioneller Bestandteil des Preises, sie schlägt sich auch in den organisatorischen Gegebenheiten nieder. In den für den Preis zuständigen Organen und Gremien ist die Wirtschaft gleichermaßen wie die Wissenschaft vertreten. Dazu gehören das Kuratorium, das vom Bundespräsidenten berufen und die Jury, die auf Vorschlag des Kuratoriums gebildet wird.

Der Deutsche Zukunftspreis ist kein Bewerbungspreis. Die Projekte werden von den nach Statut berechtigten Organisationen vorgeschlagen; hierzu zählen auch wesentliche Organisationen der Wirtschaft.

20 Jahre Erfindergeist

Foto: Ansgar Pudenz/DZP

MP3-Player, vegane Wurst, Laser und Thrombosemedikamente haben auf den ersten Blick nicht viel gemein. Hinter ihrer Entwicklung stecken aber viele Jahre harte Arbeit und jede Menge Erfindergeist. Diesen zeichnet der Bundespräsident einmal im Jahr mit dem Deutschen Zukunftspreis aus. 2016 wurde der Preis zum 20. Mal vergeben und hat mittlerweile sogar zwei Nobelpreisträger hervorgebracht. Ein Rückblick.

MERTON-Magazin

 

Kontakt

Daniela Mägdefessel

führt die Geschäftsstelle des Deutschen Zukunftspreises.

T 0201 8401-134
F 0201 8401-215

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