Hochschulperle

Hochschulperlen sind innovative, beispielhafte Projekte, die an einer Hochschule realisiert werden.

 
 
Weil sie klein sind,
werden die Projekte jenseits der Hochschulmauern kaum registriert. Weil sie glänzen, können und sollten sie aber auch andere Hochschulen schmücken. Jeden Monat stellt der Stifterverband eine Hochschulperle vor. Im Jahr 2021 stand die Auszeichnung unter dem Oberthema "Übergänge in Zeiten der Pandemie".

Die Corona-Pandemie stellt Hochschulen und Studierende gleichermaßen vor große Herausforderungen. Die Lehre findet in digitalen Formaten statt, das Campusleben ist zum Erliegen gekommen, und insbesondere Erstsemester erfahren ihre akademische Sozialisation kaum noch in der Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden. Die Situation von Studierenden, die vor oder unmittelbar nach dem Studienabschluss stehen, ist ebenso eine Herausforderung, denn die angespannte wirtschaftliche Situation erschwert einen schnellen Berufseinstieg.

Besonders die Gruppe der internationalen Studierenden hat mit den Übergängen am Beginn und Ende eines Studiums augenblicklich sehr zu kämpfen. Umso wichtiger sind Initiativen, die für die Integration von neuen Studierenden in das Campusleben sorgen oder mit zusätzlichen Angeboten beim Einstieg in das Berufsleben unterstützen. Viele Hochschulen haben für diese "Übergänge in Zeiten der Pandemie" originelle und neue Angebote entwickelt. Im Jahr 2021 hat der Stifterverband nach solchen wirkungsvollen Initiativen und Ideen gesucht – und sie mit der Hochschulperle des Monats ausgezeichnet, um sie überregional sichtbar zu machen und andere Hochschulen zu inspirieren.

Wahl zur Hochschulperle des Jahres

Das Publikumsvoting hat einen Sieger ergeben: Mit 37,38 Prozent der 4.994 abgegebenen gültigen Stimmen hat das Projekt ScieMatch das Rennen gemacht. Die Hochschulperle des Jahres 2021 erhält ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro.

Auf Platz 2 folgte im dichten Abstand das Projekt btu360grad.online (35,80 Prozent) vor den Digitalen Studienhelfer*innen (9,03 Prozent). Allen, die sich an der 24-stündigen SMS-Abstimmung beteiligt haben, ein herzliches Dankeschön!

Die Zuordnung der Abstimmungscodes zu den einzelnen Projekten:
H01 = Zukunftssemester
H02 = Erstsemesterakademie BaWü "zukunftsfähig"
H03 = Von der Couch auf den Campus
H04 = Digitale Spieleabende
H05 = Digitale Studienhelfer*innen
H06 = Study into the job
H07 = btu360grad.online
H08 = Mathe-Fit
H09 = Moin CAU
H10 = ScieMatch
H11 = Work it out!
H12 = Podcast "Campusgeflüster"

Endergebnis des Publikumsvotings vom 19./20. Januar 2022

 

Diese Projekte standen zur Wahl:

Januar: Zukunftssemester

Um den Übergang vom Studium ins Berufsleben in der Krise zu erleichtern, haben die Hochschulen Ruhr West und Rhein-Waal das "Zukunftssemester" gestartet. Es bereitet Studierende, die bereits einen ersten Abschluss haben, mit praxisnahen Angeboten auf das Berufsleben vor. Zugleich bietet es eine Perspektive angesichts der angespannten Situation auf dem Arbeitsmarkt. 

Die Absolventen behalten mit dem "Zukunftssemester" ihren Studierendenstatus für maximal zwei weitere Semester. In dieser Zeit können sie sich an den Hochschulen weiterqualifizieren, als Werkstudent tätig sein und für Praxisprojekte in Unternehmen arbeiten. Dafür gibt es bis zu 30 ECTS-Punkte. Zur Auswahl stehen Kurse wie Circular Economy Management, Entrepreneurship, Digitalisierung, International Perspectives and Intercultural Communication oder Nachhaltigkeit. Studierende der einen Hochschule können das Kursangebot der jeweils anderen Hochschule im Rahmen des "Zukunftssemesters" nutzen.

"Die aktuelle Krise stellt Studierende kurz vor oder nach ihrem Abschluss vor enorme Herausforderungen, ein schneller Berufseinstieg ist oft nicht möglich", so die Jury des Stifterverbandes zu ihrer Entscheidung. "Das 'Zukunftssemester' ist eine kluge und pragmatische Lösung für dieses Problem – und geradezu beispielhaft für das neue Thema der Hochschulperle in diesem Jahr."

Details zum "Zukunftssemester" auf der Website der Hochschule Ruhr West
Details zum "Zukunftssemester" auf der Website der Hochschule Rhein-Waal

Februar: Erstsemesterakademie BaWü "zukunftsfähig"

Foto: Erstsemesterakademie BaWü "zukunftsfähig"

Die Erstsemesterakademie BaWü "zukunftsfähig" vernetzt Erstsemester fächerübergreifend schon vor dem Studienstart mit erfahrenen Studierenden und lässt sie trotz Corona hinter die Kulissen des Hochschulalltags blicken. Das Projekt haben sechs lokale Studierendenteams der Universitäten Freiburg, Hohenheim, Mannheim, Stuttgart, Tübingen sowie der Hochschule Mannheim ins Leben gerufen.

Durch ihr Programm fördert die Erstsemesterakademie zudem studentisches Engagement rund um Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Verantwortung in der Wissenschaft. Die Gruppen organisieren hierzu zum Beispiel interaktive Workshops, Podiumsdiskussionen und Exkursionen. Diese richten sich an Erst- und Zweitsemester im Bachelor- sowie Masterstudium. Auf den Veranstaltungen werden etwa bestehende Strukturen kritisch hinterfragt, neue Lösungsansätze diskutiert und verschiedene Wege der aktiven Mitgestaltung für Studierende aufgezeigt.

Die Idee der Erstsemesterakademie entstand im Frühjahr 2019 im Rahmen des studentischen Vernetzungsformats regio n Baden-Württemberg des netzwerks n, das sich für die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz an Hochschulen einsetzt. Seither haben rund 250 Studierende an den lokalen Veranstaltungswochen der Initiative teilgenommen. In diesem Jahr sollen zu den sechs bestehenden Standorten weitere hinzukommen. Derzeit werden zehn Mitglieder des letztjährigen Organisationsteams zu Coaches ausgebildet, um die zukünftigen Lokalteams zu unterstützen und das Format weiterzuverbreiten.

Die Erstsemesterakademie wird auf Landesebene durch die Glücksspirale des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sowie die regionale Netzstelle RENN.süd gefördert.

"Die Erstsemesterakademie BaWü 'zukunftsfähig' ist ein hervorragendes Beispiel für interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Hochschule und darüber hinaus sowie einen starken Peer-to-Peer-Ansatz", begründet die Jury des Stifterverbandes ihre Entscheidung. "Zugleich hilft sie Studienanfängern in diesen für sie besonders schwierigen Zeiten, Kontakte zu knüpfen und ein Gefühl des Miteinanders zu entwickeln."

Website der Erstsemesterakademie BaWü "zukunftsfähig"

März: Von der Couch auf den Campus

Foto: Universität Greifswald/Till Junker

Zahlreiche Angebote der Berufs- und Studienorientierung für die Abschlussklassen fallen derzeit pandemiebedingt weg. Um bei der Entscheidungsfindung und Informationsbeschaffung zum Weg vom Klassenraum in den Hörsaal zu helfen, bietet die Universität Greifwald unter dem Motto "Von der Couch auf den Campus" seit Sommer 2020 regelmäßig virtuelle Info-Veranstaltungen für Studieninteressierte an und startete zu Beginn des Jahres 2021 eine neue umfangreiche Serie an digitalen Angeboten. Das stößt auf großes Interesse, denn für angehende Abiturienten beginnt jetzt die intensive Phase der Berufs- und Studienorientierung, und zahlreiche klassische Informationsmöglichkeiten fallen in diesem Frühjahr pandemiebedingt weg.

Die Zentrale Studienberatung der Universität und das Studierendenmarketing binden bei der Konzeptentwicklung und Durchführung der Online-Veranstaltungen Studierende unterschiedlicher Bachelor- und Masterstudiengänge ein. Diese unterstützen bei der Themenfindung und erstellen Inhalte, berichten über ihre persönlichen Erfahrungen und geben Einblicke in den Studienalltag. Die Web-Meetings setzen auf zwei Schwerpunkte: den Weg an die Universität mit den Themen Organisation des Studiums inklusive Stundenplanerstellung und eigenverantwortliches Lernen sowie Auswahl-, Bewerbungs- und Einschreibeprozess. Nach der Präsentation stehen die Ansprechpartner in einem Live-Chat für alle Fragen rund ums Thema Studium zur Verfügung.

"In der Krise braucht es Pragmatismus, Kooperation und innovative Lösungen – all das vereint die Universität Greifswald in ihrem Online-Angebot für Abiturienten", begründet die Jury des Stifterverbandes ihre Entscheidung. "Junge Menschen, die am Übergang zum nächsten Lebensabschnitt stehen, benötigen in dieser herausfordernden Zeit umso mehr Unterstützung und Orientierungshilfe."

Zahlreiche der Orientierungsangebote können auch im Rahmen der diesjährigen digitalen Hochschulinformationstage der Universität Greifswald vom 27. bis 29. Mai 2021 besucht werden.

Hochschulinformationstage an der Universität Greifswald
Online-Kurse zur Studienorientierung

April: Digitale Spieleabende

Foto: Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Mit digitalen Spieleabenden fördert die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg seit Jahresbeginn 2021 die Integration von Erst- und Zweitsemestern in den Studienalltag. Die Aktion findet vor dem Hintergrund der Corona-Beschränkungen, die ein normales Campusleben unmöglich machen, großen Anklang. Über 240 Studierende haben sich bei den Spieleabenden bisher dazugeschaltet.

Kontakte knüpfen, die Hochschule kennenlernen und mit Kommilitonen und Lehrkräften auch mal ohne inhaltlichen Bezug zum Studium ins Gespräch kommen – darum geht es bei den Online-Veranstaltungen. So begann der erste Abend zunächst mit einer kurzen Warm-up-Fragerunde, anschließend wurden die Teilnehmer in zufällige Gruppen eingeteilt. Dabei galt es, in kurzer Zeit möglichst viele Gemeinsamkeiten – abseits des Studiums – unter den Gruppenangehörigen zu finden. Es folgten ein virtueller Campus-Rundgang und ein Quiz, um den Hochschulstandort und die dort arbeitenden Menschen kennenzulernen. Aufgelöst wurden die Fragen mit zu diesem Zweck gedrehten Videos.

Die Spieleabende erfreuen sich so guter Resonanz, dass seit dem Start im Januar 2021 bereits drei Veranstaltungen dieser Art durchgeführt wurden. Die virtuellen Zusammenkünfte beziehen mittlerweile auch Studierende höherer Semester ein und haben unterschiedliche thematische Schwerpunkte: In der "Arabischen Nacht" etwa hat eine syrische Studentin ihre Mitstudierenden auf eine virtuelle Reise in ihre Heimat mitgenommen. Beim "Irischen Abend", der im Mai geplant ist, soll es ein Pub-Quiz und Live-Musik aus Irland geben. Oft würden die Studierenden nach dem offiziellen Teil des Abends noch bis zum frühen Morgen "zusammensitzen", so die Organisatoren.

"Das Projekt zeichnet sich vor allem durch seine Originalität aus", begründet die Jury des Stifterverbandes ihre Entscheidung, die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg auszuzeichnen. "Der digitale Spieleabend trifft einen Nerv, er ist eine tolle Möglichkeit des lockeren Kennenlernens. Genau so etwas fehlt vielen Studienanfängern in dieser für sie besonders herausfordernden Pandemie-Zeit."

Details zum Projekt auf der Website der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Mai: Digitale Studienhelfer*innen

Foto: Philipps-Universität Marburg

Die pandemiebedingte Verlegung der Lehre ins Digitale und der fehlende persönliche Kontakt zu Menschen auf dem Campus, die Hilfestellung geben, sind für Studierende mit Behinderung – gerade zum Studienbeginn – eine besondere Herausforderung. An der Philipps-Universität Marburg gibt es deshalb die "digitalen Studienhelfer*innen" der Servicestelle für behinderte Studierende. Mit ihren speziellen PC-Kenntnissen und ihrem assistenzähnlichen Angebot unterstützen die Helfer Studierende mit Behinderung seit Beginn der Pandemie digital. 

Zur individuellen Unterstützung insbesondere blinder und sehbehinderter Studierender stellt ihnen die Servicestelle studentische Hilfskräfte als "Studienhelfer*innen" kostenfrei zur Verfügung. Während der Pandemie haben die Helfer ihr Angebot weitgehend digitalisiert. So gibt es mehrmals in der Woche Online-Sprechstunden zur Literaturrecherche und Textumsetzung sowie zu technischen Fragen, die von Studierenden mit Beeinträchtigung genutzt werden können.

Neben der Recherche von Literatur und deren barrierefreier Aufbereitung gehört normalerweise auch die Begleitung der Studierenden in die Universitäts- und Fachbibliotheken sowie Lehrveranstaltungen zu den Aufgaben der Helfer. Auch bei technischen Fragen, etwa zu universitärer Software oder der Nutzung der blindengerechten PC-Arbeitsplätze, stehen die speziell eingestellten "Studienhelfer*innen" blinden und sehbehinderten Studierenden zur Verfügung. 

"Für Menschen mit Behinderung stellt die Umstellung der Hochschullehre auf digitale Formate oftmals eine besondere Herausforderung dar", so die Jury des Stifterverbandes zu ihrer Entscheidung. "Umso wichtiger ist es, diesen Menschen auch im digitalen Raum entsprechende Unterstützungsangebote zu machen. Der Philipps-Universität Marburg gelingt das vorbildlich – auch weil sie bereits vor der Pandemie sehr gut auf die Betreuung von Studierenden mit Behinderung eingestellt war."

Weitere Informationen zum Angebot der Servicestelle für behinderte Studierende der Philipps-Universität Marburg

Juni: Study into the job

Foto: FOM/Tatjana Jentsch

Viele junge Menschen halten in diesem Sommer wieder ihr Abiturzeugnis in der Hand. Diejenigen, die nun eine Ausbildung oder ein duales Studium beginnen wollen, haben es schwer. Denn Lehrstellen sind pandemiebedingt nach wie vor rar. Die private FOM Hochschule, die deutschlandweit berufsbegleitende Bachelor- und Master-Studiengänge anbietet, hat deshalb das "Study into the job" entwickelt. Das Sonderprogramm ermöglicht es Abiturienten ausnahmsweise, ein duales Bachelor-Studium zu beginnen, auch wenn sie noch keinen Ausbildungsplatz, kein Volontariat, Traineeship oder Praktikum gefunden haben, und unterstützt sie bei der Stellensuche.

Während der Corona-Pandemie haben die Unternehmen in Deutschland die Zahl ihrer Lehrstellen zum Teil deutlich reduziert. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2020 fast zehn Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als noch im Jahr zuvor. Das macht die Suche nach einem Ausbildungsplatz derzeit besonders schwierig. Im "Study into the job"-Programm bietet die FOM Hochschule unter anderem Bewerbungstrainings an, stellt Kontakte zu Unternehmen und Personalverantwortlichen her und gibt Einblicke in unterschiedliche Abteilungen innerhalb eines Betriebes.

Parallel dazu können die Schulabgänger bereits ihr Studium aufnehmen und verlieren so keine Zeit. Sobald sie dann einen Ausbildungsplatz gefunden haben, wechseln sie automatisch in das reguläre duale Bachelor-Studium. Da der Bachelor in der Regel 3,5 Jahre dauert, eine Lehre aber meist nur 2,5 Jahre, passen sich Lehre und duales Studium zeitlich sogar einander an.

"In der Pandemie-Zeit das Abitur abzulegen, ist für Schülerinnen und Schüler ohnehin eine große Herausforderung", so die Jury des Stifterverbandes zu ihrer Entscheidung. "Wenn sie ihren Abschluss schließlich in der Tasche haben, wartet mit dem Übergang ins Studien- oder Berufsleben bereits die nächste Hürde. Die FOM Hochschule hat hierfür eine flexible Lösung entwickelt, die vorbildhaft ist."

Details zum Sonderprogramm "Study into the job" auf der Website der FOM Hochschule

Juli: btu360grad.online

Foto: BTU Cottbus-Senftenberg

Die Auswahl der passenden Hochschule ist für Studieninteressierte in Pandemie-Zeiten besonders herausfordernd. Vor Ort den Campus kennenlernen, mit Studierenden und Lehrpersonal persönlich ins Gespräch kommen, das ist oft nicht möglich. Digitale Angebote stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Die BTU Cottbus-Senftenberg hat jedoch ein besonders innovatives Online-Orientierungstool entwickelt. Das Projekt "btu360grad.online" ermöglicht es Studieninteressierten, die Studiengänge der BTU und die Hochschulregion Lausitz virtuell kennenzulernen. In 360-Grad-Aufnahmen präsentieren sich verschiedene Akteure der Universität und gewähren Einblicke in Studieninhalte, Uni-Alltag und das studentische Leben in der Region.

Gesteuert über Klicksymbole und eine Mini-Karte bewegen sich die Nutzer in einer 360-Grad-Umgebung über den Zentralcampus der BTU in Cottbus. Sie können virtuell Gebäude betreten und sich interaktiv über unterschiedliche Themen informieren. In kurzen Videos berichten Studierende, Lehrende und Alumni im Labor oder im Büro etwa von ihrem Werdegang, ihren Erfahrungen und ihrem Bezug zum Thema Maschinenbau. Die interaktive Umgebung wurde in Zusammenarbeit mit Jugendlichen entwickelt, die ihre Vorstellungen von einem idealen Studienorientierungstool einbringen konnten.

Einen Schwerpunkt setzt das Projekt zudem beim Aufzeigen von Karrierewegen und der Verbindung von Studium und Wirtschaft. Besucher des virtuellen Rundgangs lernen durch die "Interaktion" mit Absolventen zugleich potenzielle regionale und überregionale Arbeitgeber kennen. Mit einem Klick steht man etwa im Büro eines Alumnus, kann sich dessen Schränke, Bücherregale und Schreibtisch anschauen und sich von dessen Arbeitstag berichten lassen.

"Bei dem Projekt der BTU wird innovative Technologie nicht nur eingesetzt, sondern auch überzeugend umgesetzt", so die Jury des Stifterverbandes zu ihrer Entscheidung. "Die Anwendung ist aufwändig, zeigt Liebe zum Detail und gibt einen sehr guten ersten Eindruck vom Campus, den Menschen und den Karrieremöglichkeiten."

Das interaktive Studienorientierungstool der BTU Cottbus-Senftenberg

August 2021: Mathe-Fit

Campus der Hochschule Hamm-Lippstadt (Foto: HSHL/A. Secci)

Durch die Corona-Pandemie konnten die letzten Abiturjahrgänge viele Themen nur im Schnelldurchlauf behandeln und mussten sich den Stoff meist selbstständig zu Hause erarbeiten. Gerade im Fach Mathematik, welches ein wichtiger Bestandteil vieler Studiengänge ist, wird dies zu einer besonderen Herausforderung. Damit angehende Erstsemester trotzdem optimal vorbereitet ins Studium starten können, hat die Hochschule Hamm-Lippstadt ein innovatives Zusatzangebot auf die Beine gestellt.

Der betreute Online-Brückenkurs "Mathe-Fit" soll Abiturienten den Studieneinstieg erleichtern und mögliche Wissenslücken im Fach Mathematik schließen, die durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie entstanden sind. Das Angebot kann bereits vor der Einschreibung wahrgenommen werden und ist damit losgelöst von der finalen Studiengangs- und Hochschulwahl.

"Solide Mathematik-Kenntnisse sind nicht nur in den mathematisch-naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen eine wichtige Voraussetzung, sondern etwa auch in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften", so die Jury des Stifterverbandes zu ihrer Entscheidung. "Das unbürokratische, für alle Studieninteressierten offene Online-Angebot der Hochschule Hamm-Lippstadt ist eine tolle Möglichkeit, Corona-bedingt vernachlässigte Lehrinhalte aufzufrischen und zugleich erste Kontakte zu Mitstudierenden zu knüpfen."

Details zu "Mathe-Fit" auf der Website der Hochschule Hamm-Lippstadt

September: Moin CAU

Foto: UXMA/Uni Kiel

In der Corona-Pandemie sind Campusleben und Präsenzangebote an den Hochschulen, die Orientierung beim Studienstart bieten, stark eingeschränkt. Für Erstsemester – und gerade auch internationale Studierende – ist es daher oftmals nicht leicht, sich an der Uni zurechtzufinden. Die neue, selbst entwickelte Handy-App "Moin CAU" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel will dieses Problem lösen.

Die Applikation bündelt verschiedene Funktionen mit wichtigen Informationen für den Studienstart – von den wesentlichen Ansprechpersonen und Online-Plattformen bis hin zu Tools und Tipps fürs (digitale) Studieren. Mit individualisierten Anwendungen wie To-do- und Checklisten sowie einer interaktiven Campus-Karte zur Orientierung auf dem Unigelände dient die App auch Studierenden höherer Semester als nützliches Werkzeug.

Die redaktionellen Inhalte der App wurden durch ein studentisches Team aufbereitet. Weitere Studierende haben die Anwendung im Rahmen von Nutzer-Experience-Tests intensiv geprüft; ihr Feedback wurde vor der Veröffentlichung eingearbeitet. Gefördert wurde die Entwicklung der App aus Mitteln des Qualitätspakts Lehre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Projekts erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe).

"Das Kieler Projekt ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie mithilfe digitaler Technologie nicht nur ein Ersatz für analoge Angebote, sondern ein echter Mehrwert für die Studierenden geschaffen werden kann", so die Jury des Stifterverbandes zu ihrer Entscheidung. "Die App ist ein tolles Orientierungstool und bietet sicher auch über die Corona-Pandemie hinaus einen großen Nutzen für Studienanfänger."

Details zur App "Moin CAU" auf der Website der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Oktober: ScieMatch

Foto: btS e.V.

Viele Studierende widmen sich ihrem Studium mit voller Leidenschaft, haben aber oft keine konkrete Vorstellung, welchen Beruf sie später einmal ergreifen wollen. Dies gilt auch und vor allem für Studierende der so genannten Life Sciences, zum Beispiel der Biotechnologie, Biologie oder (Bio-) Informatik. Um diese Herausforderung anzugehen, hat die btS – Life Sciences Studierendeninitiative die Plattform ScieMatch entwickelt, die basierend auf einer Selbsteinschätzung der Studierenden und Promovierenden ermittelt, welche auf der Plattform vertretenen Unternehmen zu den Studierenden passen könnten. Denn gerade im Bereich der Life Sciences gibt es viele Studierende, die sich fragen: Welche Berufe passen eigentlich aufgrund meines späteren akademischen Abschlusses und meiner Fähigkeiten zu mir? Wo bekomme ich einen möglichst neutralen Überblick über potenzielle Arbeitgeber, und welches Unternehmen passt am besten zu mir?

Die Plattform bringt Studierende aus dieser Fachrichtung mit Unternehmen zusammen, die sich auf ScieMatch registriert und die Matching-Fragen beantwortet haben. Dazu nehmen die Studierenden erst eine digitale Selbsteinschätzung vor, um zu ermitteln, welche beruflichen Werte ihnen wichtig sind und welche Anforderungen und Wünsche sie an mögliche Arbeitgeber und den Arbeitsalltag richten. Basierend auf diesen Eingaben macht ScieMatch dann Vorschläge, welche der Partner-Unternehmen aufgrund der Unternehmenskultur, des Berufsbilds oder anderer Faktoren wie dem Standort zu den Studierenden passen könnten. Die Studierendeninitiative btS entwickelt die Plattform ScieMatch stetig weiter und bezieht dabei das Feedback der Nutzerinnen und Nutzer sowie Rückmeldungen nach Veranstaltungen und Projekten mit ein.

Die btS ist ein gemeinnütziger Verein und bundesweit an 27 Hochschulstandorten aktiv. Die darin aktiven Studierenden und Promovierenden bieten ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen Hilfe bei der beruflichen Orientierung. Unter dem Motto "Let Life Sciences meet you" bauen sie Brücken zwischen Universitäten, Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen der Lebenswissenschaften und bieten neben der Plattform ScieMatch ein breites Spektrum an bundesweiten und lokalen Veranstaltungen und Projekten an.

"Die Unternehmensmatching-Plattform ScieMatch der btS – Life Sciences Studierendeninitiative zeigt vorbildlich, wie ganz praktische Herausforderungen des Studienalltags mit Hilfe digitaler Technologien angegangen werden können", so die Jury des Stifterverbandes zu ihrer Entscheidung, die Hochschulperle des Monats an die btS zu vergeben. "Besonders beeindruckt hat uns der ganzheitliche Ansatz, mit dem der Verein Studierende in der anspruchsvollen beruflichen Findungsphase unterstützt."

Online-Plattform "ScieMatch"

November: Work it out!

Foto: Universität Oldenburg

Die Berufsorientierung und der Übergang von der Hochschule zum Arbeitsmarkt ist gerade für internationale Studierende mit vielen Herausforderungen verbunden. Die Corona-Pandemie hat die Situation noch einmal verschärft. Um internationalen Studierenden mit und ohne Fluchterfahrung den Berufseinstieg zu erleichtern, haben die Zentrale Studien- und Karriereberatung (ZSKB) und das International Office der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (UOL) den Zertifikatskurs "Work it out!" entwickelt. 

Um den Kurs zielgruppengerecht entwickeln zu können, hat das Team zunächst mit einer hochschulweiten Onlinebefragung die Bedarfe der internationalen Studierenden erhoben. Anschließend wurde ein niedrigschwelliges Online-Bewerbungsverfahren geschaltet, und die Kursteilnehmenden wurden ausgewählt.

Wissensvermittlung, Beratung und Vernetzung bilden die zentralen Bausteine des Projekts. Der Zertifikatskurs begreift dabei die besonderen Herausforderungen des pandemiebedingten Lernens auf Distanz als Chance. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden mit verschiedenen digitalen Seminarangeboten und Lernmethoden gleich über mehrere Kontinente hinweg zusammengebracht, da aufgrund der Pandemie nicht alle Studierenden (wieder) einreisen konnten. Das Seminar- und Workshop-Programm zielt darauf ab, Kenntnisse über den regionalen Arbeitsmarkt zu vermitteln und die Fähigkeit, sich auf diesem zu orientieren. Dabei reichen die Angebote von Veranstaltungen zur Bestimmung des eigenen Kompetenzprofils und der individuellen Berufsinteressen über die Vertiefung von Fähigkeiten der Jobsuche bis hin zur Erarbeitung von Bewerbungsunterlagen und der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Auch ein interkulturelles Training und die Vermittlung von Kenntnissen über die Rechte von Arbeitnehmenden oder im Bereich der Antidiskriminierung gehören dazu. Ehemalige Studierende und Absolventen der Universität  haben den Teilnehmern Einblicke in ihre Berufspraxis gegeben. Darüber hinaus haben die Kursteilnehmer die Möglichkeit, regionale Unternehmen und potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen. Am Ende des Kurses erhalten sie ein Zertifikat, mit dem sie die gewonnene Expertise zum deutschen Arbeitsmarkt nachweisen können.

Der Zertifikatskurs "Work it out!" wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Programm INTEGRA mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

"Mit dem beispielhaften Peergroup-Ansatz gelingt es der UOL, die Studierenden online zusammen zu halten. Die feste Gruppe von Kursteilnehmern bietet, gerade in Zeiten des pandemiebedingten Verlustes von Campusleben, eine Struktur, Vertrautheit und stetige Vernetzung", so die Jury des Stifterverbandes zu ihrer Entscheidung. "Das Projekt gibt den Teilnehmenden gleichzeitig die Chance, sich trotz Pandemie aktiv auf den Berufseinstieg vorzubereiten."

Details zum Zertifikatskurs "Work it out!" auf der Website der Universität Oldenburg

Dezember: Podcast "Campusgeflüster"

Foto: Hochschule Fresenius

Wie haben junge Menschen den Übergang zwischen Schule und Studium in Zeiten der Corona-Pandemie erlebt? Wie schaffen Studierende die Umstellung von Präsenz- auf digitale Lehre? Die Lebensphase, in der sich Studierende befinden, ist voller spannender und herausfordernder Entwicklungen. Im Podcast "Campusgeflüster" der Hochschule Fresenius sprechen sie offen über ihre ganz persönliche Geschichte, über Herausforderungen und Krisen – und wie sie diese gemeistert haben. 

Einmal im Monat unterhalten sich Studierende in sehr persönlichen und authentischen Gesprächen mit Sven Püffel, Psychologischer Psychotherapeut und Dozent an der Hochschule Fresenius in Hamburg, und der Therapeutin und Medienmacherin Shirley Hartlage über lebensnahe und herausfordernde Themen. So beschäftigt sich die aktuelle Dezember-Folge unter anderem mit folgenden Fragen: Wie habe ich den Übergang zwischen Schule und Studium in Zeiten der Corona-Pandemie bewältigt? Wie fühlt sich das an – von Zuhause auszuziehen und in einer neuen Stadt zu studieren? Wie hat die Interviewpartnerin die Umstellung von Präsenz- auf digitale Lehre geschafft – und welche Erfahrungen will sie daraus für die Zukunft mitnehmen? "Campusgeflüster" erscheint immer am ersten Mittwoch im Monat. Alle Folgen gibt es frei verfügbar auch bei Spotify oder Apple Podcasts.

"Der Podcast 'Campusgeflüster' gibt Studierenden und ihren Themen eine Stimme", so die Jury des Stifterverbandes zu ihrer Entscheidung, die Hochschulperle des Monats Dezember an die Hochschule Fresenius zu vergeben. "Gerade in der Coronazeit ist das Campusleben und damit die Lebenswelt der Studierenden weniger sichtbar geworden – dem wirkt der Podcast entgegen. 'Campusgeflüster' stellt Studierende in den Mittelpunkt, die eine herausfordernde Lebenssituation gemeistert haben und daran gewachsen sind. Von diesen Erfahrungen können auch andere profitieren."

Podcast "Campusgeflüster" auf der Website der Hochschule Fresenius

Hochschulperle des Monats Januar: Das "Zukunftssemester" der Hochschulen Ruhr West und Rhein-Waal
Hochschulperle des Monats Februar: Erstsemesterakademie BaWü "zukunftsfähig" an den Universitäten Freiburg, Hohenheim, Mannheim, Stuttgart, Tübingen sowie der Hochschule Mannheim
Hochschulperle des Monats März: Studienorientierung "Von der Couch auf den Campus" der Universität Greifswald
Hochschulperle des Monats April: Digitale Spieleabende der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Hochschulperle des Monats Mai: Digitale Studienhelfer*innen der Servicestelle für behinderte Studierende an der der Philipps-Universität Marburg
Hochschulperle des Monats Juni: Sonderprogramm "Study into the job" der FOM Hochschule
Hochschulperle des Monats Juli: Orientierungstool "btu360grad.online" der BTU Cottbus-Senftenberg
Hochschulperle des Monats August: Online-Brückenkurs "Mathe-Fit" der Hochschule Hamm-Lippstadt
Hochschulperle des Monats September: Handy-App "Moin CAU" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Hochschulperle des Monats Oktober: Online-Plattform "ScieMatch" der btS – Life Sciences Studierendeninitiative
Hochschulperle des Monats November: Zertifikatskurs "Work it out!" der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Hochschulperle des Monats Dezember: Podcast "Campusgeflüster" der Hochschule Fresenius, Idstein

2022 startet die Hochschulperle in eine neue Ausschreibungsrunde: Der Stifterverband sucht in diesem Jahr nach besonderen, zukunftsweisenden Lernarchitekturen und zeichnet neben Hochschulräumen auch Konzepte, Prozesse und Teams aus, um sie überregional sichtbar zu machen und andere Hochschulen zu inspirieren. Bewerbungen und Nominierungen sind ab sofort möglich.
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Daniela Mägdefessel

ist Programmmanagerin im Bereich "Programm und Förderung".

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