Zitate aus den Wahlprogrammen der Parteien zur Landtagswahl am 22. März 2026
Wie sollen Kooperationen zwischen Schulen und außerschulischen Akteuren flächendeckend gestärkt und systematisiert werden?
- Nach dem erfolgreichen Start wollen wir das Startchancen-Programm jetzt in der Umsetzung zum Fliegen bringen: Dafür setzen wir auf eine starke Unterstützung und auf die Ausweitung in die Bildungslandschaft – für mehr Bildungsgerechtigkeit in Rheinland-Pfalz. (S. 15)
- Qualitativ hochwertige Bildungsangebote an Ganztagsschulen sollen überall im Land der Standard sein, damit jedes Kind davon profitieren kann. Ob für mehr Zeit zum Wiederholen oder gezielte Angebote für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler. Ob für Musik, Sport, Mathe oder vielfältige Angebote von außerschulischen Partnerinnen und Partnern: Ganztagsschule heißt für uns Potenzial und Möglichkeiten für alle. (S. 16)
- Wir steigern die Attraktivität für Schulen, Lehrkräfte, Kinder und ihre Familien: Wir stellen den Ganztagsschulen mehr Geld zur Verfügung und bieten den Schulen so mehr Möglichkeiten für vielfältige Bildungsangebote. Wir entlasten Schulleitungen und wollen ganztägig qualifiziertes pädagogisches Personal an unseren Ganztagsschulen. (S. 16)
- Mit "Schulfamilien-Netzwerken" schaffen wir regionale Kooperationen, in denen gerade kleine Grundschulen gemeinsam von Verwaltungskräften, Sozialarbeit und pädagogischen Ressourcen profitieren, damit mehr Zeit für das Lehren und Lernen bleibt. Dazu gehört auch, dass Ganztagsschulen zukünftig mehr Unterstützung in der Verwaltung erhalten sollen. (S. 18-19)
- Ganztagsschulen sind mehr als Betreuung. Sie brauchen Angebote, die Kinder begeistern – mit Musik, Bewegung, Natur, Sport und Kunst. Dafür setzen wir auf starke Kooperationen und Partizipation aller Beteiligten – insbesondere der Kinder – und auf gut ausgebildete und gut bezahlte Fachkräfte. (S. 45)
- Ganztagsschulen entfalten ihre volle Wirkung erst durch anspruchsvolle Zusatzangebote wie außerschulische Lernorte und durch eine stärkere Sprach- und Sozialkompetenzförderung. Wir wollen sie daher finanziell stärken und personell aufwerten und gezielt weiterentwickeln. (S. 45)
- Das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung ist Querschnittsthema in allen Bildungsbereichen. Es verbindet soziales Lernen, Demokratiebildung, ökonomisches und ökologisches Bewusstsein unter Einbezug der globalen Perspektive und bezieht außerschulische Lernorte und außerschulische Partner:innen ein. (S. 47)
- Kooperationen zwischen Sportvereinen und Ganztagsschulen wollen wir weiter ausbauen, denn von diesen Modellen profitieren beide Seiten nachhaltig. (S. 92)
- Wir werden den Ausbau weiterer Ganztagsschulen mit pädagogisch wertvollem Konzept fördern. (S. 9)
- Wir werden eine grundständige Ausbildung "Ganztagsfachkraft" einführen, um mehr qualifiziertes Personal für Ganztagsschulen zu gewinnen. (S. 9)
- Wir werden nicht-schulische Betreuungsangebote unterstützen und ausbauen. Das gilt sowohl für staatliche wie private Angebote, wie Sportvereine, Jugendmusikschulen etc. (S. 10)
- Der Nachmittag bleibt frei. Ergänzende Betreuungsangebote setzen wir dort ein, wo sie genutzt werden.Wo Ganztagsmodelle und Horte bereits erfolgreich eingerichtet sind, bleiben sie erhalten und werden weitergeführt. (S. 13)
- Kooperation ist der Schlüssel für Innovation. Wir schaffen Experimentierräume, in denen Hochschulen, Schulen, Unternehmen und Verwaltungen neue Ideen gemeinsam erproben können. (S. 17)
- Mit einer Ehrenamts-Offensive im Sport entlasten wir Vereine und ihre Mitglieder spürbar. Dazu gehören vereinfachte Förderverfahren, bessere Qualifizierungsangebote und die stärkere Verzahnung von Schule und Verein. (S. 42)
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- Ganztagsschulen, Förderprogramme und Schulsozialarbeit sind sinnvoll, wenn sie Qualität sichern und Unterricht ergänzen – nicht ersetzen. (S. 9)
- Dabei gibt es in Rheinland-Pfalz mit Netzwerken wie SCHULEWIRTSCHAFT Rheinland-Pfalz oder regionalen Berufsorientierungsprogrammen bereits gute Ansätze – aber sie wirken zu kleinteilig, unverbindlich und oft ohne nachhaltige Koordination. (S. 12)
- Wir FREIEN WÄHLER wollen diese Lücke endlich schließen. Ziel ist kein neues Projekt, sondern eine strukturelle Weiterentwicklung der bestehenden Programme – mit klarer Zuständigkeit, dauerhafter Finanzierung und einer landesweiten Koordinierungsstelle. Alle Schulen sollen verpflichtend die Möglichkeit haben, Partnerschaften mit Betrieben, Handwerkskammern und regionalen Unternehmen aufzubauen. (S. 12)
- Wir unterstützen Weiterbildungsangebote an Hochschulen, zum Beispiel berufsbegleitende Masterstudiengänge, und möchten neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Schulen, Hochschulen und Unternehmen etablieren. (S. 33)
- Förderung außerschulischer Bildungsangebote: Für Kinder und Jugendliche jeden Alters. Förderung entsprechender Organisationen und Vereine. (S. 18)
EINE EINORDNUNG AUS SICHT DES STIFTERVERBANDES
Schulen und außerschulische Partner bilden gemeinsam ein umfassendes Bildungsökosystem, das die individuellen Stärken und Bedarfe junger Menschen in den Mittelpunkt stellt. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, die Kooperationen qualitativ sichern, flächendeckend ermöglichen und sie von punktuellen Angeboten zu systemisch verankerten Strukturen weiterentwickeln.
SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN betonen die Bedeutung einer starken Zusammenarbeit zwischen Ganztagsschulen und außerschulischen Partnern und setzen auf Qualitätsentwicklung, zusätzliche finanzielle Mittel sowie eine strukturelle Weiterentwicklung der Ganztagsangebote. Auch die Förderung von Bildungsgerechtigkeit durch gezielte Unterstützung und bessere Vernetzung im Bildungsraum wird insbesondere von der SPD hervorgehoben. Gleichwohl bleibt dieser Ansatz strukturell begrenzt, da der Ganztag bislang nicht alle Kinder und Jugendlichen erreicht. CDU, FDP und FREIE WÄHLER verweisen ebenfalls auf Kooperationen, konzentrieren sich dabei jedoch vor allem auf einzelne Bereiche wie Sport, Kultur oder Berufsorientierung. Positiv hervorzuheben sind allerdings die geplanten Experimentierräume der CDU sowie landesweite Koordinierungsstellen und die dauerhafte Finanzierung bestehender Programme im Bereich der beruflichen Orientierung, wie von den FREIEN WÄHLERN vorgeschlagen. Die FDP kündigt den Ausbau von Ganztagsschulen mit pädagogisch wertvollen Konzepten an, sieht den Mehrwert außerschulischer Akteure aber weniger hinsichtlich zusätzlicher Bildungsangebote als vielmehr in der Betreuung. Die LINKE erwähnt außerschulische Bildungsangebote lediglich am Rande, ohne deren strukturelle Einbindung in Schule näher auszuführen. Die AfD thematisiert außerschulische Kooperationen nicht.
In der Frage, wie Kooperationen zwischen Schulen und außerschulischen Akteuren flächendeckend gestärkt und systematisiert werden sollen, zeigen die Wahlprogramme parteiübergreifend einen deutlichen Schwerpunkt auf den Ganztag und leider wenig auf systemisch verankerten Strukturmaßnahmen.
DIE WEITEREN THEMEN DER WAHLPROGRAMM-ANALYSE
- Welche Ziele verfolgen die Parteien in der Lehrkräftebildung?
- Welche Maßnahmen zur Erreichung neuer Zielgruppen und zur Weiterentwicklung des dualen Lehramtsstudiums sind geplant?
- Welche Maßnahmen planen die Parteien, um Schwund während des Lehramtsstudiums und Vorbereitungsdienstes zu reduzieren und die Attraktivität beider Phasen zu steigern – insbesondere in Mangelfächern?
- Wie wollen die Parteien auf Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz in der Lehrkräftebildung reagieren?
- Welche Maßnahmen planen die Parteien, um die Probleme beim Einsatz von sogenannten studentischen "PES-Lehrkräften" (als Lehrkräfte eingesetzte Lehramtsstudierende) zu adressieren?
- Wie können Schulen dabei unterstützt werden, Unterricht und Kooperationen besser zu verzahnen, damit alle Schülerinnen und Schüler ihre Bildungspotenziale bestmöglich entwickeln?
- Wie wird die Schulaufsicht auf ihre neue Rolle gemäß KMK-Beschluss vom 16. Oktober 2025 vorbereitet?
- Welche Prioritäten setzen die Parteien für die schulische MINT-Bildung?