Zitate aus den Wahlprogrammen der Parteien zur Landtagswahl am 22. März 2026
Welche Maßnahmen planen die Parteien, um Schwund während des Lehramtsstudiums und Vorbereitungsdienstes zu reduzieren und die Attraktivität beider Phasen zu steigern – insbesondere in Mangelfächern?
- Mit dem Ausbau von Gesundheitsförderprogrammen stärken wir unsere Lehrkräfte und schaffen Schutzfaktoren für eine psychisch und physisch gesunde Entwicklung. Wir setzen uns zudem für einen konsequenten Schutz und die nachhaltige Stärkung unserer Lehrkräfte ein. Mit dem Institut für Lehrergesundheit haben wir bundesweit ein lleinstellungsmerkmal im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Die Fort-, Weiterbildungs- und Unterstützungsangebote weiten wir bedarfsorientiert aus. (S. 19)
- Wir nutzen die Chancen der Digitalisierung, indem wir Lehrkräften neue digitale Vertretungsmodule mit fertigen Unterrichtsentwürfen und Blended Learning-Angebote für die individuelle Förderung zur Verfügung stellen. (S. 21)
- Wir stärken das Grundschullehramt und heben die Besoldung der Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer auf A13 an. (S. 21)
- Gleichzeitig wollen wir eine inklusive, moderne und praxisnahe Lehramtsausbildung: Wer unterrichtet, soll fachlich und pädagogisch gut vorbereitet sein. Daher wollen wir Studium und Schulalltag im Rahmen eines praxisnahen Stufenlehramts zukünftig eng miteinander verzahnen. (S. 46)
- Deshalb wollen wir sie von Verwaltungsaufgaben entlasten und multiprofessionelle Teams ausbauen. Dazu gehört der Ausbau der Schulsozialarbeit und des schulpsychologischen Dienstes, orientiert an Sozialraumindikatoren. (S. 45)
- Daher wollen wir zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften multiprofessionelle Teams an Schulen etablieren. (S. 6)
- Lehrkräfte werden auch mit unterrichtsfernen Aufgaben belastet, die nicht durch das zu erteilende Stundendeputat vorgesehen sind. Diese Belastung wird häufig als Überbelastung erlebt und treibt die Teilzeitquote nach oben. Wir müssen darauf achten, dass Lehrkräfte sich primär um den Unterricht sowie die dazugehörige Vor- und Nachbereitung konzentrieren können. (S. 7)
- Wir werden Lehrkräfte von Verwaltungs- und anderen unterrichtsfernen Aufgaben entlasten. (S. 7)
- Wir werden die Verantwortung der Referendariatsausbildung praxisnäher durch die Ausbildungsschulen gestalten; dies gilt auch für die Bewertung der Referendarinnen und Referendare. (S. 12)
- Daher setzen wir Freie Demokraten uns für eine gleiche Bezahlung aller Lehrkräfte im Einstiegsamt mit A13/E13 ein. Zudem sehen wir die Notwendigkeit, dass alle Lehrämter eine gleiche Beförderungsmöglichkeit in eine mit A14 besoldete Laufbahn haben müssen, um den individuellen Anreiz zu erhalten, auch ohne eine Funktionsstelle besetzen zu müssen. (S. 13)
- Wir werden schnellere Besetzungen von Funktionsstellen ermöglichen. (S. 13)
- Wir gestalten die Lehrerausbildung praxisnäher, etwa durch duale Lehramtsstudiengänge und mehr Praktika im Studium. (...) Wir erleichtern den Quereinstieg aus anderen Berufen. Regelmäßige Fortbildungen zum Beispiel in Didaktik, Inklusion oder Digitalisierung müssen Standard werden und werden deshalb von uns aktiv unterstützt. Dafür können Lehrerinnen und Lehrer Anrechnungsstunden oder finanzielle Unterstützung erhalten. (S. 13)
- Deshalb starten wir eine Fachkräfteoffensive für den öffentlichen Dienst. Zentrales Element ist die Einrichtung einer Stabsstelle in der Staatskanzlei, die sich ressortübergreifend um die Gewinnung, Bindung und Entwicklung von Fachkräften kümmert. (S. 61)
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- Tarifbeschäftigte Lehrkräfte erhalten Zulagen zum TV-L, um den Abstand zu Beamten zu verkleinern. (S. 11)
- Leistung muss sich auch im Schuldienst lohnen: Funktions- und Mangelfachzulagen, verlässliche Anrechnungsstunden für Klassenleitung/Inklusion und Bürokratieabbau (digitale Schulverwaltung, Standardberichte statt Papierflut) entlasten sofort. (S. 11)
- Praxisorientierte Lehrer*innenausbildung: Es braucht mehr Praxis im Lehramtsstudium und eine bessere Verzahnung zwischen Studium und Vorbereitungsdienst. Das Lehramtsstudium soll stärker dual gedacht werden. (S. 22)
EINE EINORDNUNG AUS SICHT DES STIFTERVERBANDES
Wie die Analyse des Lehrkräftetrichters zeigt, gibt es auch in Rheinland-Pfalz einen erheblichen Schwund potenzieller Lehrkräfte zwischen dem Studienbeginn und dem Eintritt in den Beruf. Im Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2023 hat nur etwas mehr als die Hälfte der Lehramtsstudierenden das Studium abgeschlossen – der Großteil des Schwundes erfolgt dabei bereits zu Studienbeginn. Ein weiterer Schwund von knapp 20 Prozent ist zwischen dem Masterabschluss und dem Beginn des Referendariats zu verzeichnen. Daher gilt es Maßnahmen zu ergreifen, die diesem Schwund entgegenwirken.
Keine der Parteien in Rheinland-Pfalz adressiert in ihrem Wahlprogramm explizit das Problem des Schwundes von Lehramtsstudierenden während des Studiums und beim Übergang in den Vorbereitungsdienst. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU und DIE LINKE fordern eine bessere Verzahnung von Schule und Praxis bzw. praxisnähere Lehramtsstudiengänge, was grundsätzlich helfen könnte, den Studienerfolg und Verbleib im Studium zu befördern. Insgesamt ist jedoch zu konstatieren, dass der Schwund bisher offenbar nicht als größeres Problem wahrgenommen wird.
DIE WEITEREN THEMEN DER WAHLPROGRAMM-ANALYSE
- Welche Ziele verfolgen die Parteien in der Lehrkräftebildung?
- Welche Maßnahmen zur Erreichung neuer Zielgruppen und zur Weiterentwicklung des dualen Lehramtsstudiums sind geplant?
- Wie wollen die Parteien auf Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz in der Lehrkräftebildung reagieren?
- Welche Maßnahmen planen die Parteien, um die Probleme beim Einsatz von sogenannten studentischen "PES-Lehrkräften" (als Lehrkräfte eingesetzte Lehramtsstudierende) zu adressieren?
- Wie sollen Kooperationen zwischen Schulen und außerschulischen Akteuren flächendeckend gestärkt und systematisiert werden?
- Wie können Schulen dabei unterstützt werden, Unterricht und Kooperationen besser zu verzahnen, damit alle Schülerinnen und Schüler ihre Bildungspotenziale bestmöglich entwickeln?
- Wie wird die Schulaufsicht auf ihre neue Rolle gemäß KMK-Beschluss vom 16. Oktober 2025 vorbereitet?
- Welche Prioritäten setzen die Parteien für die schulische MINT-Bildung?