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Bildungspolitik in
Rheinland-Pfalz:
Analyse der Wahlprogramme 2026

Zitate aus den Wahlprogrammen der Parteien zur Landtagswahl am 22. März 2026

Wie wird die Schulaufsicht auf ihre neue Rolle gemäß KMK-Beschluss vom 16. Oktober 2025 vorbereitet?

 

SPD
SPD
  • Wir verstehen Schulentwicklung als Prozess, den die gesamte Schulgemeinschaft aktiv gestaltet. (…) Einen Schwerpunkt legen wir dabei auf den Wissenstransfer. Wir stärken die Schulaufsicht, der bei dieser Aufgabe eine zentrale Rolle zukommt. (S. 17)
  • Deshalb stärken wir Schulen und Kitas durch gezielte Bildungs- und Beratungsangebote in der Aufklärung sowie Prävention, bei der Erstellung von Schutzkonzepten und unterstützen dort, wo es nötig ist. Dafür bauen wir auf ein starkes Unterstützungssystem aus Schulaufsicht, Landesjugendamt, pädagogischem Landesinstitut, der Schulpsychologie und zahlreichen weiteren Partnerinnen und Partnern. (S. 20)
  • Deshalb brauchen wir ein neues Verständnis von Schulaufsicht. Hierzu soll es eine engere institutionelle und direkte Anbindung an das Bildungsministerium geben, die für schnellere und effizientere Abläufe sorgt. Eine stärkere regionale, schulscharfe Organisation und Orientierung berücksichtigt die Besonderheiten vor Ort, damit Schulen eine passgenaue Unterstützung erhalten. Dafür arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulbehörde künftig in verbindlichen regionalen Netzwerken mit klar definierten Zuständigkeiten und gemeinsamen Entwicklungszielen. Beratung, Entlastung und Entwicklung wollen wir in den Fokus rücken. (S. 21)

 

Bündnis 90/Die Grünen
Bündnis 90/Die Grünen
  • Neben der Gebietsstruktur muss auch die Aufgabenverteilung überprüft und modernisiert wer den. Aufgaben, die eine besondere fachliche Spezialisierung erfordern, wie etwa Schulaufsicht sollten auf übergeordnete Behörden übertragen werden. (S. 79)

 

FDP
FDP
  • Die Zuständigkeit der Einstellungen und personalrechtlichen Maßnahmen bleibt bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, sollte aber auf ein notwendiges Minimum reduziert werden. (S. 14)

 

CDU
CDU
  • Als Dienstherr stellen wir uns bei Problem- und Krisenfällen klar hinter unsere Lehrkräfte, anstatt sie mit einem Maulkorb zu versehen. Dafür erhalten sie in Zukunft schnelle und verlässliche Rückendeckung durch Schulaufsicht und Ministerium. (S. 13)

 

AfD
AfD

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Freie Wähler
Freie Wähler
  • Wir FREIEN WÄHLER fordern deshalb eine umfassende Strukturreform: Schulen sollen mehr Eigenverantwortung erhalten, mit flexiblen Budgets und Entscheidungsfreiheiten vor Ort. Die Schulaufsicht wird entschlackt, Doppelstrukturen konsequent ab-gebaut. (S. 10)

 

Die Linke
Die Linke
  • Der Ausbau und die Instandhaltung der Einrichtungen müssen Aufgabe des Landes werden. (S. 18)

 

 
EINE EINORDNUNG AUS SICHT DES STIFTERVERBANDES

Mit dem KMK-Beschluss vom 16. Oktober 2025 wird die Schulaufsicht ausdrücklich als vernetzende, beratende und befähigende Instanz gestärkt, die Schulen bei der Öffnung nach außen, beim Aufbau tragfähiger Netzwerke und bei der strategischen Verankerung von Kooperationen unterstützen soll. In den Wahlprogrammen der Parteien findet diese erweiterte Rolle jedoch kaum konkrete Ausgestaltung.

Leider greift keine Partei die neue Verantwortung beim systematischen Aufbau und der Steuerung von Kooperationen explizit auf und formuliert folglich weder Ziele noch Maßnahmen zur entsprechenden Qualifizierung und Vorbereitung der Schulaufsichten. Die FREIEN WÄHLER streben zwar eine strukturelle Verschlankung der Schulaufsicht an, aber eine inhaltliche Weiterentwicklung von Rolle und Aufgaben wird nicht beschrieben. Positiv hervorzuheben ist bei der SPD die Forderung eines neuen Verständnisses von Schulaufsicht: Sie soll künftig enger an das Ministerium angebunden und zugleich stärker schulortnah organisiert werden, um Schulen passgenau und bedarfsgerecht unterstützen zu können. Eine neue Rolle der Schulaufsicht und darauf abzielende Maßnahmen sin jedoch auch hier nicht erkennbar.
 

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