Communicator-Preis

Der Communicator-Preis – Wissenschaftspreis des Stifterverbandes gilt in Deutschland als die wichtigste Auszeichnung für die Vermittlung von wissenschaftlichen Ergebnissen in die Öffentlichkeit.

Mit dem Preis zeichnen Stifterverband und Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) seit dem Jahr 2000 Wissenschaftler aus, die ihre Fachgebiete und Forschungsarbeiten einem breiten Publikum vielfältig, originell und kreativ nahebringen und sich darüber hinaus um den immer notwendigeren Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit verdient machen. Eine Jury aus Wissenschaftsjournalisten, Kommunikations- und PR-Fachleuten kürt die Preisträger. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert.

Die wichtigsten Kriterien für die Vergabe des Preises sind die Breite und Vielfalt sowie die Originalität und Nachhaltigkeit der Vermittlungsleistung. Bewerbungen auf Grundlage nur eines Projekts sind nicht möglich. Zudem müssen die Bewerber im deutschen Sprachraum tätig sein. Der Preis kann sowohl an einzelne Wissenschaftler als auch an eine Gruppe von Forscherinnen und Forschern verliehen werden. Größere Einheiten wie Fakultäten oder ganze Universitäten mit ihren Kommunikationsstrategien können nicht berücksichtigt werden.

 

Preisträger 2017: Stefan Kröpelin

Der Kölner Geologe und Klimaforscher wird für langjähriges und wirkungsvolles Engagement in der Vermittlung seiner Afrikaforschung ausgezeichnet.

Stefan Kröpelin begann seine wissenschaftliche Laufbahn in Berlin mit Studium und Promotion im Fachbereich Geowissenschaften. Seit seinem Wechsel an das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln 1995 konzentriert er sich auf die Erforschung der östlichen Sahara und ihrer Klimageschichte. Mit über 60 Expeditionen in die Sahara gilt er als ausgewiesener Experte und Kenner dieser Region. Derzeit untersucht Kröpelin im Rahmen des DFG-geförderten Sonderforschungsbereichs "Unser Weg nach Europa", auf welchem Weg und unter welchen klimatischen Bedingungen der Homo sapiens vor über 100.000 Jahren aus der Subsahara nach Europa kam.

Communicator-Preisträger Stefan Kröpelin im Film-Porträt

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Foto: Universität zu Köln/Adam Polczyk
Video: Deutsche Forschungsgemeinschaft

Seit Beginn seiner wissenschaftlichen Arbeit macht Stefan Kröpelin die Erkenntnisse aus seiner Forschungsarbeit auch für ein breites Publikum zugänglich. An zahlreichen Ausstellungen zu Klima- und Naturschutzthemen im In- und Ausland hat er mit Forschungsergebnissen, Exponaten und Filmen mitgewirkt. Leser populärer Magazine wie GEO kennen ihn durch seine Berichte über Expeditionen in die Wüste. In der Öffentlichkeit besonders bekannt geworden ist er vor allem durch eine Vielzahl an Fernsehdokumentationen, bei denen Kröpelin nicht nur mitgewirkt hat, sondern oft auch für Idee und Konzeption verantwortlich war und immer wieder auch selbst durch die Sendung führte. So hat er auch die Expedition zur ersten Fernsehdokumentation über zuvor noch nie von Filmteams betretene Regionen der Sahara gestaltet und geleitet. Sein Publikum findet Stefan Kröpelin aber auch im Radio, in Online-Auftritten oder im Kinderfernsehen und bei zahlreichen Veranstaltungen im öffentlichen Raum, wo er mit den Menschen über seine Arbeit spricht.

Die Communicator-Preis-Jury würdigte mit ihrer Entscheidung Kröpelins unermüdliches und kontinuierliches Engagement für die Wissenschaftskommunikation und hob besonders die internationale Strahlkraft und Wirkung dieses Engagements hervor. Als eine Art "Wissenschaftsdiplomat" habe sich Kröpelin immer auch für die Regionen eingesetzt, in denen er forscht, und dabei mit viel Beharrlichkeit große Erfolge für den Naturschutz erreicht. Die Anerkennung verschiedener Gebiete als UNESCO-Weltnaturerbe gingen maßgeblich auf seine Initiative zurück und trügen nicht nur zur Stärkung des kulturellen und historischen Selbstbewusstseins der Regionen bei, sondern auch zum Erhalt einzigartiger Regionen mit hoher Bedeutung für die wissenschaftliche Forschung.

Foto: Falk Wenzel/DFG
Preisverleihung am 3. Juli 2017 durch Stifterverband-Präsident Andreas Barner (li.) und DFG-Präsident Peter Strohschneider (Mi.)
Foto: Falk Wenzel/DFG
Stifterverband-Präsident Andreas Barner sprach ein Grußwort bei der Preisverleihung.
Foto: Falk Wenzel/DFG
Preisträger Stefan Kröpelin beim Festvortrag zu seinem Thema Wüstenforschung
Foto: Falk Wenzel/DFG
Die Preisübergabe fand im Rahmen der Jahresversammlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Halle/Saale statt.

Der Wüstenforscher

Foto: Adam Polczyk/Universität zu Köln

Die internationale Fachzeitschrift "Nature" titelt schlicht "Mann der Wüste". Der Deutschlandfunk nennt ihn den "deutschen Indiana Jones". Stefan Kröpelin würde es gerne bei "Wüstenforscher" belassen, ein Geowissenschaftler, der sich mit der Klimageschichte Nordafrikas befasst, zudem mit Archäologie und Naturschutz. "Wir sind in Gegenden unterwegs, die vor uns noch nie ein Wissenschaftler betreten hat und nach uns wohl auch für lange Zeit nicht betreten wird. Da muss man für alles offen sein, was einem begegnet."
Porträt von Stefan Kröpelin im MERTON-Magazin

 

Weitere Preisträger

2007: Arbeitsgruppe Glaziologie
2006: Friedemann Schrenk
2005: Harald Lesch
2004: Hubert Wolf
2003: Wolf Singer
2002: Wolfgang Heckl
2001: Gerold Wefer
2000: Albrecht Beutelspacher