Ars legendi-Preis für exzellente Hochschullehre

Der vom Stifterverband und der Hochschulrektorenkonferenz ausgelobte Preis soll die besondere Bedeutung der Hochschullehre für die Ausbildung des akademischen Nachwuchses sichtbar machen.

Bewerbungsschluss: 29. Juni 2018

 
Der mit 50.000 Euro dotierte Preis soll einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Hochschullehre zu engagieren und sie über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern. Gleichzeitig soll die Qualität der Lehre als ein zentrales Gütekriterium für Hochschulen etabliert und als strategisches Ziel des Qualitätsmanagements der Hochschulen profiliert werden.

Der Preis wurde von 2006 bis 2012 in jährlich wechselnden Disziplinen bzw. Fächergruppen verliehen. Mit dem Ars legendi-Preis 2013 wurde dann ein neues Konzept verfolgt: Statt einer Disziplin oder Fächergruppe bildet jetzt eine spezifische Lehrsituation den Fokus der Ausschreibung.

 

Ausschreibung 2018

Thema: Innovatives Prüfen

Der Preis wird an einen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin – ggf. auch stellvertretend für ein Team – für herausragende Leistungen im Bereich des kompetenzorientierten und innovativen Prüfens verliehen. Für die Auszeichnung ist neben einer exzellenten Prüfungsdidaktik sowie der beratenden Unterstützung der Studierenden ausschlaggebend, inwieweit über die eigene Prüfungspraxis hinaus Impulse für die Weiterentwicklung akademischer Prüfungen gegeben wurden.

Der Preisträger oder die Preisträgerin soll möglichst viele der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

Herausragende Unterstützung des Lernprozesses der Studierenden

Die Prüfungsdidaktik und -praxis des Preisträgers/der Preisträgerin unterstützen den Lernprozess der Studierenden in herausragender Weise.

  • Die Prüfungsdidaktik und -praxis des Preisträgers/der Preisträgerin folgen konsequent dem Prinzip des Constructive Alignment; er/sie gestaltet die Prüfungen kompetenzorientiert.
  • Die Prüfungsformate zeichnen sich durch eine dem Studiengang und seinen Kompetenzzielen angemessene Vielfalt aus (zum Beispiel mündliche Präsentationen, praxisorientierte Aufgaben und Portfolioprüfungen).
  • Der Preisträger/die Preisträgerin versteht Prüfungen als integralen Teil des Lehr- und Lernprozesses. Summative und formative Prüfungen stehen in einem didaktisch begründeten Verhältnis zueinander. Die Gestaltung der verschiedenen Prüfungsformate, -aufgaben und Bewertungskriterien ist insbesondere auf die Förderung eines kompetenzorientierten Lernprozesses ausgerichtet.
  • Der Preisträger/die Preisträgerin stellt Transparenz hinsichtlich der Prüfungsformate sowie der angewendeten Bewertungskriterien sicher und fördert dabei auch die aktive Auseinandersetzung mit den Prüfungsanforderungen und Lernzielen (zum Beispiel durch Selbst- und Peer-Assessments).
  • Er/sie wendet Methoden des formativen Feedbacks (Reflexion und Evaluation) an, um die Studierbarkeit sicherzustellen und die Qualität der Lehre und insbesondere der Prüfungen kontinuierlich zu verbessern.

Prüfungsdidaktik und -praxis mit hoher Professionalität

Der Preisträger/die Preisträgerin betreibt die Prüfungsdidaktik und -praxis mit hoher Professionalität.

  • Der Preisträger/die Preisträgerin kennt vielfältige Prüfungsformate und nutzt diese effizient und zielführend.
  • Prüfungsdidaktik und -praxis berücksichtigen den aktuellen Stand der Lehr-/Lernforschung.
  • Der Preisträger/die Preisträgerin bildet sich hochschuldidaktisch regelmäßig weiter.

Wesentliche Beiträge zur Gestaltung hervorragender Studiengänge

Der Preisträger/die Preisträgerin leistet durch seine/ihre Prüfungsdidaktik wesentliche Beiträge zur Gestaltung hervorragender Studiengänge. Als Impulsgeber/in unterstützt er/sie deren Verbreitung auch in anderen Fächern und in der Hochschule.

  • Die Prüfungsformate, die der Preisträger/die Preisträgerin einsetzt, sind auf verschiedene Studienphasen und Niveaustufen sowie auf andere Fächer anwendbar. Im Sinne der Nachhaltigkeit sind sie in das Qualitätsentwicklungskonzept des Fachbereichs/der Hochschule eingebunden.
  • Er/sie engagiert sich auch über die eigenen Lehrveranstaltungen hinaus für den Einsatz vielfältiger Prüfungsformen und für die entsprechende Gestaltung von Prüfungsordnungen.
  • Er/sie vernetzt sich mit anderen Lehrenden, auch fachübergreifend (etwa durch peer assessment), um Erfahrungen und Ideen für eine innovative Prüfungsdidaktik und -praxis auszutauschen.

Ausgewiesene Wissenschaftler

Der Preisträger/die Preisträgerin ist ein/e ausgewiesene/r Wissenschaftler/in.

  • Seine/ihre Lehre ist forschungsbezogen und führt die Studierenden, auch durch die Wahl aktivierender Prüfformate, in geeigneter Weise an die Wissenschaft heran.
  • Er/sie dokumentiert in der Lehre, dass er/sie innerhalb der eigenen Disziplin, aber auch interdisziplinär und international vernetzt ist.
  • Er/sie verfügt über Sichtbarkeit und Ausstrahlung über die Hochschule hinaus.

Hinweise zur Antragstellung

Vorschläge können von Fakultäten bzw. Fachbereichen oder den Fachschaften eingereicht werden; Eigenbewerbungen sind zulässig. Der Antrag ist nur vollständig, wenn jeweils drei Stellungnahmen vorliegen: die des Kandidaten/der Kandidatin, die der Fachschaft sowie die der Fakultät/des Fachbereichs. Bewerber bzw. vorgeschlagene Kandidaten werden gebeten, ihre Prüfungsdidaktik anhand einer maximal fünfseitigen Skizze zu dokumentieren/illustrieren. Darin sollte am konkreten Beispiel dargelegt werden, wie die nachfolgenden Kriterien berücksichtigt werden:

  • Festlegung des Prüfungsgegenstandes (anhand von Lehrzielen und Anforderungssituationen)
  • Erstellung von Prüfungsaufgaben (Abbildung der Lehrziele unter Berücksichtigung formaler Gestaltungsmerkmale: Itemstamm und Antwortformat)
  • Rückbindung der Aufgaben an den Prüfungsstand (Überprüfung der Inhaltsvalidität, Durchführen kognitiver Aufgabenanalysen)
  • Bewertung von Prüfungsantworten (Erstellung eines kompetenzorientierten Bewertungsrasters; ggf. Vorgabe von Musterantworten und deren Bewertung; Schulung der Korrektoren)
  • Punkte- und Notenvergabe (inhaltliche Gewichtung der Aufgaben; Festlegung eines Referenzmaßstabs)
  • Nutzung von Prüfungsergebnissen zur Optimierung von Prüfungen und Lehrkonzeption

Bewerbungsschluss ist der 29. Juni 2018.

Die vollständigen Bewerbungsunterlagen (Deckblatt, Stellungnahmen des Fachbereichs/der Fakultät, der Studentischen Fachschaft und der nominierten Person inkl. der Skizze zur Prüfungsdidaktik sowie Anlagen) sind per E-Mail (in Form einer PDF-Datei) an folgende Adresse zu senden:
d.ostrop@stifterverband.de

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine Jury aus Hochschullehrern, Didaktikern sowie Studierenden.

 

 

 

Preisträger 2017

Das Jahresthema lautete: Praxisbezüge und Praktika im Studium.

Kategorie Wissenschaftler

Foto: KU/Constantin Schulte Strathaus

Der Journalistikprofessor Klaus Meier arbeitet seit 2011 an der Weiterentwicklung der Journalistik-Studiengänge an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Er ist seit 20 Jahren an Gründung und Aufbau von innovativen Studiengängen auch an anderen Hochschulen, vor allem an der Hochschule Darmstadt, beteiligt. Er gilt als Taktgeber und Motor bei der Verzahnung von kommunikationswissenschaftlicher Theorie und Journalismusforschung mit praktischer Ausbildung. Sein Hauptanliegen ist es, dass die Simulation gängiger Praxis alleine nicht den Anspruch von Hochschullehre erfüllt, sondern sich Lehre davon forschungs- und evidenzbasiert lösen muss. Seine Studierenden sammeln Erfahrungen im Wissenschafts-Praxis-Transfer und begreifen Praxis als veränderungs- und innovationsfähig in einem sich rasant wandelnden medialen Berufsfeld. Klaus Meier ist außerdem Mitgründer eines hochschulübergreifenden Netzwerks, das in regelmäßigen Abständen Absolventenbefragungen der Kommunikationswissenschaft in Bayern durchführt und damit die Curricula der Studiengänge weiterentwickelt.

 

Kategorie Projekt

Bild: Per Walter

Das Modul "Projekt Studienpartner Ökobetrieb" rund um das Team Henrike Rieken ist ein Pflichtmodul für Studierende im zweiten Semester der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Das Team hat beispielhaft ein Lehrkonzept für den Studiengang entwickelt, der sich stark an konkreten Anforderungen der Land- und Lebensmittelwirtschaft orientiert. Studierende haben hier die Möglichkeit, ganz praktische Lösungen für Fragen und Herausforderungen kooperierender Öko-Bauernhöfe zu entwerfen. Sie bleiben im ständigen Austausch mit den Landwirten und Lehrenden, um ihre Projekte weiterzuentwickeln oder auch weitere Fragestellungen aufzuzeigen, die in neue Forschungsthemen münden.

 

Preisverleihung

Foto: Uwe Dettmar

Die feierliche Verleihung des Ars legendi-Preises 2017 fand am 28. November 2017 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main statt. Die Festansprache hielt Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung.
Mehr Info und Bilder von der Veranstaltung

 
ARS LEGENDI-FAKULTÄTENPREISE

Neben dem Ars legendi-Preis verleiht der Stifterverband gemeinsam mit Kooperationspartnern mehrere Fakultätenpreise für exzellente Hochschullehre:

Ingenieurwissenschaften und Informatik
Mathematik und Naturwissenschaften
Medizin
Rechtswissenschaften
Sportwissenschaft

 

Kontakt

Dominique M. Ostrop

ist Programmmanagerin im Bereich '"Programm und Förderung".

T 0201 8401-162
F 0201 8401-215

E-Mail senden

Christian Tauch

Ansprechpartner zum Ars legendi-Preis
bei der Hochschulrektorenkonferenz
T 0228 887-140

E-Mail senden