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Ars legendi-Preis für exzellente Hochschullehre

 
Der vom Stifterverband ausgelobte Preis soll die besondere Bedeutung der Hochschullehre für die Ausbildung des akademischen Nachwuchses sichtbar machen.

Nominierungsschluss: 16. August 2026

 

Der mit 30.000 Euro dotierte Preis soll einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Hochschullehre zu engagieren und sie über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern. Gleichzeitig soll die Qualität der Lehre als ein zentrales Gütekriterium für Hochschulen etabliert und als strategisches Ziel des Qualitätsmanagements der Hochschulen profiliert werden.

Der Preis wurde von 2006 bis 2012 in jährlich wechselnden Disziplinen bzw. Fächergruppen verliehen. Seit dem Ars legendi-Preis 2013 wird jetzt ein anderes Konzept verfolgt: Statt einer Disziplin oder Fächergruppe steht jedes Jahr eine andere spezifische Lehrsituation im Fokus der Ausschreibung. 2021 und 2022 wurde der Preis pandemiebedingt nicht ausgeschrieben.

Ausschreibung 2026

 
JAHRESTHEMA: SCHREIBEN LEHREN UND LERNEN IN ZEITEN VON KI

 
Generative Künstliche Intelligenz – insbesondere große Sprachmodelle – verändert grundlegend, was es bedeutet, akademische Texte zu verfassen, zu lesen und zu beurteilen. Schreiben ist in der Hochschule weit mehr als eine Prüfungsform: Es ist ein zentrales Instrument des Denkens, Lernens und der fachlichen Sozialisation. Studierende erwerben durch das Schreiben eine eigene wissenschaftliche Stimme, erproben das strukturierte Argumentieren und entwickeln die Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden – Kompetenzen, die kein Sprachmodell ersetzen kann.

Zugleich stellen KI-Werkzeuge Lehrende vor drängende didaktische Fragen: Welche Schreib­kompetenzen müssen Studierende nach wie vor selbst erwerben? Wann ist der Einsatz von KI im Schreibprozess lernförderlich – und wann nicht? Wie lassen sich Schreibaufgaben so gestalten, dass sie authentisches Lernen ermöglichen und gleichzeitig einen reflektierten Umgang mit KI-Technologien einschließen? Der Ars legendi-Preis 2026 würdigt Lehrende, die sich diesen Fragen mit besonderem Engagement und methodisch und didaktisch innovativen Lernformaten stellen und die das Schreiben – unabhängig von der Fachrichtung – als elementare kognitive Praxis in ihre Lehre integrieren.

Zur Konkretisierung der Beurteilungskriterien für das diesjährige Auswahlverfahren hat der Stifterverband im Frühjahr 2026 Expertinnen und Experten aus Hochschuldidaktik und Fachwissenschaften sowie Studierende zu einem Workshop eingeladen. Kandidatinnen und Kandidaten für den Preis sollen die folgenden Anforderungen erfüllen:

  • Die Lehrperson geht informiert und reflektiert mit generativer KI im Kontext des Schreibens um. Sie hat eine begründete, transparente Haltung zum Einsatz von KI-Werkzeugen und fördert die Fähigkeiten der Studierenden, diese kritisch zu nutzen, ihre Grenzen und Risiken einzuschätzen sowie eigenverantwortlich zu entscheiden, wann KI den Schreib- und Lernprozess unterstützt und wann nicht.
  • Die Lehrperson macht Schreiben als Denk- und Lernwerkzeug erfahrbar. Sie gestaltet Lehr-Lern-Szenarien, in denen der Schreibprozess – nicht nur das Schreibprodukt – im Vordergrund steht, und fördert die Entwicklung einer eigenen wissenschaftlichen Stimme sowie die Fähigkeit zum selbstständigen, kritischen Denken.
  • Die Lehrperson gestaltet didaktisch durchdachte Schreibarrangements, die den Herausforderungen des Einsatzes von KI an der Hochschule gerecht werden. Dazu gehören klar definierte Lernziele, KI-robuste Aufgabenformate sowie Prüfungs- und Bewertungsformen, die den Schreibprozess fair abbilden – einschließlich Optionen für Studierende, die auf KI verzichten möchten.
  • Die Lehrperson wirkt als Vorbild und Impulsgeberin bzw. Impulsgeber. Sie schafft ein Klima des Vertrauens und offenen Austauschs über KI-Nutzung, reflektiert die eigene Lehrpraxis kontinuierlich und engagiert sich für eine strukturelle Verankerung zukunftsfähiger Schreib- und KI-Kompetenzförderung in der Hochschule.

 

Hinweise zur Antragstellung

Vorschläge können von Fakultäten bzw. Fachbereichen oder den Fachschaften/Studierenden­­vertretungen aller deutschen Hochschulen eingereicht werden. Eigenbewerbungen sind zulässig.

Ein wesentliches Qualitätskriterium des Ars legendi-Preises ist die Berücksichtigung der Perspektiven verschiedener Hochschulakteure. Bitte beachten Sie, dass ein Antrag daher nur vollständig ist, wenn die folgenden drei Stellungnahmen vorliegen:

  1. die der Fakultät/des Fachbereichs,
  2. die der Fachschaft oder anderer Studierendenvertretungen und
  3. die der Kandidatinnen und Kandidaten.

Informationen zu den Inhalten der Stellungnahmen sowie zu den weiteren erforderlichen Unterlagen entnehmen Sie bitte dem Dokument "Hinweise zur Antragstellung".

Die Antragsunterlagen sind bis zum 16. August 2026 in einer PDF-Datei per E-Mail an ars.legendi@stifterverband.de zu übermitteln.
 
 

Über die Vergabe des Preises entscheidet im Herbst 2026 eine Jury aus Hochschullehrenden, Studierenden sowie Hochschuldidaktikerinnen und -didaktikern.

Die Preisverleihung findet am 11. März 2027 im Rahmen der Lehr-Lern-Konferenz des Vereins Akademie Ausgezeichnete Hochschullehre in Karlsruhe statt.

 
ARS LEGENDI-FAKULTÄTENPREISE

Neben dem Ars legendi-Preis verleiht der Stifterverband gemeinsam mit Kooperationspartnern mehrere Fakultätenpreise für exzellente Hochschullehre:

Wald- und Forstwissenschaften
Ingenieurwissenschaften und Informatik
Mathematik und Naturwissenschaften
Medizin
Rechtswissenschaften
Sportwissenschaft

 

Kontakt

Gudula Merchert-Werhahn
Gudula Merchert-Werhahn

Gudula Merchert-Werhahn

ist Programmmanagerin im Stifterverband.

T 0201 8401-497

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