Fellowships für Innovationen in der Hochschullehre

Die Baden-Württemberg Stiftung, der Stifterverband und das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG) vergeben Fellowships für Innovationen in der Hochschullehre. Insgesamt stehen Fördermittel in Höhe von bis zu 500.000 Euro zur Verfügung.

Ziel des Programms ist es ...

  • Anreize für die Entwicklung und Erprobung neuartiger Lehr- und Prüfungsformate (beispielsweise Konzepte für forschendes oder problembasiertes Lernen oder zur Prüfung von Schlüsselkompetenzen) oder die Neugestaltung von Modulen und Studienabschnitten (beispielsweise der Studieneingangsphase oder von Praxisphasen, etwa unter dem Gesichtspunkt der Interdisziplinarität oder zunehmenden Diversität von Studierenden) zu schaffen;
  • den Austausch über Hochschullehre und die Verbreitung der entwickelten Projekte durch eine Vernetzung der Fellows zu befördern;
  • die Auswirkungen der Innovationen auf den Lernerfolg und Kompetenzerwerb der Studierenden begleitend zu untersuchen und im Ergebnis sowohl zu einer systematischen Weiterentwicklung der Lehre in curricularer, didaktischer und methodischer Hinsicht als auch zur Professionalisierung und persönlichen Weiterentwicklung von Lehrenden im Sinne des scholarship of teaching beizutragen,
  • zur Verstetigung innovativer Hochschullehre in den Hochschulen selbst beizutragen.

Bei den Fellowships handelt es sich um eine individuelle, personengebundene Förderung, die den Fellows Freiräume und Ressourcen für die Durchführung der Entwicklungsvorhaben verschafft. Bei einem Tandem-Fellowship teilen sich zwei Personen die Förderung.

 

Die Lehrfellows 2019

Der Stifterverband und die Baden-Württemberg Stiftung haben im November 2019 neue Lehrfellowships vergeben. Unter 73 eingereichten Ideen aus ganz Deutschland hat eine Jury die folgenden Konzepte prämiert und die Fellowships bundesweit in drei Kategorien vergeben.
 

Acht Junior-Fellowships, mit je 15.000 Euro dotiert, gehen an Doktoranden, Post-Doktoranden oder wissenschaftliche Mitarbeiter. 

Vier Junior-Fellowships vergibt die Baden-Württemberg Stiftung an:

  • Michael Eichinger
    Universität Heidelberg
    Projekt: Projekt Klimakrise und Gesundheit: Medizinische Hochschullehre für die Große Transformation
  • Johanna Gereke
    Universität Mannheim
    Projekt: Replication & Reproduction in Social Science
  • Alice Gruber
    Hochschule Heilbronn
    Projekt: Der Einsatz innovativer Lehr-/Lernformate im Fremdsprachenunterricht
  • Kornelia Schlegel
    Duale Hochschule Baden-Württemberg
    Projekt: Fallbezogene Online-Intervision im Kontaktstudium "Transkulturelle Traumapädagogik"

Vier Junior-Fellowships vergibt der Stifterverband an:

  • Christiane Brockmann
    Technische Universität Darmstadt
    Projekt: Meilenstein – Mehr Erfolg durch individuelle Lernpfade in der Studieneingangsphase
  • Silke Marchand
    Universität zu Köln
    Projekt: Hybrides problembasiertes Lernen strukturiert nach dem Parallel Curriculum
  • Janina Tosic
    Hochschule Ruhr West
    Projekt: Subjektorientierung in Grundlagenveranstaltungen
  • Steffen Wagner
    Humboldt-Universität zu Berlin
    Projekt: 21st Century Skills für Studierende des Grundschullehramts

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Drei Senior-Fellowships wurde an Juniorprofessoren, habilitierte Wissenschaftler und Professoren vergeben. Sie sind mit 25.000 Euro dotiert.

Ein Senior-Fellowship vergibt die Baden-Württemberg Stiftung an:

  • Olaf Kühne
    Eberhard-Karls-Universität Tübingen
    Projekt: InExkurs – Innovative Exkursionsformate im blended-learning-Format

Zwei Senior-Fellowships vergibt der Stifterverband an:

  • Jörn Griebel
    Universität Siegen
    Projekt: Stärkung der Selbstlernkompetenz der Studierenden
  • Lina Oravec
    Universität Koblenz-Landau
    Projekt: All-In-Band –  Gründung eines inklusiven Musikensembles für Musikstudierende und Förderschüler*innen am Campus

 
Sieben Tandem-Fellowships werden mit jeweils 30.000 Euro gefördert.

Ein Tandem-Fellowships vergibt die Baden-Württemberg Stiftung an:

Zwei Tandem-Fellowships vergeben die Baden-Württemberg Stiftung und der Stifterverband gemeinsam an:

  • Taiga Brahm & Tobias Jenert
    Eberhard-Karls-Universität Tübingen / Universität Paderborn
    Projekt: Wie unterrichten wir Wirtschaft? Welche Wirtschaft unterrichten wir?
  • Domagoj Damjanovic & Florian Recker
    Albert-Ludwigs-Universität Freiburg / Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
    Projekt: Tempus fugit! Technologie nutzbar machen – Mangelressourcen erschließen – Fit sein für den Digital Turn

Vier Tandem-Fellowships vergibt der Stifterverband an:

  • Sebastian Barsch & Inger Petersen
    Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
    Projekt: Diagnostik von sprachlichem Handeln im Geschichtsunterricht
  • Katharina Hölzle & Detlef Sprinz
    Universität Potsdam
    Projekt: Nachhaltige und kollaborative Entscheidungsfindung in Wirtschaft und Politik - Eine interdisziplinäre und simulationsbasierte Lehrveranstaltung
  • Nikolaus Meyer & Immanuel Ulrich
    IUBH Internationale Hochschule
    Projekt: Simulation als Theorie-Praxis-Transfer: Professionalitätsentwicklung im Studium der Sozialen Arbeit (SimPSon)
  • Katharina Pyschny & Sarah Schulz
    Ruhr-Universität Bochum / Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
    Projekt: Per Sprint effizient zum Ziel – Design Thinking als Modell forschenden Lernens in der Theologie

Das Fellowship umfasst neben der finanziellen Förderung ein zweitägiges Fellow-Treffen pro Semester, das dem gegenseitigen Austausch und der persönlichen Weiterentwicklung der Lehrexpertise dienen soll, sowie eine öffentliche Lehr-/Lern-Konferenz pro Jahr, bei der die Lehrvorhaben vorgestellt werden. Die Konferenzen sollen Impulse für den Transfer erfolgreicher Lehrvorhaben geben und den Diskurs über Hochschullehre in und zwischen den Studienfächern befördern.

 

Alle Lehrfellows des aktuellen Jahrgangs im Bild
(in alphabetischer Reihenfolge)

Foto: privat
Sebastian Barsch von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Tandem-Fellowship mit Inger Petersen)
Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen
Taiga Brahm von der Eberhard-Karls-Universität Tübingen (Tandem-Fellowship mit Tobias Jenert)
Foto: privat
Christiane Brockmann von der Technische Universität Darmstadt (Junior-Fellowship)
Foto: Klaus Polkowski/Universität Freiburg
Domagoj Damjanovic von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Tandem-Fellowship mit Florian Recker)
Foto: privat
Michael Eichinger von der Universität Heidelberg (Junior-Fellowship)
Foto: headshots.de
Johanna Gereke von der Universität Mannheim (Junior-Fellowship)
Foto: Pascal Bünning
Jörn Griebel von der Universität Siegen (Senior-Fellowship)
Foto: Foto Studio Kuss, Heilbronn
Alice Gruber von der Hochschule Heilbronn (Junior-Fellowship)
Foto: David Ausserhofer
Katharina Hölzle von der Universität Potsdam (Tandem-Fellowship mit Detlef Sprinz)
Foto: privat
Tobias Jenert von der Universität Paderborn (Tandem-Fellowship mit Taiga Brahm)
Foto: Florian Weber
Olaf Kühne von der Eberhard-Karls-Universität Tübingen (Senior-Fellowship)
Foto: privat
Silke Marchand von der Universität zu Köln (Junior-Fellowship)
Foto: Hochschule Biberach
Henrike Mattheis von der Hochschule Biberach (Tandem-Fellowship mit Isabell Osann)
Foto: privat
Nikolaus Meyer von der IUBH Internationale Hochschule (Tandem-Fellowship mit Immanuel Ulrich)
Foto: Studioline
Lina Oravec von der Universität Koblenz-Landau (Senior-Fellowship)
Foto: Stefan Sättele
Isabell Osann von der Hochschule Biberach (Tandem-Fellowship mit Henrike Mattheis)
Foto: Lichtbildnerei
Inger Petersen von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Tandem-Fellowship mit Sebastian Barsch)
Foto: Picturepeople
Katharina Pyschny von der Ruhr-Universität Bochum (Tandem-Fellowship mit Sarah Schulz)
Foto: privat
Florian Recker von der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Tandem-Fellowship mit Domagoj Damjanovic)
Foto: Michaela Nestler
Kornelia Schlegel von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (Junior-Fellowship)
Foto: privat
Sarah Schulz von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Tandem-Fellowship mit Katharina Pyschny)
Foto: KHK/GCR21/Krischerfotografie
Detlef Sprinz von der Universität Potsdam (Tandem-Fellowship mit Katharina Hölzle)
Foto: Hoffotografen/Bayer AG
Janina Tosic von der Hochschule Ruhr West (Junior-Fellowship)
Foto: privat
Immanuel Ulrich von der IUBH Internationale Hochschule (Tandem-Fellowship mit Nikolaus Meyer)
Foto: privat
Steffen Wagner von der Humboldt-Universität zu Berlin (Junior-Fellowship)

Positionspapier der Lehrfellows zu Innovationen in der Hochschullehre

2020 läuft der Qualitätspakt Lehre aus. Zwei Milliarden Euro wurden investiert; 186 Hochschulen haben von der Förderung profitiert. Zurzeit beraten Bund und Länder über die Nachfolge. Gemäß Koalitionsvertrag soll der Qualitätspakt Lehre verstetigt und in Anlehnung an die Empfehlungen des Wissenschaftsrates weiterentwickelt werden. Dieser hatte empfohlen, die "Einrichtung einer eigenständigen Organisation zur Förderung und Entwicklung der Hochschullehre" zu prüfen. Damit könnten dauerhafte Fördermöglichkeiten für Lehrinnovationen bereitgestellt und die Vernetzung und der Austausch zwischen den Akteuren befördert werden. Die Kontroverse unter dem Stichwort "Deutsche Lehrgemeinschaft" ist jetzt neu entfacht.

Die Lehrfellows haben sich mit einem Positionspapier in die Diskussion darüber eingebracht, wie die Weiterentwicklung der Hochschullehre gelingen kann. Um die Frage, ob eine Förderorganisation das richtige Instrument, um die Hochschullehre kontinuierlich weiterzuentwickeln, drehte sich auch eine Quadriga Debatte, die der Stifterverband am 5. Dezember 2018 in Berlin veranstaltete.

Lehr-/Lernkonferenz

Die diesjährige Lehr-/Lernkonferenz fand am 24. Oktober 2019 im Umweltforum Auferstehungskirche in Berlin statt. Thema: Die Leere lehren lernen – Leerstellen in der Hochschullehre.

Mehr Info zur Veranstaltung

Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre NRW

Zusätzlich vergeben das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stifterverband jährlich rund 40 Fellowships zur digitalen Aspekten der Hochschullehre. Sie sind für Lehrende bestimmt, die an Hochschulen in staatlicher Trägerschaft oder an staatlich refinanzierten Hochschulen des Landes NRW tätig sind. Ein Fellowship ist mit bis zu 50.000 Euro dotiert. Die Bewerbungsfrist endete am 12. Juli 2019.

Details zur Ausschreibung und zu den bisher geförderten Lehrfellows

Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre Thüringen

Das Thüringer Wissenschaftsministerium hat gemeinsam mit dem Stifterverband die zweite Runde im Fellowship-Programm für Innovationen in der digitalen Hochschullehre gestartet. 2019 wurden erneut acht Fellowships in Höhe von bis zu 50.000 Euro vergeben, um innovative Lehrvorhaben zu entwickeln und zu erproben. Die Programmlinie richtet sich an Lehrende, die an staatlichen Hochschulen des Freistaates Thüringen tätig sind.

Details zu den geförderten Fellows

Lehrfellows im Video

Wir können uns unser Fernsehprogramm personalisieren und unser Auto immer individueller gestalten - warum sollte das im digitalen Zeitalter nicht auch die Hochschullehre gelten?

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Klaus Diepold: Die Uberisierung der Lehre kommt

Die Euphorie über Innovationen durch E-Learning, Flipped Classroom oder Social Media verstellen gerne den Blick auf grundlegende Probleme des Lernens, die ungelöst geblieben sind.

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Karoline Spelsberg-Papazoglou: Ein ehrlicher Blick auf digitale Lehre

Was macht der Dozent, wenn in seiner Vorlesung die Studierenden zu rascheln anfangen? Im besten Fall nutzt er einen digitalen Rückkanal, um zu erfahren, was sein Publikum gerade denkt.

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Clemens Cap: Kritik an der Vorlesung?

Was bedeutet inklusive Lehre an der Hochschule? Man braucht im Lehren und Lernen gerade auch Freiheit für Überraschungen und Unvorhergesehenes.

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Andrea Platte: Zuviel Kontrolle im Lernen

Wir laden die Praxis in die Hochschule: Wie kann man im Spiel der Kinder für frühes mathematisches Lernen nutzen?

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Christiane Benz: R5-Zirkuläre Verknüpfung von Kompetenzen in der frühen mathematischen Bildung

Studierende korrigieren ihre Klausuren gegenseitig, um vor allem selbst etwas zu lernen.

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Marc Ihle: Peer Marking - Studierende korrigieren ihre Klausuren gegenseitig

Wissenschaftliches Arbeiten mit Microlearning: Wie man Fachwissen mithilfe einer App lernen kann

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Petra Morschheuser: WissFIT

Kontakt

Dominique M. Ostrop

ist Programmmanagerin im Stifterverband im Bereich '"Programm und Förderung".

T 0201 8401-162
F 0201 8401-215

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Ansprechpartnerin bei der Baden-Württemberg Stiftung:

Dr. Simone Plahuta 
T 0711 248476-49
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