Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre Thüringen

Das Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft und der Stifterverband schreiben für Lehrende, die an Hochschulen in staatlicher Trägerschaft des Freistaats Thüringen tätig sind, bis zu acht Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre aus.

Bewerbungsschluss: 12. Juli 2019

Bei den Fellowships handelt es sich um eine individuelle, personengebundene Förderung, die den Fellows Freiräume und Ressourcen für die Durchführung der Lehrinnovationen verschafft. Die Vergabe mehrerer Fellowships für ein einzelnes Entwicklungsvorhaben ist ausgeschlossen.

 

Ziele des Programms

  • Anreize für die Entwicklung und Erprobung digital gestützter Lehr- und Prüfungsformate (beispielsweise MOOCS, flipped/inverted classroom, Games, Simulationen, E-Prüfungen) oder die Neugestaltung von Modulen und Studienabschnitten unter konsequenter Nutzung digitaler Technologien schaffen
  • den Austausch über (digitale) Hochschullehre und die Verbreitung der entwickelten Lehrinnovationen durch eine Vernetzung der Fellows hochschul- und länderübergreifend befördern
  • zur Verstetigung digitaler Hochschullehre in den Hochschulen selbst beitragen

Es wird erwartet, dass die Hochschule die Fellows aktiv unterstützt (zum Beispiel durch Freistellung für die Teilnahme an den Fellow-Treffen und die Lehr-/Lern-konferenzen), und dass das Fellowship dazu beiträgt, eine dauerhafte fachbezogene und/oder fächerübergreifende Diskussion über digitale Hochschullehre an der Hochschule anzuregen. 

Die Projektförderung beginnt am 1. Januar 2020. Der Förderzeitraum beträgt maximal zwei Jahre.

 

Leistungen und Programmbegleitung

Ein Fellowship ist mit bis zu 50.000 Euro dotiert. Diese Summe ist zweckgebunden für die Anschubfinanzierung der geplanten Lehrinnovation. Sie kann, je nach Bedarf, für alle Kosten eingesetzt werden, die im Zusammenhang mit diesem Vorhaben entstehen, beispielsweise für

  • die projektbezogene Unterstützung durch studentische/wissenschaftliche Hilfskräfte
  • projektbezogene Sachkosten
  • die Finanzierung von Gastaufenthalten einschlägig ausgewiesener ausländischer Wissenschaftler/innen, die die Durchführung des Entwicklungsvorhabens unterstützen
  • die Gegenfinanzierung befristeter Deputatsreduktionen, um zeitliche Freiräume für die Planung des Lehrvorhabens zu gewinnen

Das Fellowship umfasst folgende Programmbestandteile:

  • Ein zweitägiges Fellow-Treffen pro Semester, das dem gegenseitigen Austausch und der persönlichen Weiterentwicklung der Lehrexpertise dienen soll. Die Teilnahme an diesen Treffen ist während des Förderzeitraums verbindlich. Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich die Fellows. Die in diesem Zusammenhang anfallenden Reisekosten werden nach Maßgabe des Landesreisekostengesetzes übernommen. 
  • Eine öffentliche Lehr-/Lernkonferenz, bei der die Lehrinnovationen vorgestellt werden. Die Konferenz soll Impulse für den Transfer erfolgreicher Lehrinnovationen geben und den Diskurs über digitale Hochschullehre in und zwischen den Studienfächern befördern. Von den Fellows wird eine zeitliche und inhaltliche Beteiligung an dieser Konferenz erwartet.

 

Bewerben können sich Lehrende aller Disziplinen, die an Hochschulen in staatlicher Trägerschaft des Freistaats Thüringen tätig sind; ausgenommen sind Doktorandinnen und Doktoranden ohne Lehrverpflichtung und Lehrbeauftragte. Mehrere Anträge aus einer Hochschule sind zulässig.

Anträge können nur über die Hochschulleitung eingereicht werden.

Über die Auswahl der Fellows entscheidet voraussichtlich bis Ende Oktober 2019 eine Jury, die mit Lehrenden und Studierenden verschiedener Fachrichtungen, Experten für digitale Hochschullehre und Vertretern der Hochschuldidaktik besetzt ist. Maßgebliche Auswahlkriterien sind der zu erwartende Beitrag der geplanten Lehrinnovationen zur Weiterentwicklung der digitalen Lehre im jeweiligen Studienfach, die angestrebte Verstetigung sowie das Transferpotenzial.

 

 

Die Fellows 2018 und ihre Projekte

  • Christian Cierpka und Patrick Mäder
    Technische Universität Ilmenau
    Projekt: SmartStröm – smarte Strömungsvisualisierung mit dem Mobiltelefon in der Lehre
     
  • Julia Dietrich
    Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Projekt: Heterogenitätsorientiertes Lehramtsstudium durch Digitalisierung: Entwicklung von Differenzierungsmatrizen
     
  • Jutta Emes
    Bauhaus-Universität Weimar
    Projekt: Flipped-Classroom-Modell zur Individualisierung und Flexibilisierung der Lehre im Projektmodul Angewandte empirische Forschung
     
  • Heike Hahn
    Universität Erfurt
    Projekt: TAM – Einsatz von Tablets und Apps im Mathematikunterricht der Grundschule
     
  • Jennifer Koch
    Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Projekt: Propädeutikum Mittelhochdeutsch
     
  • Oliver Reimer
    Ernst-Abbe-Hochschule Jena
    Projekt: GETdigi – Grundlagen der Elektrotechnik Digital
     
  • Michaela Rißmann
    Fachhochschule Erfurt
    Projekt: Kindheitspädagogik digital

 

Positionspapier der Lehrfellows zu Innovationen in der Hochschullehre

2020 läuft der Qualitätspakt Lehre aus. Zwei Milliarden Euro wurden investiert; 186 Hochschulen haben von der Förderung profitiert. Zurzeit beraten Bund und Länder über die Nachfolge. Gemäß Koalitionsvertrag soll der Qualitätspakt Lehre verstetigt und in Anlehnung an die Empfehlungen des Wissenschaftsrates weiterentwickelt werden. Dieser hatte empfohlen, die "Einrichtung einer eigenständigen Organisation zur Förderung und Entwicklung der Hochschullehre" zu prüfen. Damit könnten dauerhafte Fördermöglichkeiten für Lehrinnovationen bereitgestellt und die Vernetzung und der Austausch zwischen den Akteuren befördert werden. Die Kontroverse unter dem Stichwort "Deutsche Lehrgemeinschaft" ist jetzt neu entfacht.

Die Lehrfellows haben sich mit einem Positionspapier in die Diskussion darüber eingebracht, wie die Weiterentwicklung der Hochschullehre gelingen kann. Um die Frage, ob eine Förderorganisation das richtige Instrument, um die Hochschullehre kontinuierlich weiterzuentwickeln, drehte sich auch eine Quadriga Debatte, die der Stifterverband am 5. Dezember 2018 in Berlin veranstaltete.

Kontakt

Dominique M. Ostrop

ist Programmmanagerin im Bereich '"Programm und Förderung".

T 0201 8401-162
F 0201 8401-215

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